Frieder Kerler
07.04.2005

Der TafelKopf - das bewegte Bild

Aus der ständigen Überarbeitung eines einzelnen Bildes entsteht ein Film. Dieser Beitrag zeigt, wie einfach dies im Kunstunterricht mithilfe einer digitalen Kamera, einer Tafel, einem Computer und einem Bildpräsentationsprogramm geschehen kann.
 

Die übliche Herstellung einer Animation ist eine aufwändige Sache: Seit dem Daumenkino wissen wir, dass jede Phase einer Bewegung ein Einzelbild braucht. Deshalb beschäftigten die Trickfilmstudios früher wahre Heerscharen von Zeichnerinnen und Zeichnern. Das handwerkliche Verfahren wiederholt das Prinzip der Filmkamera: Auch diese, sei es eine analoge oder eine digitale, nimmt heutzutage 25 Einzelbilder in der Sekunde auf, die, rasch abgespielt, unserem Auge eine kontinuierliche Bewegung vortäuschen.

Der hier beschriebene Unterrichtsvorschlag basiert auf einer Variante: Statt viele Bilder einzeln herzustellen, wird der Veränderungsprozess eines Motivs als Bildreihe dokumentiert. Anders formuliert: In einer Zeichnung werden sukzessive die bewegungsbedingten Änderungen vorgenommen und jeweils fotografisch festgehalten. Der größte Teil des Bildes bleibt unberührt. Es entsteht eine Bildfolge, die die Metamorphose zeigt. Dieses Vorgehen zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus, die im Folgenden dargestellt werden, um Kolleginnen und Kollegen Anregungen für eigene Projekte zu geben.

Kompetenzen

Inhaltliche Ziele
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • filmische Abläufe anschaulich erfahren.
  • ein Gefühl für die Dynamik der Bewegung bekommen.

Ziele im Bereich der Medienkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • bildbasierte Kommunikation in der Anwendung üben.
  • Spontaneität im Prozess der medialen Produktion entwickeln.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDer Tafelkopf - das bewegte Bild
AutorFrieder Kerler
FachKunst
ZielgruppePrimarstufe, Sekundarstufe I und II
Zeitraum1-2 Unterrichtsstunden
Mediendigitale Fotokamera, Tafel, Computer, Bildpräsentationsprogramm (z.B. QuickTime Pro)
VoraussetzungenGrundkenntnisse in der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung

Didaktisch-methodischer Kommentar

Das vorgeschlagene Verfahren wurde als Gruppenarbeit an der Tafel realisiert. Das ist methodisch außergewöhnlich, dürfte doch die Organisationsform "Einzelarbeit" für die Herstellung ästhetischer Produkte immer noch Standard sein. Tastende, zögerliche Anfänge, zunächst verhaltene, zeichnerische Reaktionen, gehen in gezieltes, dialogisches Arbeiten über, das zeitweise fast die Züge eines engagierten bis aufgebrachten "Kampfzeichnens" annehmen kann. Die verbale Verständigung kommt phasenweise gänzlich zum Erliegen und wird ersetzt durch bildbasierte Kommunikation. Gelegentlich entwickeln sich Situationen eigenartiger, fast meditativer Konzentration.

  • Ein Film entsteht aus einem Bild
    Wie der Künstler William Kentridge durch die ständige Überarbeitung eines gemalten Bildes zu einem Film gelangt.

Download

Tafelkopf-Projektbeschreibung.pdf
TafelKopf-Video.mov
 

Informationen zum Autor

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