Ob diese Foren, von denen es nach Recherchen von Georg Fiedler, Diplom-Psychologe am Therapiezentrum für Suizidgefährdete am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, etwa zehn im deutschsprachigen Web gibt, aber auch tatsächlich suizidförderlich sind, darüber gibt es keine gesicherten Aussagen.
Recht haben vermutlich beide - Entlastung ist über die Foren sicher ebenso möglich wie Animation. Verifizieren lassen sich beide Aussagen nicht.
Eine Fokussierung des Themas "Jugendsuizid" auf die Suizidforen verkürzt und verkennt jedoch das Problem. Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr sind die Bevölkerungsgruppe mit der höchsten Rate an Suizidversuchen; bei jungen Männern dieser Alterskategorie ist Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache. Dies war auch schon der Fall, bevor es Internet und Selbstmordforen gab.
VerkanntDie Frage, die sich stellt, ist doch die: Wie sind junge Menschen in Krisen zu erreichen, wenn sie diese nicht mehr selbst meinen handhaben zu können? Die ambulanten Einrichtungen der Suizidprävention, die in Baden-Württemberg alle Arbeitskreis Leben (AKL) heißen, zeichnen übereinstimmend ein gleiches Bild:
Der AKL Freiburg, eine Einrichtung der AGJ - Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V., hat auf diesen Missstand reagiert und ein in Deutschland vermutlich einmaliges Präventionsprojekt für junge Menschen entwickelt, das seit dem Herbst 2001 mit sehr gutem Erfolg umgesetzt wird.
Wolfgang Stich vom Team [U25] ist Dipl.-Sozialarbeiter (FH) und Systemischer Familientherapeut. Mehrjährige Erfahrung in der ambulanten Suizidprävention.