Bei der Internetnutzung besteht das Problem, dass Schülerinnen und Schüler oft orientierungs- und ziellos Informationen im Netz "ergoogeln" und diese ungeprüft weiterverwenden. Genau hier setzt die Methode WebQuest an: Im WebQuest werden die Schülerinnen und Schüler direkt auf vorausgewählte Seiten "verlinkt". Ihre Aufgabe ist, die Information der vorgegebenen Seiten so zu nutzen, dass diese in einer Präsentation wieder an die Klasse weitergegeben werden kann. WebQuests haben dabei eine klare Struktur, die die Arbeit der Schülerinnen und Schüler gliedert. Gleichzeitig ist die Methode für das projektorientierte Arbeiten in der Verbindung neuer und herkömmlicher Medien geeignet.
WebQuests wurden von Bernie Dodge und Tom March als äußerst anspruchsvolles Unterrichtskonzept 1995 an der San Diego State Universität entwickelt und werden von Lehrpersonen verschiedener Schulstufen sowie in der beruflichen Aus- und Fortbildung seitdem verwendet. Wesentlich scheint mir die vorgegebene Struktur, die das WebQuest in Einleitung, Aufgabe, Vorgehen, Quellen, Bewertung und Fazit unterteilt. Wichtig ist dabei, die "neuen" Medien genau dann zu verwenden, wenn es Vorteile gegenüber der Verwendung herkömmlicher Medien gibt.
Bei der Erprobung von WebQuests im Primarbereich zeigte sich, dass hier mehr Einschränkungen nötig sind, als zunächst gedacht. Daher war es erforderlich, die Methode zu adaptieren, was uns zu den Prima(r)WebQuests führte.
GrundsätzlichesDie meisten WebQuests werden in Gruppenarbeit bewältigt. Dabei können die Gruppen von den Schülerinnen und Schülern selbst gewählt oder vorher von der Lehrkraft gebildet werden. Unbedingt sollte das komplette WebQuest von den Schülerinnen und Schülern oder Schülergruppen vor dem Bearbeiten gelesen werden. So kann die Lehrperson anschließend allgemeine Fragen mit allen oder spezielle Fragen mit einzelnen Gruppen klären.Technische VoraussetzungenMan benötigt je Gruppe einen Computer, oder die Gruppen müssen nacheinander - eventuell im Rahmen des Wochenplans - ihre Arbeit erledigen. Ein Internetzugang für die Computer vereinfacht das Arbeiten, allerdings können auch die Seiten des WebQuest und dazugehörige verlinkte Seiten heruntergeladen und "offline" zur Verfügung gestellt werden. In vielen Fällen wird Word zur Verarbeitung einzelner Informationen oder zur Erstellung von Plakaten verwendet, seltener Excel zum Erstellen von Tabellen genutzt. Sollen Texte und Abbildungen ausgedruckt werden, muss ein Drucker bereitstehen. Die Verwendung von Power Point zur Präsentation hat sich bewährt. Dabei muss jedoch ein Beamer vorhanden sein und je nach Kenntnis der Schülerinnen und Schüler ein höherer Aufwand an Betreuung geleistet werden.
ZielsetzungDie Präsentation ist für die Schülerinnen und Schüler das Ziel des WebQuests. Es sollte nach einer optimalen Möglichkeit gesucht werden, dem Thema und den technischen Voraussetzungen angemessen, die eigenen Ergebnisse den Anderen zugänglich zu machen. Das WebQuest und die verwendeten Quellen sollten vom technischen Anspruch, vom Umfang und der Sprache den Lernvoraussetzungen und der Leistungsfähigkeit der Schüler entsprechen.
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Christof Schreiber ist Ausbilder am Studienseminar Hanau und am Institut für Didaktik der Mathematik der Universität Frankfurt / Main für das Projekt Lehr@mt tätig.
Mathematik, Zahl, WebQuest