Photoshop Elements in der Grundschule

Immer wieder teilen sich die Meinungen, welche Bildbearbeitungssoftware für die Grundschule sinnvoll ist. Einfache Programme wie Paint oder IrfanView reichen völlig aus, heißt es häufig. Was aber, wenn zum Beispiel ein Gesicht in den Farben aufgefrischt und dann noch in ein außerirdisches Wesen mit Spitzohren und Bart verwandelt werden soll?
 

Warum umständlich, wenn es auch einfach geht?

Dazu müssten die Kinder umständlich von einem Programm zum anderen wechseln. Gute Ergebnisse habe ich stattdessen mit Photoshop Elements, der "kleinen" Bildbearbeitung aus der Adobe Familie, gemacht. Es muss sich in seinen Features kaum hinter seinem im Bereich der digitalen Bildbearbeitung berühmten, aber für Schulen zu kostspieligen, großen Bruder Photoshop verstecken. Das Programm bietet zur grafischen Aufbereitung von Bildern nahezu alles, was auch Photoshop bereithält.

Funktionen

  • Bilder von Digitalkamera, Filmkamera und Scanner importieren
  • Fotos glätten/beschneiden/reparieren; rote Augen korrigieren
  • Automatische Farbkorrekturen, integrierte Farbverwaltung
  • Freistell-, Aufhell-, Gegenlicht-Funktion; Photomerge-Funktion für Panoramabilder
  • Abwedler und Nachbelichter; Schwamm für die Farbsättigung
  • Große Auswahl an Effekten, Stilen, Filtern, Pinseln und anderen grafischen Werkzeugen
  • Bilder, Texte und Grafiken auf Ebenen kombinieren, verschieben und abändern
  • Dateien für Druck, E-Mail oder Web ausgeben oder als PDF speichern
  • Fürs Web: Fotogalerie-Vorlagen; Animationswerkzeuge, 3D- und Lichteffekte; Textbuttons; Bilder komprimieren
  • Letzte Arbeitsschritte anzeigen und "Rückgängig"-Funktion; integrierter Bilderbrowser; Vorschaufunktion

Den Grossen eine lange Nase machen

Vom Einstieg ...

Der Einstieg in Photoshop Elements ist nicht komplizierter als beispielsweise in IrfanView. Die am häufigsten genutzen Funktionen, wie zum Beispiel die Veränderung der Bildgröße, von Aussschnitten oder der Tonwerte, erlernen die Kinder schnell. Richtig spannend wird es für sie natürlich, wenn sie mit den vielen vorhandenen Werkzeugen, Effekten oder Filtern experimentieren.

Der "Verflüssigen"-Filter ist aus meiner Erfahrung einer der beliebtesten, kann man mit diesem doch zum Beispiel bei Gesichtern sowohl die Ohren "spitzen" als auch den Erwachsenen eine lange Nase machen. Wird dieser Filter vorgestellt, mangelt es mit Sicherheit nicht an Motivation, auch anderes auszuprobieren.

 

… über das Erforschen …

Im Rahmen eines Projektthemas erstöbern sich die Kinder die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in Photoshop Elements meist von ganz allein. Ein Beispiel hierfür ist das Primolo-Projekt "Die Außerirdischen im Mediapark".

 

...und die konkrete Arbeit...

Die Kinder haben im Kölner Mediapark mit digitalen Kameras fotografiert und anschließend in der Schule mit Photoshop Elements experimentiert. Mit ihren ersten Bildprodukten erschufen sie eine virtuelle Scheinwelt von Außerirdischen und entwickelten daraus phantasievolle Geschichten.

Im weiteren Prozess wollten sie diese wiederum mit klareren Vorstellungen visuell umsetzen. Um auch anspruchsvolle Ergebnisse zu erzielen, müssen die Kinder das Prinzip der Arbeit in verschiedenen Ebenen erfassen. Das lässt sich verdeutlichen, indem man anhand aufeinander gelegter Folien demonstriert, wie einzelne Bildteile gestapelt und so zu einem Gesamtbild werden können. Bei Olis Ufo wurden zwei Fotos übereinander gelegt - zuunterst die Tiefgarage und darüber das Boot auf die zweite Ebene. Oli hat alle überflüssigen Bildteile vom Boot-Foto mit dem Radierwerkzeug entfernt, sodass das Foto der Tiefgarage durchscheint und das Boot hindurch zu schweben scheint.

... bis zum Aufstieg
Haben die Kinder das Ebenenprinzip verstanden, erforschen sie schnell selbständig immer weiter das Programm darin, was es an grafischen Elementen und Effekten bietet. Der optische Aufbau von Photoshop Elements entspricht dem von Photoshop. So führt der Einstieg in dieses Programm fließend zum Aufstieg in das komplexe Photoshop, das eher an weiterführenden Schulen zum Einsatz kommt.

Fazit

Das Programm bietet einen großen Funktionsumfang und dadurch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Seine vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten regen die Kreativität der Kinder an und laden sie zum Experimentieren und zum Stöbern durch die Funktionen ein. Sehr praktisch sind auch die so genannten "Rezepte". Das sind kurze Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die häufigsten Tätigkeiten. Durch den Bildaufbau in Ebenen üben sich die Kinder nicht nur in motorisch-technischen Fertigkeiten sondern auch in ihrem dreidimensionalen Vorstellungsvermögen. Das Programm verfügt über ein sehr gutes Hilfesystem. Photoshop Elements ist ein geeignetes Werkzeug, mit dem Schülerinnen und Schülern unter Anleitung kreative, phantasievolle Ergebnisse erzielen können.

Kurzinformation

TitelPhotoshop Elements 3.0
HerausgeberAdobe
Systemvoraussetzungen WindowsIntel® Pentium® III oder 4 ab 800 MHz,  256 MB RAM (mindestens 512 MB empfohlen), 600 MB freier Festplattenspeicher, DirectX 9 kompatibler Grafikkartentreiber, 16-Bit-Grafikkarte (XGA) für 1024 x 768 Punkt Monitorauflösung
CD-ROM-Laufwerk

Microsoft® Windows® XP Professional oder Home mit Service Pack 1; Windows 2000 mit Service Pack 4
Systemvoraussetzungen MACPowerPC® G3, G4 oder G5
256 MB RAM, 200 MB freier Festplattenspeicher
16-Bit-Grafikkarte (XGA) für 1024 x 768 Punkt Monitorauflösung
CD-ROM-Laufwerk

Mac OS X Version 10.2.8 oder 10.3
PreisFür Windows oder MacIntosh jeweils in der Education-Version: 61,- EUR
Adobe bietet ein neues Preismodell für Schüler,
Studierende und Lehrkräfte an. Siehe Zusatzinfo weiter unten!
Bezugsquelleco. Tec GmbH

Zusatzinformation

Informationen zur Autorin

Susanne Azimpoor ist Diplom-Sozialpädagogin und gestaltet für die Medienstelle des Kölner Jugendamtes und an Grundschulen Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen.

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