Stefan Schuch
18.07.2005

Recht gegen Unrecht: Das Militärtribunal in Nürnberg

Die kurze Unterrichtssequenz vermittelt die juristischen Grundlagen des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg und die Anklagepunkte gegen die NS-Kriegsverbrecher.
 

Am 14. November 1945 wurde der erste Prozess gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher der nationalsozialistischen Führung vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg eröffnet. Erstmals in der Geschichte mussten sich Politiker, Militärs und führende Persönlichkeiten der Wirtschaft persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Die Verhandlung fand vor dem eigens für den Prozess einberufenen Internationalen Militärgerichtshof (IMG) ("International Military Tribunal", IMT) statt und dauerte vom 14. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946. Der Hauptkriegsverbrecherprozess sowie die sich anschließenden Prozesse gegen Ärzte, Juristen und weitere führende Personen aus der Wirtschaft sind rechtshistorisch Vorläufer des 2003 eingerichteten Internationalen Strafgerichtshof (International Criminal Court, ICC) in Den Haag.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • die Vorüberlegungen und Beschlüsse, welche zur erstmaligen Einrichtung eines Kriegsverbrecherprozesses führten, kennen lernen.
  • sich über die Anklagepunkte informieren.
  • einen Einblick in die Haltung der nationalsozialistischen Angeklagten gewinnen.
  • hierbei auch die Besonderheiten des Nürnberger Prozesses und seine beabsichtigte Wirkung selbstständig erschließen.
  • das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen.
  • die recherchierten Fakten und Materialien selbstständig auswerten und beurteilen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaRecht gegen Unrecht: Das Militärtribunal in Nürnberg
AutorStefan Schuch
FachGeschichte
ZielgruppeKlasse 9/10 in Realschule und Gymnasium, gymnasiale Oberstufe
Zeitraumzwei bis drei Unterrichtsstunden (je nach Vertiefung und Erweiterung verlängerbar)
Technische AusstattungComputer mit Internetanschluss

Didaktisch-Methodischer Kommentar

Fächerübergreifende Ansätze
Die Unterrichtssequenz ist geeignet für den Geschichtsunterricht in den Klassen 9 und 10 oder in der gymnasialen Oberstufe. Gleichzeitig lassen sich Bezüge zu den Fächern Sozialkunde oder Religion/Ethik herstellen. Ein Vergleich mit Kriegsverbrecherprozessen gegen die Täter des Kosovo-Konflikts liefert beispielsweise ausreichenden Stoff für den Sozialkundeunterricht. Durch die Thematik kann eine Klasse im Fach Religion/Ethik gleichzeitig für die Verantwortung für das eigene Handeln, für die eigene Verpflichtung gegenüber ethischen Werten sensibilisiert werden und sich mit der moralischen Rechtfertigung der Bestrafung "sine lege" sowie den Kriegsverbrechen heute auseinander setzen.

Materialien auswerten und bewerten
Die Recherche im Internet ermöglicht einen raschen und gezielten Zugriff auf ausgewählte Informationen, die sowohl Text- als auch Bild-, Ton- und Filmmaterial umfassen. Die Internetseiten, die von den Schülerinnen und Schülern für ihre Informationsbeschaffung benutzt werden, sind vorab ausgewählt, so dass ein zielloses Umherirren im Netz vermieden wird. Dadurch bekommen die Schülerinnen und Schüler zwar vorgegeben, wo sie zu suchen haben, doch sie müssen die für ihre Aufgabe entsprechenden Fakten und Materialien selbstständig auswerten und weiterverarbeiten, was mit zu den eigentlichen Zielen der Sequenz gehört.

Download

Nuernberger Tribunal_ Arbeitsmaterialien.zip
Nuernberger Tribunal_Projektbeschreibung.pdf
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Stefan Schuch unterrichtet Deutsch und Geschichte am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

  • Stefan Schuch
    Hier können Sie Kontakt mit Herrn Schuch aufnehmen. Zudem finden Sie eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen des Autors.
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