FAST ... so schnell wie das Licht - Abenteuer der Erkenntnis

Der Computer ermöglicht neue attraktive Zugänge zur Speziellen Relativitätstheorie sowie faszinierende Kontexte zur Lorentztransformation. Computergrafiken ersetzen fehlende Vorerfahrungen durch die Visualisierung relativistischer Effekte und ermöglichen Aufgaben, die eigenständiges Erarbeiten initiieren.
 

Fast alle Zugänge zur Lorentztransformation im Unterricht arbeiten mit einem exzessiven Vorlauf an geometrischen Betrachtungen von Minkowskidiagrammen. Dieser Beitrag stellt eine bedenkenswerte Alternative vor. Computergenerierte Bildsequenzen und Filme, die relativistische Effekte simulieren, bieten in Verbindung mit Java-Applets und interaktiven JavaScript-Messtools faszinierende Möglichkeiten, um nicht nur Interesse für dieses Teilgebiet der modernen Physik zu wecken, sondern auch Kernaussagen der Speziellen Relativitätstheorie anschaulich zu vermitteln. Die naive Annahme, dass bei hohen Geschwindigkeiten alle Körper nur lorentzkontrahiert erscheinen, wird durch einen simulierten Flug durch ein fiktives Brandenburger Tor widerlegt. Ein Klick auf die Grafik mit der gewohnten Ansicht des Gebäudes (oben links) zeigt weitere geometrische Effekte, die durch Retardierung und Lichtaberration zustande kommen. Schülernahe Erklärungen sind möglich. Der modulare Aufbau der Unterrichtseinheit, die in drei verschiedenen Level durchgeführt werden kann, bietet interessante methodische Differenzierungsmöglichkeiten. Eine kurze Übersicht liefert dieses Popup.

Die Autorin dankt Prof. Dr. Hanns Ruder von der Theoretischen Astrophysik der Universität Tübingen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Frau PD Dr. Ute Kraus und Herrn Thomas Müller, die die Originaldateien der Simulationsfilme für diese Unterrichtseinheit zur Verfügung gestellt zu haben.

 

Kompetenzen

Da die Unterrichtseinheit inhaltlich einen weiten Bogen spannt, von der Galileitransformation über die Ableitung der Lorentztransformation bis hin zu Zeitdilatation und Längenkontraktion, beschränkt sich die folgende Liste auf Groblernziele, die jedoch levelabhängig (schnell, genauer, exakt) mit unterschiedlichen Feinlernzielen zu belegen und daher in unterschiedlicher Intensität zu realisieren sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • die Galileitransformation verstehen.
  • das Relativitätsprinzip der klassischen Mechanik kennen (Galileisches Relativitätsprinzip).
  • erkennen, dass die Galileitransformation modifizierungsbedürftig ist.
  • in der Lage sein, die Position eines ruhenden Objektes aus ausgewähltem Datenmaterial zu bestimmen (Computersimulation: Virtuelle Realität des Durchfluges durch ein Tor mit nichtrelativistischer Geschwindigkeit; siehe Modul 3.1).
  • Einblick in Retardierungseffekte gewinnen (Level 1: Modul 3.1, Level 2 und 3: Module 3.1 und 3.2).
  • Einblick in den Effekt der Lichtaberration erhalten (nur Level 3: Modul 3.3).
  • wissen, das Einsteins erstes Postulat eine lineare Gestalt der speziellen Lorentztransformation (bezüglich x und t ) erzwingt (siehe Modul 5).
  • erkennen, wie die Postulate Einsteins in die Herleitung der speziellen Lorentztransformation eingehen (siehe Modul 5).
  • eine elementarisierte Ableitung der Lorentztransformation kennen (siehe Modul 5).
  • die Begriffe Punktereignis, Abstand und Gleichzeitigkeit verstehen (nur Level 2 und 3: Module 6.1, 6.2 und 6.3).
  • den Begriff des Raum-Zeit-Kontinuums verstehen (erkennen, das räumliche und zeitliche Abstände nicht als voneinander unabhängig angesehen werden können; Level 1: Module 6.1 und 6.2, Level 2 und 3: Module 6.1, 6.2 und 6.3).
  • die Begriffe Längenkontraktion und Zeitdilatation kennen und die Fähigkeit erlangen, die entsprechenden mathematischen Relationen aus der speziellen Lorentztransformation herzuleiten (Level 1: Module 6.2 und 6.3, Level 2 und 3: Module 6.1, 6.2 und 6.3).
  • in der Lage sein, die Lorentzkontraktion einer schnell bewegten Kamera aus ausgewähltem Datenmaterial zu bestimmen (Computersimulation: Virtuelle Realität des Durchflugs durch ein Tor mit relativistischen Geschwindigkeiten; nur Level 3, Modul 6.4).

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDie Lorentztransformation -
Fundament der Speziellen Relativitätstheorie
AutorinDr. Sigrid M. Weber
FachPhysik
ZielgruppeSek II
Zeitraumvariabel, je nach Vertiefung und medientechnischen Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler; als Anhaltspunkt für Level 1: mindestens 6 Stunden plus Hausaufgabenphase (zur Bearbeitung der Aufgaben in Modul 1 und 3.1)
Technische VoraussetzungenComputer in ausreichender Anzahl für Einzel oder Partnerarbeit, ggf. Beamer, Browser mit Java-Plugin und Plugin zum Abspielen von MP4-Filmen (QuickTime Player) sowie aktiviertem JavaSkript. Alternativ zu den Plugins: Plattformabhängige Applikationen zum Ausführen von Java-Applets (Java Engine mit Appletviewer) und zum Abspielen von MP4-Filmen (QuickTime Player).
UnterrichtsplanungDas Popup verschafft Ihnen einen Überblick über die möglichen unterschiedlichen Anforderungsniveaus der Unterrichtseinheit, das sind die Level "schnell", "genauer", "exakt", sowie die in den jeweiligen Modulen eingesetzten digitalen Medien.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Download

lorentztransformation_materialien.zip
lorentztransformation_projektbeschreibung.zip
 

Internetadressen

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Dr. Sigrid M. Weber leitet als akademische Oberrätin die Abteilung Didaktik der Physik an der Universität Bayreuth und ist Mitglied im Z-MNU. Sie bildet Lehramtsstudenten mit Fach Physik für die Schularten Gymnasium, Berufsschule, Realschule, Hauptschule und Grundschule aus.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Dr. Sigrid M. Weber aufnehmen und finden eine Liste mit den Beiträgen der Autorin bei Lehrer-Online.
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