Die Anforderungen an die Schule von heute sind hoch. Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien wie PISA/TIMSS und IGLU hat sich die Kritik am deutschen Bildungssystem verstärkt. Die unterschiedlichsten Interessen- und Gesellschaftsgruppen tragen ihre Ansprüche an Schulen heran und fordern neue Wege und Inhalte des Lehrens und Lernens. Zudem sind die Schülerinnen und Schüler, die zukünftig Wirtschaft, Politik und Kultur mitbestimmen, vor schwierige Aufgaben gestellt. Wie werden sie umgehen mit den Herausforderungen der Globalisierung, der Klimaveränderung, den sozialen Spannungen vor der eigenen Haustür, aber auch mit der Armut in vielen Ländern der Erde? Eine Antwort bietet die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Global denken - lokal handelnBildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) führt Umweltbildung und entwicklungspolitische Bildung (Globales Lernen) in ein Konzept zusammen. Auf der Basis des Grundsatzes der Agenda 21 "Global denken - lokal handeln" werden Unterrichtsinhalte konzipiert, die an den Lebens- und Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen ansetzen und sie davon ausgehend an globale Zusammenhänge und vernetzte Strukturen heranführen sollen. Zentral sind die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Partizipativer UnterrichtDafür sind neue didaktische Ansätze notwendig, bei denen die Schülerinnen und Schüler an der Gestaltung und Auswahl von Unterrichtsthemen beteiligt sind und lernen, gemeinsam mit anderen Lösungen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten.
Vorbereitung auf Komplexe AufgabenZiel der BNE ist die Entwicklung von Gestaltungskompetenz, einem Kompetenzbündel, das Kinder und Jugendliche befähigt, komplexe Aufgaben und Probleme jetzt und in der Zukunft zu bewältigen. Das Konzept der Gestaltungskompetenz wurde von Prof. Dr. Gerhard de Haan und Dr. Dorothee Harenberg im Rahmen des Schulmodellprogramms der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) "21" und des Nachfolgeprogramms Transfer-21 entwickelt und erprobt. Mittlerweile beteiligen sich über 2000 Schulen bundesweit an diesem Programm.
Die zehn Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz
Diese Kompetenzen sollten Schülerinnen und Schüler mit einem mittleren Bildungsabschluss im Handlungsfeld "Bildung für nachhaltige Entwicklung" erworben haben.Dateigröße: 278 KB
Dieser Katalog soll Schulen unterstützen, ihre eigenen Stärken und Schwächen im Hinblick auf einzelne Felder der Qualitätsentwicklung untersuchen zu können.Dateigröße: 350 KB
Sabine Preußer ist Geschäftsführerin des Programms Transfer-21. Von 1998 bis 2003 war sie als Grundschullehrerin tätig, mit den Arbeitschwerpunkten Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Lernen mit digitalen Medien.