Stefan Schuch
10.07.2008

Kinderarbeit in England

Welches Ausmaß und welche Folgen die Kinderarbeit einst hatte und auch noch heute in manchen Ländern haben kann, erfahren die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtssequenz für Englisch oder den bilingualen Geschichtsunterricht.
 

Die Industrialisierung veränderte das Alltagsleben derer, die dann in den Fabriken ihr Brot verdienen mussten, grundlegend. Das Gewinnstreben und der Wettbewerb, insbesondere aber auch das Überangebot an Arbeitskräften, hielten den Lohn der Fabrikarbeiter niedrig. Wenn nur der Mann in der Familie Geld verdiente, genügte dies häufig nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Um Ernährung, Miete und Kleidung bezahlen zu können, mussten Frauen und Kinder ebenfalls arbeiten. In Deutschland per Gesetz seit 1839 (Preußen) verboten, scheint Kinderarbeit auf den ersten Blick ein rein historisches Phänomen zu sein und sich deutlich vom Ferienjob oder dem Jobben neben der Schule her zu unterscheiden. Doch auch heute noch gehört Kinderarbeit in vielen Ländern zum Alltag.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sich mit der historischen Dimension der Kinderarbeit in England auseinandersetzen.
  • die Umstände kennen lernen, unter denen Kinder in den frühen Fabriken arbeiten mussten.
  • die Folgen dieser schweren und inhumanen Arbeit kennen lernen.
  • erfahren, dass es auch heute noch viele Länder gibt, in denen Kinderarbeit zum Alltag gehört.
  • die Gründe für heutige Kinderarbeit eruieren und mit denen während der industriellen Revolution vergleichen.
  • ihren englischen Wortschatz erweitern und ihre Sprachkenntnisse vertiefen.
  • ihre Methodenkompetenz bei der Nutzung digitaler Medien schulen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaKinderarbeit in England - ein Projekt für den bilingualen Geschichtsunterricht
AutorStefan Schuch
FächerEnglisch, Geschichte (bilingual), Wirtschaft, Religion / Ethik
ZielgruppeSekundarstufe II, Gymnasium
Zeitumfang1-2 Stunden
Technische VoraussetzungenComputer mit Internetzugang für die Partnerarbeit

Didaktisch-methodischer Kommentar

Internet-Recherche: Fakten zur Kinderarbeit
In einem ersten Teil recherchieren die Schülerinnen und Schüler, welche Tätigkeiten Kinder in den Fabriken zu verrichten hatten, welche gesundheitlichen Schäden deswegen auftraten, wie lange Kinder täglich arbeiten mussten und wie hoch der Anteil der Kinder an der Arbeiterschaft war. So erschließen sie die historische Dimension und üben dabei auch den Umgang mit Tabellen und Grafiken sowie der entsprechenden Software.

Verfassen einer Petition aus Sicht eines Unternehmers
Im nächsten Schritt sollen die Lernenden handlungsorientiert eine Petition gegen die Kinderarbeit verfassen, bei der sie nicht aus der Sicht eines betroffenen Kindes, sondern aus der des Unternehmers argumentieren sollen. Durch diesen Perspektivenwechsel soll deutlich werden, dass soziale Verbesserungen durchaus auch im Sinne der Fabrikbesitzer sein konnten.

Freie Recherchearbeit: Gesetzliche Regeln
In den nächsten, dieses Mal freien Rechercheschritten finden die Schülerinnen und Schüler heraus, wann von staatlicher Seite die Kinderarbeit verboten wurde und wie die gesetzlichen Regeln heute lauten.

Diskussion: Warum gibt es auch heute noch Kinderarbeit?
Im letzten Teil der Unterrichtssequenz erfahren die Lernenden dann, dass Kinderarbeit kein rein historisches Phänomen ist, sondern auch heute aus ähnlichen Gründen wie im 19. Jahrhundert existiert und ähnlich schlimme Folgen für die Betroffenen hat. Als Abschluss kann eine Diskussion im Klassenverband initiiert werden, die der Frage nachgeht, warum es in bestimmten Ländern heute noch Kinderarbeit gibt.

Download

kinderarbeit_england_arbeitsblaetter.rar
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Stefan Schuch unterrichtet Deutsch und Geschichte am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

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