UN-Entwicklungsindex

Hoch-mittel-gering - der menschliche Entwicklungsindex auf dem Prüfstand. Ein Erfahrungsbericht zum Umgang mit dem Diercke-GIS-Datenbaustein "UN-Entwicklungsindex (HDI-GDI)" im Geographie-Unterricht der Jahrgangsstufe 12.
 

Das Thema "Entwicklungsländer - Entwicklungspolitik" wird in der Regel in der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufe 12) behandelt. Dabei können die SchülerInnen nur in geringem Maß an Vorwissen aus der Sekundarstufe I anknüpfen, denn dort sind die Begriffe "Industrie- und Entwicklungsländer" nur recht oberflächlich erarbeitet worden, zum Beispiel bei der Behandlung von Bevölkerungsproblemen in Indien oder China.

Wie ist das komplexe Thema in den Griff zu kriegen?

Zu vielseitig für Standardmethoden

Die Themenbereiche Entwicklungsländer und Entwicklungspolitik umfassen eine solche Fülle von Aspekten und Datenzusammenhängen, dass sie sich einer didaktischen Analyse für den Unterricht weitgehend zu entziehen scheinen. Manche Wege, die sich sonst zur Erschließung eines Themas eignen, sind hier kaum realisierbar. Zu vielfältig und vielschichtig sind die Aspekte, zu unterschiedlich die speziellen Bedingungen und Faktoren.

Makroebene oder Mikroebene?

Eine Reduzierung des Themas auf ein Grundmodell, zum Beispiel mithilfe eines Kaleidoskops, das die gesamte Problematik verdeutlichen könnte, scheint auf den ersten Blick verlockend. Dies wäre aber nur auf Kosten unzulässiger Vereinfachungen und Verallgemeinerungen umsetzbar, die einen erheblichen Realitätsverlust nach sich ziehen würden. Die zweite Möglichkeit, das Thema didaktisch in den Griff zu bekommen, wäre ein für eine bestimmte Entwicklung charakteristisches Land in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen. Auch dies erscheint nur bedingt sinnvoll, könnte der Einzelfall doch die Gesamtansicht der Problematik verstellen statt sie zu erhellen.

Ausweg: Der GIS-Datenbaustein zum UN-Entwicklungsindex

Verknüpfung der Ebenen

Die Diercke-GIS-Software und der Datenbaustein "UN-Entwicklungsindex HDI-GDI" bewältigen die Verknüpfung der Betrachtung von Makro- und Mikroebene hervorragend: Bei einer zunächst globalen Betrachtung der Staatengemeinschaft fallen Länder auf, deren Entwicklung besonders exemplarisch ist, und die in einer zweiten Phase genauer untersucht werden.

Einsatz des Datenbausteins im Unterricht

Die Verwendung des Datenbausteins empfiehlt sich aus fachlicher und softwaretechnischer Sicht in der Jahrgangsstufe 12, und dort im wesentlichen für einen Leistungskurs, da der Zeitaufwand für Grundkurs zu hoch wäre. Je nach Vertiefung des Themas sind für die Arbeit mit dem Datenbaustein etwa 20 bis 24 Unterrichtsstunden zu veranschlagen. Die Anforderungen, die an SchülerInnen und LehrerInnen gestellt werden, sind sehr hoch!

Fazit

Der hohe Einsatz wird belohnt

Der Einsatz des Datenbausteins fordert LehrerInnen und SchülerInnen ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Nervenstärke (besonders wenn sich die Views nicht öffnen lassen) ab. Der Arbeitsaufwand lohnt sich jedoch, da die SchülerInnen bei der Arbeit mit GIS deutlich motivierter und produktiver sind als im herkömmlichen Unterricht mit gebrauchsfertigen Statistiken, Kartogrammen und Kartodiagrammen. Der Unterricht zum Thema Entwicklungsländer kann mithilfe von Diercke GIS und Informationen aus dem Internet auf dem neuesten Stand gehalten und die Entwicklung eines Landes als dynamischer Prozess dokumentiert werden.

Indikatoren auf dem Prüfstand

Die Arbeit mit dem Datenbaustein zeigt auch deutlich, dass es im Rahmen der Thematik nicht nur um die Unterscheidung von Entwicklungsländern und Industrieländern geht, sondern dass die zugrunde liegenden Indikatoren kritisch-reflexiv betrachtet und ihre Aussagekraft und Gültigkeit hinterfragt werden müssen. Der Datenbaustein wird den Anforderungen an einen zeitgemäßen und aktuellen Erdkundeunterricht vollkommen gerecht.

Informationen zu der Autorin

Sandra Schmidtpott, Studienrätin, studierte die Fächer Mathematik und Erdkunde an der Georg-August-Universität Göttingen.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Frau Schmidtpott aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Liste mit weiteren Lehrer-Online-Beiträgen der Autorin.
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