Anja Mohr
12.04.2010

Fehlfarben und Fehldrucke: Experimentierfeld Drucker

Diese Unterrichtseinheit zeigt unterschiedliche Ansätze, den Drucker als gestalterisches Element in den künstlerischen Prozess experimentell einzubeziehen.
 

Wer kennt sie nicht, die ausgemusterten Drucker, die zu schade zum Wegwerfen (irgendwie funktionieren sie ja doch noch), aber zu unpräzise zum Einsetzen sind (so gut ist das Druckbild dann auch wieder nicht). Oft fristen sie ihr Dasein in kleinen Kammern, bis ihre größer werdende Zahl eine Entsorgung unabdingbar macht. Im Seminar "Fotografie und Inszenierung" an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg untersuchten Studierende unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten "in die Jahre gekommener" Drucker. Der Drucker diente dabei nicht als reproduzierendes Ausgabemedium im konventionellen Sinne. Er rückte vielmehr produktiv in den Mittelpunkt der Gestaltung.

Kompetenzen

Fachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • offen für experimentelle Herangehensweisen werden.
  • sich auf unerwartete und zufällige Prozesse einlassen.
  • lernen, die Kontrolle im bildnerischen Prozess abgeben zu können.
  • Stereotype, Klischees und Denkmuster erkennen und sie im gestalterischen Prozess thematisieren (Beispiel: Drucker müssen sauber, schnell, exakt und so "neutral" wie möglich das Bildschirmbild wiedergeben. Der Drucker darf keine eigene Handschrift erkennen lassen.).
  • die Struktur und Systematik von Bildstörungen und technische Fehlfunktionen als Basis für künstlerische Prozesse erkennen und weiterentwickeln.

Medienkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • vertiefende Einblicke in die Hard- und Software des Druckers und verschiedener Druckmaterialien erhalten (Schnittstelle/Interface: Digitalkamera, Computer, Drucker).
  • durch das Zusammenführen und Gegenüberstellen mindestens zweier Medien die jeweiligen medialen Charakteristika erarbeiten und vergleichend herausstellen können.

Sozialkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sich gegenseitig Hilfestellungen geben, da manche Arbeitsprozesse nur zu zweit ausgeführt werden können.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

AutorAnja Mohr
FachKunst
ZielgruppeSekundarstufe I
Zeitraum4 bis 6 Stunden für die Arbeit mit den Druckern
Hardwareausgemusterte Drucker
Weitere VoraussetzungenGrundlagenkenntnisse in der Computerarbeit

Didaktisch-methodischer Kommentar

Ziel der Druckerexperimente ist, generelle Erwartungen an Funktionsweisen von Medien und ästhetischen Standards zu hinterfragen und zu reflektieren. Eigentlich gewohnte Arbeitsweisen sollen im künstlerischen Prozess aufgebrochen und ungewöhnliche Strategien entwickelt werden. Nicht Akzeptanz ist gefragt, sondern Intervention. Möglicherweise versuchen gerade jüngere Kinder ganz intuitiv und stärker als Erwachsene die Grenzen der technischen Medien zu überschreiten, weil sie (noch) keinen Respekt vor dem Medium haben. So konnte zum Beispiel bei einem am Computer malenden Kind beobachtet werden, dass es der starren Menüführung und Bildschirmaufteilung scheinbar individuelle und chaotisch verlaufende Kreiskritzel entgegensetzte.

  • Mögliche Vorgehensweisen
    Auf dieser Seite werden einige Möglichkeiten zur Erstellung von Fehldrucken und Fehlfarben vorgestellt.

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Dr. Anja Mohr ist Kunstpädagogin und Künstlerin. Von 2004 bis 2008 arbeitete sie als Kunstlehrerin am Weidiggymnasium in Butzbach, von 2008 bis 2009 vertrat sie die Professur "Kunst-Vermittlung-Bildung" an der Universität Oldenburg. Seit September 2009 ist Anja Mohr wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für Wissensmedien (IWM) der Universität Koblenz-Landau.

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