Dabei wird die Anzahl der Wortnennungen dadurch berücksichtigt, dass "Wordle" in der grafischen Ausgabe häufige Nennungen durch Vergrößerung der Schrift für das betreffende Wort darstellt. Wird beispielsweise eine Sammlung von Obstsorten erstellt und der Begriff "Apfel" dreimal genannt, "Orange" aber nur einmal, so wird entsprechend ersterer dreimal so groß präsentiert wie letzterer.
"Wordle" kann sehr gut im Unterricht eingesetzt werden, da es von Seiten der Lehrkraft keinerlei Anmeldung oder Registrierung erfordert. "Wordle" ist offen und fordert seine Nutzerinnen und Nutzer lediglich auf, die erstellten Wort-Wolken für die "Wordle"-Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Außerdem zeichnet sich "Wordle" durch Intuitivität und einfache Gebrauchstauglichkeit aus, die keinerlei Vorkenntnisse oder technische Fertigkeiten erfordert. Die Ergebnisse entsprechen einem ästhetischen Standard, den man ohne Probleme als ansprechend bezeichnen kann. Sorge vor abschätzigen Schülerkommentaren - wie das bei manchem "alten" Schulbuch der Fall ist - braucht man nicht zu haben. Technisch gilt es zu beachten, dass die genutzten Rechner java-fähig sind. Bei "Wordle" ist es nicht zwingend notwendig, dass alle Schülerinnen und Schüler einen eigenen Rechner zur Verfügung haben. Es lassen sich durchaus Szenarien vorstellen, in denen wenige die Sammlung und Einpflege der Wortsammlungen übernehmen.
Den Ausschlag, "Wordle" als Werkzeug in den Unterricht aufzunehmen lieferte mein M14-Modul innerhalb meiner Ausbildung (zum Schwerpunkt Diagnostizieren). Dort wurden in der ersten Sitzung zwei Methoden der Lernstandsdiagnose (auch im Sinne der Selbsdiagnose für die Schüler) vorgestellt. Im Folgenden werden die beiden Methoden kurz erläutert:
Es gibt zwar didaktische, feine Unterschiede zwischen den Methoden mit unterschiedlichen Schwerpunkten - das soll aber hier nicht das Thema sein. Meine Lerngruppe war sich allerdings schnell einig, dass eine der Hauptschwierigkeiten der Methoden in der Auswertung liegt. Wenn 33 Sechstklässler ihre ABC-Listen vorstellen wollen und jedes Kind natürlich noch ein "total" wichtiges, anderes Wort mit H, L oder M gefunden hat, kann es schnell mal unübersichtlich werden.
Denkbare Anwendungsfelder bieten sich auch für andere Brainstorming-Situationen: das Ziel der nächsten Klassenfahrt oder die Auswahl des nächsten Jugendbuches für die Klassenlektüre. Überall dort, wo es darum geht, freie Assoziationen oder Ideensammlungen mehrerer Personen zu bündeln und nicht nach dem üblichen Reihumvorstellen von Vorschlägen vorzugehen, kann "Wordle" eine einfache und schnelle Unterstützung sein. Letztlich kann dieses Werkzeug eine ansprechende Alternative zur klassischen MindMap darstellen.
René Scheppler ist Referendar für Deutsch und Geschichte an der Bettinaschule in Frankfurt am Main. Er betreut das Projekt-Blog der Initiative D21 e.V. "Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft!"
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