Sven Ludwig
30.08.2010

Interaktives Whiteboard mit Wiimote zum "Selberbasteln"

In Zeiten straffer Sparkonzepte vieler Kommunen sind Anschaffungen in der Größenordnung eines interaktiven Whiteboards oftmals unrealistisch. Eine kostengünstige und simple Alternative ist das "Wiimote-Whiteboard".
 

Interaktive Whiteboards bieten vielerlei Möglichkeiten, um neben der herkömmlichen Kreidetafel auch multimediale und interaktive Elemente in den Unterricht einzubinden. Einige Städte und Bundesländer haben inzwischen Projekte gestartet und Schulen mit Whiteboards ausgestattet. Kommerzielle Anbieter dieser "Interaktiv-Boards" haben sich auf Bildungseinrichtungen eingestellt und bieten individuelle Konzepte und Pakete für Schulen an. Knackpunkt, neben eventueller technischer Zurückhaltung mancher Lehrkräfte, ist die flächendeckende Finanzierung der Geräte.

Das Wiimote-Whiteboard als kostengünstige Alternative

Das "Wiimote-Whiteboard" besteht aus dem Wiimote - dem Eingabegerät und Gamecontroller der Spielkonsole Wii - einem digitalen Stift, einem Beamer und einem Computer oder Notebook. Die nötige Software erhält man mitunter kostenlos im Internet. Das Gerät muss lediglich kalibriert werden und man kann loslegen. Abgesehen vom Beamer, der in vielen Schulen bereits zur Grundausstattung gehört, kann man sich so für rund 100 Euro ein eigenes "Whiteboard" basteln. Im Folgenden sollen die Technik sowie die Kalibrierung des Wiimote-Whiteboards kurz erklärt werden. Am Beispiel der Gutenbergschule in Wiesbaden wird vorgestellt, wie Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen eines Schulprojekts ein eigenes "Wiimote-Whiteboard" gebaut haben.

Das Wiimote-Whiteboard

Technik
Johnny Chung Lee, Doktorand an der Carnegie Mellon University, hatte die Idee, mithilfe einer Infrarotlichtkamera und einer Infrarotlichtquelle einen Computer zu steuern. Es entstand ein Touchscreen-Gerät. Im Klartext heißt dies, dass ein Stift, zum Beispiel ein ausgedienter Edding, mit einer Infrarotdiode, einer Batterie und einem Taster ausgestattet wird, dazu kommt zur Steuerung ein Wiimote-Controller, der über Bluetooth mit einem Computer verbunden wird. Per Software, zum Beispiel Smoothboard, kann nun der Computer kalibriert werden.

Software
Die bekannteste Software für das "Wiimote-Whiteboard" ist "Smoothboard". Man kann für Versuchszwecke eine kostenlose Version herunterladen. Die lizensierte Version kostet 29,99 $. Mit der Software kann man eine Computer-Oberfläche leicht in ein interaktives Whiteboard verwandeln. Die Installation ist selbstausführend und einfach. Ein erklärendes Video findet man auf der Smoothboard-Seite. Für Bildungseinrichtungen ist die alte Smoothboard-Lizenz sogar kostenlos.

Einsatz im Unterricht
Der Vorteil des "Wiimote-Whiteboards" ist, dass keine spezielle Tafel benötigt wird und es dadurch mobil ist. Lediglich der Beamer mit Wiimote und Stift müssen transportiert werden und gegebenenfalls noch ein Notebook, wobei es der Klassenrechner auch tut. So kann jede Lehrkraft die notwendige Technik mit in die Klassen oder für Vorträge mit in andere Räume nehmen. Projiziert werden kann auf fast alle Oberflächen. Die herkömmliche Software sowie das Internet können nun per "Whiteboard" in den Unterricht einbezogen werden.

Wiimote-Whiteboard-Projekt an der Gutenbergschule

Selbst ein Wiimote-Whiteboard bauen
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 der Gutenbergschule in Wiesbaden haben sich selbst ein "Wiimote-Whiteboard" gebaut. Die Lernenden, die einen Vortrag von IBM Studenten zum Thema gehört hatten, bekamen die Idee, mit Unterstützung von Zwölftklässlern einer Physik-AG ein eigenes Whiteboard zu bauen.

Kostengünstige Alternative zu kommerziellen Boards
An der Gutenbergschule wird seit einiger Zeit über die Anschaffung eines kommerziellen Boards diskutiert. Aber bisher wurde die Anschaffung aufgrund fehlender finanzieller Mittel verschoben. Im Vordergrund des Projekts stand deshalb zunächst, eine kostengünstigere Alternative für ein kommerzielles Board zu schaffen, um so die Medienausstattung der Schule zu verbessern.

Erfolgreiche Unmsetzung und Projektvorstellung
Darauf folgte die technische Umsetzung sowie später die Überprüfung der Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler stellten das erfolgreiche Projektergebnis im Rahmen der "MINT-Messe" im Hessischen Landtag begeisterten Besucherinnen und Besuchern vor. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Projektbericht, abrufbar auf der Schulwebsite.

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Informationen zum Autor

Sven Ludwig ist Lehrer an einer Grundschule in Wuppertal.

Kommentare zu diesem Beitrag
  • Begrifflichkeit wwagner, 06.09.2010 09:45
    Es wäre sehr sinnvoll, wenn von Beginn an vermieden würde, mißverständliche Begriffe zu verwenden. Ein "whiteboard" ist eine weiße Tafel, auf der man mit Filzstiften schreibt. Sie sind in anderen Ländern viel weiter verbreitet als in D. Sobald Beamer und Computer erforderlich sind, handelt es sich um aktive oder interaktive Whiteboards (wenn es schon neudeutsch sein muss).
  • Geht auch "einfacher" ;o) microge, 30.08.2010 17:55
    http://wiki.ubuntuusers.de/Wiimote
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