Die Ereignisse des Herbsts 1989 und die Deutsche Einheit 1990 sind fest verankert in den curricularen Vorgaben für die Sekundarstufe I aller Bundesländer. Für den Geschichtsunterricht stellt sich die Herausforderung, dass die Schülerinnen und Schüler diese unmittelbare Geschichte - die das Geschichts- und Identitätsbewusstsein der Deutschen veränderte - selbst schon nicht mehr erlebt haben. Eine Vielzahl multimedial aufbereiteter Quellen, Darstellungen und anderer geschichtskultureller Zeugnisse stehen online zur Verfügung. So können die Lernenden erkennen, dass "Mauerfall" und Wiedervereinigung damals wie heute unterschiedlich beurteilt wurden und werden. Die Auseinandersetzung mit diesen Deutungen ist wesentlicher Bestandteil kompetenzorientierten historischen Lernens und kann durch den Einsatz der WebQuests besonders gefördert werden. Zusätzlich unterstützen die WebQuests produktorientierte, selbstorganisierte Lernprozesse.
Die Schülerinnen und Schüler können
VorkenntnisseDie beiden hier vorgestellten WebQuests setzen die Einbettung in den Unterricht und die vorangehende Behandlung der Gründung der zwei deutschen Staaten, des Mauerbaus sowie der nachfolgenden Entwicklung voraus. Der Schwierigkeitsgrad der beiden WebQuests ist in hohem Maße davon abhängig, in wieweit die Schülerinnen und Schüler mit selbstständigem Recherchieren und Arbeiten in Kleingruppen und offenen Arbeitsformen vertraut sind.
Virtuelles RollenspielBeide WebQuests verfolgen einen handlungsorientierten Ansatz: Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die Rollen von Journalisten oder Verfassern von Leserbriefen für ein Nachrichtenmagazin. Dabei wird in vorbildlicher Weise die selbstständige Recherche von Informationen zum Thema im Internet und der Schul- oder Stadtbibliothek gefördert.
Ablauf des UnterrichtsDetaillierte Informationen zum Ablauf der etwa sechs- bis achtstündigen Unterrichtsreihe sowie weiterführende didaktisch-methodische Hinweise finden sich unter dem Menüpunkt "Hilfe für Lehrkräfte" in den WebQuests.
Die beiden WebQuests wurden erstellt von Britta Wehen, Claudia Schaaf, Insa Friedrichs und Jana Nelaimischkies, Studierende der Übung "Neue Medien im Geschichtsunterricht", die im Sommersemester 2010 unter der Leitung von Daniel Eisenmenger und Thomas Spahn an der Universität Oldenburg stattfand. Thomas Spahn unterrichtet Geschichte und Englisch am Gymnasium Westerstede und arbeitet als Lehrerfortbildner zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Er war bis 2009 Geschäftsführender Vorstand des Vereins "Lernen aus der Geschichte", dessen Lernplattform in der Übung eingesetzt wurde.Daniel Eisenmenger unterrichtet Geschichte, Französisch und Spanisch am Eichendorff-Gymnasium Koblenz. Er arbeitet zudem als regionaler Koordinator im Programm "Medienkompetenz macht Schule" am Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz.
20. Jahrhundert, deutsche Teilung, Gesellschaft