Egal, mit welchem interaktiven Whiteboard Sie arbeiten, welche Board-Software Sie nutzen - jede dieser Softwarelösungen ermöglicht es Ihnen, alle Medien in digitalisierter Form in Ihr Tafelbild zu integrieren. Doch auch wie beim herkömmlichen Tafelbild gilt: Weniger ist mehr. Wichtig bei allen Tafelbildern ist die Verwendung einer nicht zu kleinen Schriftgröße. Nutzen Sie zudem keine Serifenschrift. Vermeiden Sie zudem bunte Hintergründe, und nutzen Sie den Kontrast von dunkler Schrift auf weißem Hintergrund. Arbeiten Sie mit Farbe, aber am besten so, dass Sie diese dezent einsetzen. Letztendlich gelten dieselben Vorgaben wie für die Erstellung einer guten PowerPoint-Präsentation.
Besonders bei komplexeren Sachverhalten können kurze Filmsequenzen oder Animationen gute Erklärungshilfen leisten. Wenn Sie mit Ihrem interaktiven Whiteboard online sind, nutzen Sie diese Möglichkeit und binden Sie solche Filmausschnitte und Animationen in Ihr Tafelbild mit ein. Über eine Schaltfläche oder einen eingebauten Link lässt sich dann die Filmsequenz starten, anhalten oder kommentieren. Sie können sogar Standbilder einzeln übernehmen und erläutern.
Wie bei einem herkömmlichen Tafelbild an der Kreidetafel gehen Sie auch innerhalb der interaktiven Whiteboard-Software vor. Sie gestalten Überschriften und Teilüberschriften, binden Schaubilder ein und geben Lösungen etwa auf Wortkarten vor, die die Schülerinnen und Schüler später den einzelnen Bildern oder Grafiken zuordnen. Über eingezeichnete Pfeile und Linien werden später zum Beispiel Sachverhalte am Tafelbild erklärt. Wichtig ist, dass Sie die einzelnen Schritte der Entstehung des späteren Tafelbildes bereits komplett am Rechner, mit Ausnahme der fertig gelösten interaktiven Übungen (wie etwa Zuordnungen von Wortkarten) vorbereiten.
Am Anfang steht die leere TafelseiteIm Gegensatz zum klassischen Tafelbild, bei dem alle vorbereiteten Elemente schon sichtbar positioniert sind - meist abgedeckte oder umgedrehte Bilder und Wortkarten mit Magneten befestigt - kann beim interaktiven Whiteboard mit einer scheinbar völlig leeren Tafelseite gestartet werden. Alle vorbereiteten Elemente sind quasi unsichtbar verborgen. Sie erreichen diesen Effekt, in dem Sie entsprechend Ihrer Hintergrundfarbe, gleichfarbige Flächen dazu nutzen, um Ihre Tafelinhalte zu überdecken. Durch das Verschieben oder Löschen der Abdeckelemente werden daraufhin die darunter liegenden Inhalte sichtbar.
Position und Reihenfolge im BlickLetztendlich können Sie sich auch damit behelfen, dass Sie die einzelnen Abdeckelemente nummerieren oder mit einem Grafikelement versehen, damit Sie bei der Entstehung des dynamischen Tafelbildes die Reihenfolge richtig einhalten. Bei dieser Technik lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler nur auf das Wichtigste und Besprochene. Hinter jeder Abdeckung befindet sich ein neuer Baustein oder ein Hinweis, eine Erklärung oder eine interaktive Übung, die aus dem Gesamttafelbild später ein Gesamtwerk entstehen lassen. Die Schülerinnen und Schüler erleben den schrittweisen Aufbau und die Erläuterung des Lerninhaltes viel systematischer, und letztendlich begreifen sie den Lerninhalt besser.
Jürgen Schlieszeit ist Lehrer und Medienpädagoge.
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