Jens Joachim
30.01.2004

Sozioökonomische Differenzierung einer Stadt mit GIS

Ein überzeugendes Argument für den Einsatz eines GIS ist die Möglichkeit, auf viele aktuelle thematische Karten zurückzugreifen und diese mithilfe des Abfragemanagers nach eigenen Fragestellungen auswerten zu können. Am Beispiel der Stadt Leipzig wird dies mit dem kostenlosen ArcExplorer demonstriert. In der Ergebnisdiskussion soll die Beseitigung von Disparitäten als Notwendigkeit der Stadtplanung verdeutlicht werden.
 

Zu den Merkmalen einer Stadt gehört ihre innere Differenzierung. Atlanten bieten zu dieser Thematik vergleichsweise wenig Informationen und Materialien. Mit dem hier vorgestellten GIS-Projekt Leipzig können einzelne Ortsteile analysiert und miteinander verglichen werden. Dabei lassen sich vielfältige Indikatoren, wie zum Beispiel der Anteil der Arbeitslosengeld- und Sozialhilfeempfänger, die Häufigkeit von Straftaten oder Kfz-Besitz, in Abfragen beliebig kombinieren. Auf diese Weise entsteht ein differenziertes Bild einer Großstadt. Daran lassen sich Diskussionen anschließen, in welchen die zuvor aufgestellten Thesen kritisch geprüft werden und in die auch eigene Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einfließen. Diskursfähigkeit wird so an einem konkreten Sachverhalt geschult. Die Stadt Leipzig gibt alle zwei Jahre einen sehr differenzierten Ortsteilkatalog heraus. Aus diesem Datenmaterial wurde mit Unterstützung der Universität Leipzig das in dieser Unterrichtseinheit verwendete Projekt erstellt.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Indikatoren einer sozioökonomischen Differenzierung finden.
  • Abfragen für die Ermittlung von Disparitäten erstellen und anhand der erzeugten Karten erkennen.
  • Ursachen von Unterschieden beschreiben und mögliche Folgen diskutieren.
  • die Notwendigkeit des Abbaus von Disparitäten innerhalb der Stadt erkennen.
  • sich kritisch mit der Aussagekraft von Durchschnittszahlen auseinandersetzen.
  • den Umgang mit dem ArcExplorer und in erster Linie dem Abfragemanager lernen.
  • die Arbeit am Computer als kommunikative und interaktive Gruppenarbeit verstehen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaSozioökonomische Differenzierung einer Stadt mit GIS am Beispiel Leipzigs
AutorJens Joachim
FächerGeografie, Politik, Sozialwissenschaften
ZielgruppeSekundarstufe II
Zeitraum2-4 Stunden (möglichst Doppelstunden)
Technische Voraussetzung1 Rechner pro Arbeitsgruppe (2-3 Lernende), Beamer
SoftwareArcExplorer (kostenloser Download)

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Verwendung des ArcExplorers (ESRI Geoinformatik GmbH) konfrontiert die Schülerinnen und Schüler mit einer zeitgemäßen geografischen Arbeitsmethode zur Gewinnung und Auswertung von Informationen. Die einfache Bedienbarkeit der Software ermöglicht eine schrittweise Analyse und zunehmende Komplexität des Vorgehens. Aufgrund der Vielfalt der erhobenen Kennzahlen kann das Projekt für weitere Themen (zum Beispiel innerstädtische Migration, Gewerbedichte) in der Behandlung von Städten hinzugezogen werden.

  • Voraussetzungen
    Neben den fachlichen Voraussetzungen ist eine Einarbeitung in den ArcExplorer erforderlich. Dafür steht eine PowerPoint-Präsentation zur Verfügung.

Download

stadtdifferenzierung_arbeitsmaterialien.zip
stadtdifferenzierung_daten_leipzig.zip
 

Informationen zum Autor

Jens Joachim unterrichtet am F.-A.-Brockhaus Gymnasium Leipzig Geografie, Mathematik und Informatik. Er ist zudem Fachberater für Geografie und leitet den Arbeitskreis "GIS in Sachsen", der unterrichtsfertige Projekte nach dem sächsischen Lehrplan erstellt.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
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