Dr. Anja Mohr
19.03.2009

Mit der Digitalkamera auf Spurensuche

In dieser Unterrichtseinheit wird die Schulumgebung zum Ausgangspunkt bildkünstlerischen Erkundens mittels Digitalkamera und Computer. Fotografien werden von den Kindern neu interpretiert und anschließend digital umgestaltet.
 

Bei diesem Projekt halten Schülerinnen und Schüler in einer ersten Phase innerhalb und außerhalb der Schule nach alltäglichen, jedoch irritierenden, Fundstücken und -orten Ausschau und nehmen diese mit der Digitalkamera auf. Die eigentlich unbedeutenden Dinge und Strukturen, wie Löcher im Sichtbeton, unverputzte Backsteine, eine Wasserpfütze oder ein weggeworfenes Taschentuch, werden in der nächsten Arbeitsphase am Computer ihres Ursprungs enthoben und zu neuem, ästhetischem Leben "erweckt". Die innerhalb der Unterrichtseinheit "Von Fundstücken und -orten: Mit der Digitalkamera auf Spurensuche" entstandene Serie "Taschentuch, Fallschirm oder Schmetterling" wurde mit dem ersten Platz des Wettbewerbs "Bilder lehren, Lehrer bilden" ausgezeichnet.

Kompetenzen

Fachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • ihre Schule als einen Ort zur künstlerischen Erforschung und Erkundung wahrnehmen.
  • lernen, dass sich der Schulraum als Ausgangsort für Bilder eignet.
  • erfahren, dass eigentlich unbedeutende Dinge im bildnerischen Prozess bedeutsam werden können.
  • charakteristische Bildwirkungen von unterschiedlichen Medien kennen lernen.
  • lernen, eine andere Perspektive einzunehmen und eine andere Sicht auf die Dinge zuzulassen.
  • lernen, Bilder zu beschreiben.

Medienkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • den Umgang mit der Digitalkamera und die Wirkung unterschiedlicher Aufnahmemöglichkeiten wie Perspektivwechsel und Zoom kennen lernen.
  • lernen, Bilder von der Digitalkamera auf den Computer zu übertragen.
  • unterschiedliche Computerprogramme als künstlerische Medien kennen lernen.
  • die für das bildnerische digitale Arbeiten charakteristischen Arbeitsprozesse kennen lernen (Ausschneiden, Kopieren, Drehen, Skalieren und Versetzen von Bildelementen).
  • erfahren, dass jedes Medium eine spezielle Sicht auf Dinge und Orte bedingt.

Sozialkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • den gesamten Schulraum als einen veränderbaren Raum erfahren, an dem sie teilhaben können.
  • in Gruppen mit der Digitalkamera arbeiten und dabei gemeinsam innerhalb und außerhalb der Schule nach Motiven suchen.
  • selbst fotografierte Bilder zur weiteren Bearbeitung für die Gruppe zur Verfügung stellen.
  • gemeinsam Bildmerkmale herausstellen und darüber diskutieren, welche Motive sich am besten zur weiteren Bearbeitung eignen.
  • gemeinsam darüber entscheiden, wer welche Motive bearbeitet.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaVon Fundstücken und -orten. Mit der Digitalkamera auf Spurensuche
AutorinAnja Mohr
FachKunst
Zielgruppe3-7 Schuljahr
Zeitraum8-10 Stunden für die Erstellung von Bildern; für die Erstellung einer PowerPoint-Präsentation müssen je nach Vorkenntnissen insgesamt 12-14 Stunden eingeplant werden
Benötigte SoftwarePaint, Artrage (Freeware), für den Alternativvorschlag zusätzlich PowerPoint
Technische VoraussetzungenDigitalkamera, Beamer, Computer, Drucker
PlanungTabellarischer Verlaufsplan

Didaktisch-methodischer Kommentar

Fremdes im Vertrauten entdecken
Für Schülerinnen und Schüler bildet der Schulraum einen ganz selbstverständlichen Ort, der nicht weiter hinterfragt wird. Eingebettet in einen routinierten Ablauf gehen sie tagaus, tagein gewohnte Wege über oftmals lange Flure und breite Treppen, bis sie schließlich im eigenen Klassenzimmer ankommen. Was aber steckt hinter diesen Orten? Sind sie auch bei genauerer Betrachtung noch bekannt oder gibt es Stellen, die bei näherem Hinsehen irgendwie befremden? Hier möchte das Unterrichtsprojekt ansetzen.

Verschiedene Perspektiven erkennen
Das Projekt zielt auf die Erkundung des näheren Schulumfelds und auf die Sensibilisierung für ungewöhnliche Orte und Strukturen. Indem diese mit der Digitalkamera festgehalten und am Computer bearbeitet werden, sollen die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel gefördert und das bildnerisch-ästhetische Ausdrucks- und Erfahrungsvermögen erweitert werden. Dabei soll die Auseinandersetzung mit den digitalen Medien als ein gestalterischer Weg verstanden werden, mit dem oder durch den Orte und Dinge entdeckt und verändert werden können.

  • Durchführung des Projekts
    Die Kinder erkunden ihre Schulumgebung, fotografieren Alltagsgegenstände, assoziieren neue Motive zu den Fotos und gestalten diese mit den Malprogrammen Paint und Artrage.

Download

die_verwandlung.ppt
 

Internetadresse

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Dr. Anja Mohr ist Kunstpädagogin und Künstlerin. Von 2004 bis 2008 arbeitete sie als Kunstlehrerin am Weidiggymnasium in Butzbach, derzeit vertritt sie die Professur "Kunstpädagogik/Kunstdidaktik" an der Universität Duisburg-Essen.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Frau Dr. Mohr aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen der Autorin.
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