Die Methode des Rechtschreiblernens nach Sommer-Stumpenhorst beruht auf einem regelbasierten Vorgehen beim Erwerb der Schriftsprache. Die Lernprogramme "Ratten raten" und "Laut-Buchstaben-Sortiermaschine" für Schülerinnen und Schüler der Grundschule integrieren sich in das Konzept der Rechtschreibwerkstatt. Sie können aber auch zusätzlich zu anderen Konzepten ergänzend im Unterricht eingesetzt werden.
Hörverstehen"Ratten raten 1.0" ist ein Vokal-Hörprogramm. Die Kinder werden persönlich von Graf Ortho, dem Chef der Rechtschreibwerkstatt, begrüßt. Dieser erklärt auch später in der Hilfsfunktion das Programm per Audio-File.
Die Schülerinnen und Schüler sollen zu den Bildchen bestimmen, um welchen Vokal und ob es sich um einen lang oder kurz gesprochenen Vokal handelt. Zum Beispiel: "Welchen Vokal hörst du in dem Wort Fisch?" (Abb. 1, bitte anklicken). Das Programm spricht die Wörter langsam und schnell vor. Die Nutzerinnen und Nutzer müssen das Wort nachsprechen und später entscheiden, um welchen Vokal es sich handelt. Wenn die Kinder diese Übung verstanden und ausreichend geübt haben, wird zusätzlich trainiert, welche Folgekonsonanten zu hören sind.
Praktische FunktionenSoll das gesprochene Wort noch einmal gesprochen werden, kann die Funktion "Hören" erneut angeklickt werden. Die Kinder bekommen sofort eine Rückmeldung, ob ihre Lösung richtig oder falsch ist. Außerdem können sich die Schülerinnen und Schüler genau wie die Lehrkräfte über den Lernfortschritt informieren. Die Kinder können den Schwierigkeitsgrad selbst wählen, erhalten aber bei Fehleranhäufung von Graf Ortho den Tipp, mit einer leichteren Übung weiterzuarbeiten.Positive ResonanzDas Programm besitzt keine Animationen. Die verwendeten Bilder kennen die Kinder aus den anderen Materialien der Rechtschreibwerkstatt. Diese sind auch für unerfahrene Kinder leicht wieder zu erkennen. Die auf den ersten Blick trocken erscheinenden Übungen kommen bei den Kindern dennoch gut an.
Auch für die VorschuleDie "Laut-Buchstaben-Sortiermaschine" ist für Vorschulkinder ebenso wie für Kinder der ersten Klasse geeignet. Um erfolgreich lesen und schreiben zu können, müssen Kinder Laute den passenden Buchstaben zuordnen können. Dies wird mit diesem Programm geübt.
Die Software enthält zwölf Schwierigkeitsgrade. Die Kinder üben das Erkennen von Lauten am Wortanfang, im Wortinnern und am Wortende. Zum Beispiel: "Hörst Du ein O am Wortanfang?" (Abb. 2, bitte anklicken). Dazu werden ihnen Bilder zu den Wörtern gezeigt und diese wie im vorangegangenen Programm vorgesprochen. Die Kinder entscheiden nun, mit welchem Vokal das Wort beginnt.
Lernerfolge messenDas Programm gibt sofortige Rückmeldung, ob die Antwort richtig oder falsch ist. Wie im ersten Programm bekommen die Lehrkraft sowie die Schülerinnen und Schüler eine Lernerfolgskontrolle in Form einer Statistik der richtigen und falschen Wörter angezeigt.Verschiedene Sprachen zur AuswahlSicherlich einzigartig ist, dass die Kinder die Wörter auch in Englisch vorgesprochen bekommen können, und für Kinder mit Migrationshintergund die Wörter in verschiedene Fremdsprachen übersetzt werden.
Weckt den EhrgeizInsgesamt überzeugen die getesteten Materialien der Rechtschreibwerkstatt. Die Kinder arbeiten gerne mit den Lautübungen der Software und auch mit dem Karteimaterial, das mir als Lehrkraft zunächst etwas monoton erschien. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Schülerinnen und Schüler gerne und selbstständig mit dem Material arbeiten. Anhand des "Haus-Posters" sehen die Kinder ihre Fortschritte und wollen unbedingt im "Haus der Rechtschreibung" voranschreiten.Schult die SelbstorganisationEin positiver Effekt neben dem des differenzierenden Rechtschreiblernens ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenz hinsichtlich der Organisation ihres Arbeitens steigern, da sie mit der Zeit selbstständig zwischen dem Lernangebot auswählen können und ihre Fortschritte dokumentieren müssen. Aufgrund der Fülle der Materialien empfiehlt es sich, zunächst nur einen Teil des Programms einzusetzen und später den Unterricht durch neue Übungen zu ergänzen.
Sven Ludwig ist Lehrer an einer Grundschule in Pulheim-Stommeln.
Leseförderung, Rechtschreibförderung