Dieser Beitrag soll dazu anregen, den Film "Poem" als Lehr- und Lernmedium im Deutschuntericht verschiedener Jahrgangsstufen einzusetzen. Im Zentrum steht hierbei die Frage, inwieweit sich das Internet als "multimediale Verlängerung" zur Beschäftigung mit Gedichten und Film eignet. Konkrete Linkverweise und didaktische Anregungen liefern praktische Umsetzungsideen für den modernen Lyrikunterricht.
Gedichte werden heutzutage in den westlichen Gesellschaften nur noch wenig beachtet. Wahre Lyrikliebhaber bilden eine Minderheit - eine Tatsache, die auch Deutschlands Klassenzimmern nicht verborgen bleibt. Bei Jugendlichen löst die Beschäftigung mit Lyrik häufig genervte Unmutsbekundungen aus. Bietet sich allerdings - wie mit dem Film "Poem" - ein neuer Zugang zur Beschäftigung mit Gedichten, sollte dieser dringend genutzt werden. Gerade Jugendlichen öffnet Schmerbergs Film eine neue Tür zur Welt der Poesie.
Für den Einsatz von "Poem" im Unterricht spricht nicht nur die hohe Empfänglichkeit Jugendlicher für das Medium Film. Lernenden Jugendlichen kommen vor allem zwei Komponenten entgegen: die eindrucksvollen Bilder Schmerbergs und die Vorträge von Darstellern wie Klaus Maria Brandauer und Meret Becker.
Das Internet als Informationsquelle"Wer den Dichter will verstehen, muss in dessen Lande gehen", dies hat uns schon Goethe gelehrt. Fasst man den Begriff der "Lande" etwas breiter, so eignet sich nichts besser als ein Blick auf die Biografien und Werke der Dichter, um ein Gedicht richtig verstehen und erfolgreich interpretieren zu können. Wo sollte man reichere und gleichzeitig leichter zugängliche Informationen finden als in "der größten Bibliothek der Welt": dem Internet? Drei mögliche "Tiefen" der Recherche zu den Dichtern und zum Medium Film möchten wir vorstellen:
Hintergrundinformationen aus dem NetzEinige deutschsprachige Autorendatenbanken ermöglichen es, zentrale Informationen zu den verschiedensten Autoren in kurzer Zeit zu sammeln.
Referate und Facharbeiten zu den DichternSoll eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit einzelnen Dichtern, die im Film Erwähnung finden, erfolgen (beispielsweise für Referate oder Facharbeiten), sei auf die autorenspezifischen Webseiten verwiesen.
Grundlagen der Filmanalyse erarbeitenDas Internet stellt jedoch nicht nur hinsichtlich der Beschäftigung mit Dichtern eine hervorragende Informationsquelle dar, sondern eignet sich auch als "Lehrbuch" für die Filmanalyse.
Mediale BegeisterungFür die Aufarbeitung des Films "Poem" und seiner Inhalte mithilfe des Internets spricht der doppelte Lerneffekt: Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur den Film, Gedichte und Dichter besser kennen, sondern können auch auf hohem Niveau Methoden der Internetrecherche und der Informationsverarbeitung erproben. Ein multimedialer Lyrikunterricht, der gedrucktes Gedicht, Film und Internet auf sinnvolle Weise miteinander verbindet, dürfte auf großen Zuspruch treffen!Popidole verführen zum ZuschauenEventuelle jugendliche Skeptiker seien darauf verwiesen, dass in Schillers "Ode an die Freude" Smudo von den Fantastischen Vier - der sicherlich zu den großen deutschen Popidolen zählt - splitterfasernackt mit Farbbeuteln um sich wirft. Man kann davon ausgehen, dass diese Szene zumindest großes Aufsehen erregen wird. Und vielleicht lässt sich der eine oder die andere doch noch davon überzeugen, dass Gedichte heute wieder "in" sind.
absolvierte das Magisterstudium der Kommunikations- und Filmwissenschaften an der TU und FU Berlin; die Promotion an der TU Berlin zum Thema: "Wirkungen von Daily Soaps auf Jugendliche" folgte. Zurzeit ist sie im Bereich der Jugend- und Trendforschung tätig.
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