Anregungen für die Online-Bibelarbeit

Wie kann die Online-Bibel nun also ganz praktisch den Unterricht bereichern?

Bibeltext bearbeiten

Copy, paste und präsentieren
Durch blitzschnelles "Kopieren" und "Einfügen" stehen auch längere Textpassagen in einem Textverarbeitungsprogramm (beispielsweise Word) oder einem Präsentationsprogramm (etwa PowerPoint) zur kreativen Weiterarbeit zur Verfügung.

Beispielaufgaben
Einige Beispiele für kreative Bearbeitung von Bibeltexten mit dem PC, die übrigens - durchaus im Sinne eines handlungsorientierten Unterrichts - von Schülern für Schüler geleistet werden kann:

  • Erstellen eines Lückentextes
    (einfache Variante: Lückenwörter am Textende alphabetisch sortiert angeben; "verschärfte" Variante: Lückenwörter müssen erraten werden)
  • Kürzung
    (einen Text mithilfe der Löschfunktion auf seinen unverzichtbaren Kern reduzieren lassen)
  • Textrekonstruktion
    (durcheinander geratene Sätze ordnen lassen)
  • Humorvolle Textverfremdung
    (mit der Funktion "Suchen/Ersetzen" die Vokale e, i, o, u jeweils durch den Vokal a ersetzen lassen; anschließend den Text rekonstruieren lassen)

Übersetzungsvergleich

Sprachliche Wirkungen testen
Eine Reihe von Bibelservern bietet gleichzeitig mehrere Bibelausgaben an, deren Übersetzungsunterschiede bei Bedarf miteinander verglichen werden können.

Beispielaufgabe
Sie fügen in Ihrem Textverarbeitungsprogramm eine Tabelle mit drei Spalten und zwei Zeilen ein. In die erste Zeile schreiben Sie als Spaltenüberschrift die Namen der jeweiligen Übersetzung, also etwa Luther oder Einheitsübersetzung. In die zweite Zeile fügen Sie durch das altbekannte Kopieren-Einfügen die korrespondierenden Übersetzung von einem Bibelserver. - Fertig!

Das Arbeitsblatt mit den unterschiedlichen Übersetzungen kann einen sehr guten Startpunkt dafür bieten, sich entweder dem "Kern" der einzelnen Textpassagen anzunähern oder aber, vielleicht sogar noch wichtiger, bei den Lernenden die Frage aufwerfen, welche Textversion "für mich" die bessere ist. Sich einen Text durch solche persönlichen Wertungen "zu eigen" zu machen, ist ungleich wertvoller als ein rein textanalytisches Vorgehen.

Schreibend analysieren und verstehen

"Meine" Übersetzung
Analog zum eben genannten Übersetzungsvergleich lässt sich auf die gleiche Art und Weise auch eine bereits vorhandene Übersetzung aktualisieren oder personalisieren: Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, in die linke Spalte etwa die Luther-Übersetzung einer vorgegebenen oder auch selbst gewählten Bibelstelle zu kopieren und dann in die rechte Spalte ihre eigene, durchaus auch umgangssprachlich- oder auch dialektgefärbte Privatübersetzung zu schreiben.

Illustration der Lieblingsstelle

Mein Lieblingsgleichnis
Die Lernenden sollen in einer Online-Bibel ihr Lieblingsgleichnis (oder eine andere Bibelstelle) suchen, in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren und zusammen mit einer schönen Schriftart und einer geeigneten Illustration (Cliparts, selbst aufgenommene Digitalbilder, Bilder aus dem Web) zu einer Seite mit ansprechendem Layout umarbeiten. Dieses Prozedere hebt den "Wert" der gewählten Textstelle ähnlich wie eine sorgfältig gestaltete Seite aus einer Gutenberg-Bibel.

Produktionsorientierte Bibelarbeit online und offline
Wie kann mit diesen mühevoll gestalteten Werken weiter verfahren werden?

  • Einkleben ins Heft
  • Pinnwand im Klassenzimmer
  • Ausstellung in der Schulaula
  • Textsammlung für eine Bibellesung zum Stundenbeginn
  • Austauschen mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler
  • Präsentation als Website

Weiteres Verarbeiten der Inhalte

Moderne Bibel-Fotostory
Da Digitalkameras so erschwinglich geworden sind, dass mindestens in jeder Klasse irgendjemand Zugriff auf einen solchen Fotoapparat hat, kann auch folgende Methode immer häufiger eingesetzt werden - ein Rezept: Man nehme eine Digitalkamera, einen Bibeltext (ein Gleichnis, durchaus aber auch einen kurzen, prägnanten Satz) und dazu eine Klasse mit kreativen Schülerinnen und Schülern und versuche, den Inhalt zu "visualisieren".

Dabei können verschiedene Ansätze gewählt werden:

  • naturalistisch, also mit Personen
  • mit selbst gezeichneten, cartoonartigen Bildern, die ebenfalls anschließend fotografiert werden
  • oder auch sozusagen abstrakt, mit möglichst symbolträchtigen Gegenständen

Das Digitalfoto hebe man sodann behutsam in einem Textverarbeitungsprogramm unter den Ausgangstext, drucke alles aus und ... wetten, dass das dabei entstehende Produkt den Lernenden besser "schmeckt" als ein Bleiwüsten-Trockenkuchen?

Informationen zum Autor

Sebastian Schuhbeck ist Lehrer für Englisch und Katholische Religionslehre am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.

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