Die Arbeit mit dem Computer beziehungsweise der Lernsoftware schöpft nicht alle Möglichkeiten aus, wenn sie nicht pädagogisch begleitet wird.Der Einsatz informationstechnischer Medien im FSU ist nicht aus sich heraus gut und pädagogisch sinnvoll. Ein Programm muss die richtigen Konstruktionsmerkmale aufweisen, und zwar in technischer, fachlicher und motivationspsychologischer Hinsicht.Die didaktisch-methodische Aufbereitung ist notwendig, denn
Lernerfolg? Was ist das?Will man die Wirksamkeit informationstechnischer Medien beurteilen, muss man zuerst festlegen, was man unter einem Lernerfolg verstehen möchte. Erfolgreich lernen bedeutet nicht nur, schulische Leistungszuwächse zu erzielen.Ein Zuwachs aktiv (oder passiv?) beherrschter Französischvokabeln oder flüssigeres Lesen von Texten sind zwar durchaus Lernerfolge, aber erhöhte Lernmotivation, eine positivere Einstellung zum Fach, das Beherrschen neuer Lernstrategien und der Erwerb dringend benötigter Medienkompetenz sind zumindest ebenso relevante Kriterien für einen erfolgreichen Unterricht. Nur diejenigen Online- oder Offline-Medien fördern die Qualität des Lernens, die den Benutzer zum Fragen, Staunen und Verwundern anregen, die seine Interessen aufgreifen, an persönliche Erfahrungen und Beobachtungen assoziativ anknüpfen, die für authentische Begegnungen aufschließen und die keinen starren Lernweg vorgeben. Dadurch werden Tätigkeiten wie Lesen, Suchen, Anordnen, Strukturieren, Kommunizieren, Modellieren und Simulieren gefördert. Diese Medien regen zudem zum Diskutieren, Interpretieren und Bewerten an.
UnterrichtsformenEine Studie, welche die quantitative Häufigkeit der Methodenpraxis im Schulalltag untersucht, belegt zum einen, dass weite Strecken des Unterrichts durch Frontalunterricht geprägt sind. Zum anderen weist diese Studie die Partnerarbeit und die Klassenkooperation als die am meisten vernachlässigte Unterrichtsmethode aus.
Ein Kriterium für den sinnvollen Einsatz von Computer und Internet im FSU muss also die Möglichkeit der Methodenvielfalt sein. Gerade die Sozialform der Partnerarbeit zur Recherche im Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft zu fördern. Es sind Unterrichtsphasen vorstellbar, in denen die Lehrperson in den Hintergrund tritt und nur bei Bedarf eingreift. Die Lernenden recherchieren dann in Gruppen oder in Einzelarbeit zu einem vorgegebenen Thema.Didaktisch-methodische und programmtechnische Kriterien
Andreas Grünewald ist Gymnasiallehrer für die Fächer Französisch und Spanisch und Professor für Didaktik der romanischen Sprachen mit dem Schwerpunkt Spanisch an der Universität Hamburg.
Medienpädagogik, Medienkompetenz, Medienerziehung, Web 2.0