Uli Nürnberger
25.03.2003

Moving Images Archive

Das "Moving Images Archive" sammelt so genannte ephemeral films, kurzlebige, nicht für die Ewigkeit gedachte Filme, und archiviert sie, weil sie dennoch aus heutiger Sicht für erhaltenswert erachtet werden.
 

Das Archiv enthält Werbefilme, Lehrfilme, Propaganda-Produktionen, Amateurfilme und Dokumentationen aus den Jahren 1927 bis 1987, die kostenlos zur Verfügung stehen. Natürlich sind die Dateien groß, aber in Zeiten von DSL und Flatrate sollte dies kein großes Problem darstellen, da die Downloads sehr schnell sind.

Inhalt

Kernstück des Filmarchivs ist das "Prelinger Archive", das 45.000 Filme anbietet, von denen derzeit 1.256 im Internet zugänglich sind.

Man findet Lehrfilme

Zugänglich sind die Filme über einen Stichwortkatalog, eine alphabetische Titelliste oder eine Schlagwortsuche. Die meist gesuchten Stichwörter sind auf der Seite aufgeführt. (Es ist nicht verwunderlich, dass "pornography" und "sex" die Liste anführen, allerdings haben diese Anfragen bestimmt nicht zum gewünschten Ergebnis geführt!)

Die Filme im Unterricht

Im Folgenden ein paar Tipps, wie Filme im Unterricht eingesetzt werden können. Zu allen Angeboten findet man auf der Inhaltseite ausführliche Angaben und Rezensionen, die auch als zusätzliches Textmaterial zur Vor- oder Nachbereitung im Unterricht eingesetzt werden können.

  • "The Your Name Here Story"
    Der "ultimative Promotionfilm" für jede Branche und jedes Produkt - eine Persiflage auf Werbefilme dieser Art, die herrlich alle amerikanischen Mythen (von der Ankunft der Pilger über die Unabhängigkeitserklärung und die Eroberung des Westens bis zum Siegeszug amerikanischer Ingenieurskunst in den 50-er Jahren) auf die Schippe nimmt. Der Film gibt einen schönen Einblick in die "can-do"-Mentalität, die, wie das Beispiel zeigt, auch damals nicht überall unkritisch gesehen wurde. Möglicher Einsatzort wäre eine Unterrichtseinheit zum Thema amerikanische Werte, Mythen und Mentalität in einer Oberstufenklasse.

Technik

Die Filme liegen in verschiedenen Formaten vor.

stream
Man kann die Beiträge als stream anschauen, also in Kurzversion und ohne sie auf die lokale Festplatte zu laden. In diesem Fall benötigt man den Real-Player.

DIVX- oder MPEG2-Format
Will man lieber den ganzen Film ansehen und dies in besserer Qualität, lädt man die Dateien auf die Festplatte. Man kann die Videos dann mit dem Win-dows-Mediaplayer oder dem Quicktime-Player abspielen. In Fall von DIVX- oder MPEG2-Format braucht man das entsprechende Plugin (DIVX bzw. MPEG2 - detaillierte Hilfe finden Sie bei archive.org.

VCD
Eine andere, sehr komfortable Möglichkeit bietet das Format VCD. Die Videos können nicht nur am Computer vorgeführt werden, sondern auch sehr schnell und ohne langwieriges Neu-Kodieren auf eine Video-CD geschrieben und dann auf einem DVD-Player vorgeführt werden.

Ladezeit
Die Downloads sind natürlich relativ groß (zwischen 50 und 300 MB), aber mit einer DSL-Verbindung trotzdem schnell geladen, da die Server sehr leistungsstark sind. Man erreicht Downloadraten bis 80 KB/s, ein Film von 250 MB ist in weniger als einer Stunde auf der Festplatte.

Zusatzangebote

Neben den Filmen bietet das Internet-Archiv auch den Zugang zu nicht mehr vorhandenen Websites (zu den Presidential Campaigns 2000 oder zu 9/11, Bucharchiven wie dem "Project Gutenberg" oder dem "Million Book Project", die nicht mehr urheberechtlich geschützte Literatur zum Download anbieten.

Das angebotene Audio- und das Software-Archiv scheinen dagegen für Unterrichtszwecke weniger geeignet.

Internetadresse

Fazit

Mit einem schnellen Internetzugang bietet das "Moving Images Archive" eine beachtliche Auswahl von zwar meist alten und deshalb eher historisch interessanten Filmen, die aber nichtsdestoweniger hervorragend in den Englischunterricht passen. Auch aktuelle Entwicklungen (die Irak-Kriegsvorbereitungen und -aktivitäten der amerikanischen Regierung) lassen sich gut in eine historische Perspektive rücken. Insgesamt lässt sich zu vielen, nicht nur zu historischen Themen, Illustrationsmaterial finden. Man muss aber nicht immer die Analyse zum Ziel haben, sondern kann die Filme auch einfach zum Spaß zeigen. Fremdsprachlichen Lernfortschritt erreicht man so allemal!

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