Mord und Totschlag! Motive, Beweise - und Vorurteile?

Im richtigen Leben gilt dasselbe wie im Kriminalroman: Die notwendige Harmonie aller Bausteine, damit ein Rätsel ohne Widersprüche gelöst werden kann, muss gegeben sein. Was im Kriminalroman jedoch zuweilen durch literarische Kreativität in die richtige Richtung gelenkt werden kann, kann in der Realität der polizeilichen und juristischen Verbrechensaufklärung scheitern.
 

Mit der Modernisierung der Gesellschaft wird die Welt zunehmend unübersichtlich, und die Verbrechensaufklärung wird schwieriger. In dieser Unterrichtseinheit erwerben die Lernenden die Fähigkeit, Ermittlungs- und Strafverfahren als hoch komplexe Vorgänge einzuschätzen, in denen eine Vielzahl von Faktoren eine entscheidende urteilsbildende Rolle spielen. Der besondere didaktische Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, welche Rolle statistische Wahrscheinlichkeiten von Kriminalitätsraten bei Ermittlungsverfahren spielen könnten. Hierzu werten die Lernenden mehrere Grafiken und Sachtexte zu unterschiedlichen Aspekten der Kriminalitätsstatistik aus.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können

  • in einem kreativen Schreibprozess spontane Vermutungen über einen Tathergang schriftlich formulieren.
  • beurteilen, ob sich eine von ihnen vorgeschlagene polizeiliche Maßnahme an die Vorgaben hält und so die Rechte von Verdächtigen gewahrt bleiben.
  • beschreiben, wie ein Strafverfahren von einem Zeugenverhör bis hin zu einem Gerichtsprozess abläuft.
  • Kriminalitätsstatistiken kritisch lesen und auswerten.
  • in einem Rollenspiel ihre Vermutungen über den Tathergang mündlich vortragen.
  • mithilfe der ausgewerteten Kriminalitätsstatistiken die eigenen Vermutungen kritisch hinterfragen und möglicherweise erkennen, dass sie vorurteilsbehaftet sind.
  • in der Auswertung des Rollenspiels mithilfe von Leitfragen die Komplexität kriminalpolizeilicher Ermittlungen nachvollziehen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaMord und Totschlag! Motive, Beweise - und Vorurteile?
AutorDr. Achim Schröder
FachPolitik/SoWi
ZielgruppeJahrgangsstufe 8, 9 und 10
ReferenzniveauDaF ab B1
Zeitraum6-9 Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenComputer mit Internetzugang (am besten für je 2 Personen), Beamer

Didaktisch-methodischer Kommentar

Rollenspiel und Romanhandlung
Wenn vorgeschlagen wird, im Politik- oder Deutschunterricht einen fiktiven Kriminalfall zu behandelt, stellt sich für alle Beteiligten die gleiche Frage wie für den Schriftsteller eines Kriminalromans: Wie kann in einer immer komplexer werdenden Welt noch sicher gestellt werden, dass Verbrechen aufgeklärt werden, Täterinnen und Täter bestraft und nicht unschuldig Verdächtigte in die Mühlen der Justiz geraten?

Motive, Beweise - und Vorurteile?
Mit dem Aufspüren und Auswerten von Spuren und Indizien allein kann häufig keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Um einen gerichtlich verwertbaren Beweis zu führen, müssen mögliche Motive ermittelt werden. Und nicht selten spielen Vorerfahrungen und Vorurteile über bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Rolle dabei, ob eine Anzeige erstattet, eine Anklage erhoben und eine Verurteilung ausgesprochen wird.

  • Durchführung
    Die Unterrichtseinheit ist so konzipiert, dass die Lernenden autonom anhand der Ablaufplanung arbeiten und am Ende die Ergebnisse zusammentragen.

Download

mord-und-totschlag_material.zip
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Dr. Achim Schröder ist Studienrat für die Fächer Französisch, Deutsch sowie Politik und Wirtschaft.

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