Ute Schröder
21.07.2003

Mit Medien leben lernen - Medienerziehung im Vorschulalter

Kinder sind eine wichtige Konsumentengruppe - auch für den Mediensektor. Das Angebot an Fernsehsendungen,  Computerspielen, Hörkassetten oder im Internet ist für sie enorm. Medien lassen sich auch aus dem Alltag der Kleinsten nicht mehr wegdenken. Worauf Eltern dabei achten sollten, beschreibt die Broschüre "Mit Medien leben lernen".
 

Die Biene Maja, Tom und Jerry oder Die Sendung mit der Maus gibt es immer noch. Aber die Familie der Fernsehhelden ist in den vergangenen zwanzig Jahren stetig gewachsen. Power Ranger, Pokemons oder Tele Tubbies heißt der Tele-Nachwuchs für den Nachwuchs. Er bevölkert spezielle Fernsehsender wie den öffentlich-rechtlichen KiKa oder ganze Sendeschienen wie beim privaten Sender Super RTL. Vermarktet werden Fernsehhelden auch durch Computerspiele und Merchandising-Produkte. Wie können Eltern den Umgang ihrer Kinder mit Medien regulieren? Hinweise gibt die Broschüre "Mit Medien leben lernen. Tipps für Eltern von Vorschulkindern." Herausgeber sind die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie in NRW.

 

TIPPS FÜR DEN MEDIENALLTAG

Welche Medienangebote im Kindergarten sind sinnvoll? Was können Eltern tun, wenn sich die Freizeit ihrer Kinder fast ausschließlich um Medien dreht? Die Broschüre "Mit Medien leben lernen" gibt zwölf Tipps, worauf Eltern beim Umgang ihrer Kinder mit Fernsehen, Videos, Hörspielen, Computer und Playstation achten sollten.

  • Medien sind kein Babysitter. Sie sollten so oft wie möglich gemeinsam genutzt werden. Wenn Eltern mit ihren Kindern über die Inhalte sprechen oder ihnen Gelegenheit geben, das Erlebte spielerisch zu verarbeiten, können sie die Empfindungen und Wahrnehmungen ihrer Kinder beim Umgang mit Medien einschätzen.
  • Medienkonsum muss nicht passiv sein. Wenn Kinder am Computer malen, Fotos einscannen und verfremden, Bilder- und Geräusche mit dem Video- oder Cassettenrekorder aufnehmen, lernen sie die Nutzungsmöglichkeiten der Medien spielerisch kennen.
  • Eltern sollten sich immer über die Inhalte der Filme oder Computerspiele, mit denen ihre Kinder ihre Freizeit verbringen, informieren. Auch die Dauer der Mediennutzung muss festgelegt werden.
  • Medien sind als Mittel zur Bestrafung oder Belohnung nicht geeignet. Ihre Bedeutung für Kinder wird so nur gesteigert.
  • Nicht jede Medienmode muss mitgemacht werden. Eltern sollten nichtmediale Alternativen für die Freizeit schaffen und sich mit anderen Eltern über den Medienkomsum ihrer Kinder austauschen.

Bewertungskriterien für Medienangebote

Die Broschüre vermittelt hilfreiche Kriterien, auf die Eltern beim Medienkonsum ihrer Kinder achten sollten. Filme mit kurzen Sequenzen oder spielerischen Elementen, die Wissen vermitteln und die Fantasie anregen, sind für Vorschulkinder geeignet. Vorabend-Soaps ziehen sie dagegen meist in ihren seriellen Bann.  Auch bei Computerspielen zählt kreative Interaktivität. Schnelle Sequenzfolgen und schrille Töne bei Action-Spielen produzieren dagegen Leistungsdruck. Sie sind für Kinder im Vorschulalter nicht geeignet. Die sollten maximal eine halbe Stunde täglich am Computer oder an der Play-Station verbringen. Bei allen Medienangeboten müssen Kinder lernen, zwischen Programminhalten und Werbung zu unterscheiden. Das geht nur im Gespräch mit ihren Eltern. Die Hintergedanken bei der Platzierung von Produktwerbung um Kindersendungen erkennen sie nicht unbedingt allein.

Problembewusstsein wecken

Die Broschüre weckt Problembewusstsein und nennt typische Alltagssituationen und Probleme, auf die Eltern beim Umgang ihrer Kinder mit Medien achten sollten. Bekannte Erkenntnisse aus der Medienpädadgogik werden zusammengefasst. Wichtig ist der Hinweis an die Eltern, das eigene Medienverhalten kritisch zu reflektieren. Auch hier sind sie Vorbilder für ihre Kinder. Für individuelle Lösungsstrategien ist in dem allgemeinen Ratgeber kein Platz.  Die Hinweise zum Umgang mit Computerspielen und Internet sind leider nicht so ausführlich wie die zu TV- und Hörfunk-Angeboten. Konkrete Hinweise zu empfehlenswerten Formaten fehlen hier.

    Informationen zur Autorin

    Ute Schröder war von 2003 bis November 2005 Redakteurin für den Bereich Geisteswissenschaften bei Lehrer-Online.

    • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
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