"Der grüne Kobold hat es gut, er muss nur ganz leicht in die Pedale treten, denn den Rest übernimmt die Mathematikus-Maschine. Doch durch eine Fehlzündung im hinteren Rechenantrieb fällt die Maschine aus. Durch eine mathematische Kettenraktion rußt die Maschine komplett ein ..." So beginnt die Geschichte der interaktiven Lernumgebung Mathematikus 1. Die Spielenden haben nun die Aufgabe, durch das Lösen von Rechenoperationen die Maschine wieder "in Schuss" zu bringen.
Alle Aufgaben im BlickBeim Start des Lernspiels werden die Spielerinnen und Spieler vom grünen Kobold begrüßt, der ihnen die Super-Maschine vorstellt und erklärt, was sie zu tun haben. Zuvor muss noch der eigene Name angegeben werden, unter dem die errechneten Ergebnisse gespeichert werden. Diese Funktion ist sehr hilfreich, um einen Überlick über die bereits behandelten Aufgabentypen und darüber, wie gut sie jeweils gelöst wurden, zu erhalten.Zuhören und SelbstkontrolleZehn Rechentests dienen der Selbstkontrolle. Auch "Profis" kommen auf ihre Kosten: Mit dem Schnellrechentest können sie das Rechnen von Aufgaben nach Zeit trainieren. Alle Aufgaben werden auditiv erklärt. Auf Text wird, mit Ausnahme der Sachaufgaben, verzichtet.
Die Inhalte entsprechen den Lehrplänen der Klasse 1. Die Kinder erarbeiten den Zahlenraum bis 20 anhand verschiedener Aufgabentypen, die weitgehend bekannt sein dürften, ansonsten aber auch leicht verständlich sind. Neben Aufgaben aus der Arithmetik und Stochastik werden auch Aufgaben aus der Geometrie thematisiert. Als Hilfsmittel bietet das Programm den Zahlenstrahl und Plättchen.
Den Schülerinnen und Schülern werden für einen kurzen Moment ausgefüllte Kästchen des Zwanzigerfeldes gezeigt, die dann wieder verschwinden (Abb. 1, Platzahlter bitte anklicken). Die Kinder sollen nun die dargestellte Zahl bestimmen. Das Programm räumt automatisch mehr Zeit ein, wenn man nicht mitkommt.
Die Kinder sollen angegebene Uhrzeiten anhand von Uhren mit oder ohne Minutenzeiger erkennen und vorgegebene Uhrzeiten an einer Spieluhr einstellen (siehe Abb. 2). In der Rubrik "Euro" üben die Kinder das Erkennen und Zusammenstellen von angegebenen Geldbeträgen. Anschließend können sie in einem virtuellen Laden mit Euros einkaufen.
Größenverhältnisse werden anhand von Würfeln oder komplizierten Bauten geübt (Abb. 3). In einer zweiten Variante soll ohne Darstellung entschieden werden, welches Zeichen gesetzt werden muss. In der dritten Version muss die Zahl eingesetzt werden, damit die entsprechende Ungleichung erfüllt wird.
ZahlenpyramidenIn fast jedem Mathematik-Lehrwerk für die Grundschule findet man Zahlenmauern oder -pyramiden. Je nach Variante nimmt der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben zu. Während man zu Beginn nur von unten nach oben addieren muss, fehlen in der nächsten Variante bereits in der untersten Reihe Zahlen. In der dritten Version werden aus den vorherigen drei dann vier Grundsteine. Dort findet man dann auch Pyramiden mit nur wenigen vorhandenen Zahlen.
Mathematikus 1 ist für die Freiarbeit und den Förderunterricht eine sinnvolle Lernumgebung, mit der die im Unterricht erarbeiteten Aufgaben spielerisch wiederholt werden können. Die einfache Handhabung erlaubt, dass die Kinder weitestgehend selbstständig mit dem Programm arbeiten. Die Fehlerrückmeldung erfolgt automatisch. Zum Üben ist die CD-ROM auch für zu Hause geeignet.
Auch für die zweiten bis vierten Klassen gibt es den Mathematikus. Die Struktur ist mit der der CD-ROM für die erste Klasse identisch, Rahmenhandlung und Lerninhalte unterscheiden sich natürlich.
Mathematikus 1 ist ein Programm, das auf überflüssigen Schnick-Schnack verzichtet und sich anschaulich auf das Lösen von Aufgaben konzentriert. Ein Minuspunkt der CD-ROM ist die fehlende Differenzierung. Alle Aufgaben müssen abgearbeitet werden, bevor es schwieriger wird. Hier würde es sich anbieten, die Aufgaben in Schwierigkeitslevel einzuteilen, aus denen die Kinder selber auswählen können.
Sven Ludwig ist Lehrer an einer Grundschule in Pulheim-Stommeln.
Wahrscheinlichkeitsrechnung, Arithmetik, Grundrechnen, Geometrie