Landeskunde online - Interkulturelles Lernen mit dem Netz

Landeskunde, Realienkunde, Kulturkunde, Interkulturelles Lernen - "civilisation française", "European Studies", "Culture Studies" - das sind nur einige der Begriffe, die die Auseinandersetzungen veranschaulichen, die um die richtige Bezeichnung geführt wurden und werden.
 

Ziel des Artikels ist es nicht, diese Diskussion fortzuführen und eine wissenschaftlich fundierte Definition der Begriffe und deren Konzept zu geben. Er soll vielmehr die sinnvolle Integration des Mediums Internet in den landeskundlichen Fremdsprachenunterricht beschreiben. Daneben werden Netzressourcen zum interkulturellen Lernen und zur Landeskunde als Ausgangspunkt für Ihre Webrecherche vorgestellt.

 

Begriffsklärung

Um die weitere Lektüre zu erleichtern, soll lediglich eine Abgrenzung der Begriffe "Landeskunde" und "Interkulturelles Lernen" gemacht werden, ohne dabei auf den beiden Konzepten zu Grunde liegenden Kulturbegriff einzugehen.

Landeskunde via Internet

Authentizität
Das Internet ermöglicht den Zugang zu einer großen Menge von authentischen Materialien zu Landeskunde, Literatur, Grammatik und Kultur, mit denen im Fremdsprachenunterricht neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen können. Die Materialien sind authentisch und aktuell, weil sie von Muttersprachlern formuliert sind, ohne eine fremdsprachendidaktische Zielsetzung konzipiert wurden, und außerdem ständig durch neue, aktuellere Texte ersetzt werden (können).

Realienfundus Internet
Ausgewählte und eventuell im Vorfeld bearbeitete Quellen aus dem Internet können gerade aufgrund ihrer Aktualität und Authentizität dem Lehrbuch gegenüber Vorteile haben, sofern begleitende und kompetente Unterstützung durch den Lehrenden gewährleistet ist.

Qualitätssteigerung durch Interneteinsatz?

Internet - vielseitig und chaotisch
Es existieren unterschiedliche Ansichten über Risiken und Möglichkeiten der Integration des Internets in den Fremdsprachenunterricht schon allein deshalb, weil das Internet auch chaotisch, unzensiert und unbeständig ist. Einige Informationen sind daher unbrauchbar, fehlerhaft und sprachlich zweifelhaft.

Ein Muss: Medienkompetenz
Um das Internet als Informationsquelle nutzbar zu machen, müssen Schülerinnen und Schüler daher in der Lage sein, Informationen zu finden, zu bewerten, auszuwerten, zusammenzufassen und Ergebnisse zu präsentieren. Unbestritten bleibt dabei, dass weder die Quantität landeskundlich relevanter Quellen im Internet noch deren Authentizität allein dem Lernen eine neue Qualität geben.

Einbettung in den Unterricht
Neben der Qualität des Materials und dem Bezug zu Interessen und Medienkompetenz der Lernenden ist der Kontext, in dem das Material verwendet wird (thematischer Rahmen, Angebot von Übungen, Aufgaben und Szenarien zum Umgang mit Texten, mögliche kommunikative Situationen im Klassenzimmer - also ihr Unterricht!), entscheidend dafür, dass das Angebot für Lernprozesse genutzt werden kann.

Download

landeskunde_artikel.pdf
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Andreas Grünewald ist Gymnasiallehrer für die Fächer Französisch und Spanisch und Professor für Didaktik der romanischen Sprachen mit dem Schwerpunkt Spanisch an der Universität Hamburg.

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