Kontextkunst

Eine Kunstrichtung der 90er Jahre fragt nach dem Ort der Kunst und nimmt diesen kritisch unter die Lupe. Kontextkunst kann als eine Anregung dienen, die Kunst in ihrem institutionellen Umfeld besser zu verstehen. Die Guggenheim-Ausstellung in Bonn kann hierfür ein Anlass sein.
 

Der französische Künstler Marcel Duchamp legt im Jahr 1917 ein Urinoir ins Museum und fragt: Wo ist Kunst? Mit dieser Aktion wird ein Perspektivwechsel in der Kunstrezeption eingeläutet, der sich spätestens in den 90er Jahren in einer eigenen Kunstrichtung ausformt: der Kontextkunst oder institutional critique. Der Kontextkünstler und Leiter des international renommierten Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Peter Weibel, sagt knapp zu Guggenheim: "Das Guggenheim-Prinzip ist am Ende". Was ist damit gemeint? Die Guggenheim-Ausstellung in Bonn und die Berichterstattung darüber kann als Anlass genommen werden, die Geschichte der Guggenheim-Sammlung und damit einen bedeutenden Kontext der Kunst analytisch zu begutachten.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • das institutionelle Umfeld der Kunst kennen lernen.
  • einen anders gearteten Blick auf die Kunst erfahren.
  • die Kunstrichtung der Kontextkunst vertiefen.
  • einen kritischen Standpunkt gegenüber den Institutionen und dem Markt der Kunst finden.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaKontextkunst
AutorMichael Scheibel
FachBildende Kunst
ZielgruppeSekundarstufe II
Zeitraum2-4 Doppelstunden

Didaktisch-methodischer Kommentar

Kunst als Strategie
Kontextkunst und institutional critique sind nicht nur eine Kunstrichtung, sondern vor allem auch eine Strategie. Künstlerinnen und Künstler nehmen sich der Rahmenbedingungen der Kunst an. Sie untersuchen die Bedingungen der Kunstproduktion, der ästhetischen Bewertung, der ökonomischen Spekulation und der Platzierung der Kunst im institutionellen Kontext. Kunstschaffende werden zu Kritikern des Kunstsystems.

Institutionelle Kritik
Künstlerische Strategien können als Methode der kritischen Weltaneignung und Gesellschaftsgestaltung dienen und eine differenzierte Wahrnehmung schulen. Speziell die Kunstrichtungen der Kontextkunst und institutional critique kultivieren die Störung als ein Prinzip, um äußerliche Bedingungen und institutionelle Systeme, welche unsere Wahrnehmungsweisen regulieren, zu analysieren, zu hinterfragen und zu kritisieren.

Vertiefung des Kontextes
Der Kunstunterricht kann sich diese Strategie zu eigen machen. Die Guggenheim-Ausstellung dient hierbei als Anlass. Schülerinnen und Schüler recherchieren zum Thema Guggenheim im Internet, tragen ihre Informationen zusammen und vergleichen diese. Gegensätzliche Positionen können dabei als Ausgangspunkt für eine Vertiefung des Kontextes Kunst dienen. Die Strategie der Kontextkunst legt darüber hinaus die Aufbereitung der Fundstellen in einer Ausstellung nahe. Die folgenden Informationen und Links können erste Anregungen hierfür geben.

Download

kontextkunst_projektbeschreibung_.pdf
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Michael Scheibel ist als Fachautor und freier Redakteur für Lehrer-Online tätig.

 
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