Ikonothek: 100 Bilder für den Unterricht

Diese CD-ROM bietet als Basisinformation für den Kunst- und Geschichtsunterricht 100 Objekte aus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Architektur, Fotografie, Neue Medien und Design in einer Datenbankstruktur, die beliebig erweiterbar ist.
 

"Ikonothek" startete im Sommer 2002 als Projekt im Programm kubim (Kulturelle Bildung im Medienzeitalter) und liegt nun als CD-ROM vor. Ziel des Projekts war die intensive Auseinandersetzung mit Bildmedien im fächerübergreifenden Unterricht zwischen Kunst und Geschichte. Neben Abbildungsmaterial wurden Basisinformationen wie wissenschaftlich fundierte Kurztexte in einer netzwerkfähigen Datenbank bereitgestellt, die individuell editierbar und erweiterbar war. Während der Projektphase arbeiteten 14 Lehrkräfte an sieben Schulen in Bayern mit dieser Datenbank, deren Ergebnisse in die endgültige Version einer CD-ROM einflossen.

Medium und Technik

Datenbank mit Ikonen
Das Ergebnis des Projektes "Ikonothek" ist eine netzwerkfähige Datenbank auf CD-ROM, die durch die FWU vertrieben wird. Sie versammelt Schlüsselwerke unseres Bildgedächtnisses: 100 Objekte aus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Architektur, Fotografie, Neue Medien und Design. Diese werden nicht nur in Bild und Text vorgestellt, sondern auch durch beispielhafte Materialien für den Einsatz im Unterricht ergänzt. Und das Besondere dabei: Die Datenbank, in der alle Informationen leicht recherchierbar sind, ist durch Lehrkräfte sowie durch die Schülerinnen und Schüler beliebig ausbaubar.

 

Installation und Betrieb im Netzwerk

Die CD-ROM kann nicht nur auf dem eigenen Computer, sondern darüber hinaus im Intranet der Schule installiert werden. Dies hat den Vorteil, dass alle Inhalte der Ikonothek in einem gewöhnlichen Internet-Browser auf den Schülerrechnern recherchierbar sind. Die Erweiterung der Datenbank durch neue Inhalte ist ebenfalls im Netzwerk möglich, das heißt für alle sofort einsehbar und wiederum veränderbar. Auf diese Weise kann im Klassenverbund effektiv mit dieser Datenbank im Netzwerk gearbeitet werden.

 

Administration der User
Die Installation der Ikonothek auf dem Server der Schule und die Userverwaltung, das heißt das Einrichten der Accounts für die Lernenden und Lehrenden, sind auch für Ungeübte schnell möglich. Alles geschieht im Internet-Browser. Ein Anleitungsheft beschreibt den Vorgang Schritt für Schritt. Notfalls helfen sicherlich ein Netzwerkbetreuer oder die Kollegin und der Kollege. Das Installieren der CD-ROM auf dem eigenen, lokalen Computer ist selbstverständlich auch möglich und weitaus einfacher.

Inhalt

100 Ikonen der Kunstgeschichte
Die Datenbank enthält mit Auslieferung 100 Ikonen. Diese wurden in einem Team aus Kunsthistorikern, Kunstpädagogen, Historikern und Geschichtslehrern ausgewählt. Im Sinne eines chronologischen Längsschnittes sollten vor allem identitätsstiftende Werke von der Antike bis zur Gegenwart aufgenommen werden. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Objekten aus dem 20. Jahrhundert. Jede Ikone wird mit einem Bild, das vergrößert dargestellt werden kann, und zahlreichen Zusatzinformationen vorgestellt. Objektdaten zum Kunstwerk, eine Kurzbeschreibung, die historische und kunsthistorische Bedeutung des Werkes sowie die Künstlerbiografie werden zur Verfügung gestellt.

 

Möglichkeiten der Recherche

Unterschiedliche Recherchemöglichkeiten bieten den Zugriff auf den Datenbestand. Eine Stichwortsuche ist die klassische Form. Darüber hinaus kann über Listen eine Auswahl von Begriffen und Namen getroffen werden. So wird die Suche verfeinert. Eine sehr hilfreiche Form ist die Suche nach Sachgebieten. Hier lässt sich in beliebiger Reihenfolge in mehreren Schritten die Suche eingrenzen. So trifft man beispielsweise sehr schnell über Städtebau und Klassizismus auf das Brandenburger Tor.

 

Zugang zum Bildarchiv prometheus
Eine feine Sache am Rande: Die Ikonothek bietet einen eingeschränkten Zugang zu den über 200.000 Bildern des wissenschaftlichen, digitalen Bildarchivs "prometheus" - einem Verbund von kunsthistorischen Instituten, die ihre Bildbestände in digitaler Form zur Verfügung stellen.

Einsatz und Didaktik

Materialien aus Unterrichsversuchen
Die 100 Ikonen werden ergänzt durch gut dokumentierte, praktische Unterrichtsergebnisse, die in die Datenbank eingebunden sind. Hier finden sich Materialien darüber, wie in Modellversuchen die Ikonothek eingesetzt wurde: zum Beispiel für die Findung und Weiterentwicklung der ikonografischen Bildmuster in der eigenen praktischen, gestalterischen Arbeit oder für die fächerübergreifende Reflexion der Bilder.

Erweiterbare Datenbank
Der Benutzer hat nicht nur die Möglichkeit, Ikonen zu entdecken und mit ihnen zu arbeiten, sondern auch die Option, eigenes Material einzustellen und es zu verwalten. Beispielswiese können die Ikonen mit Kommentaren versehen werden oder eigene Verzeichnisse angelegt werden. Die Datenbank ist somit editierbar und erweiterbar. Jeder Nutzer kann beliebig viele eigene Bilder, Texte, Objekte und Filme über einfach zu bedienende Eingabemasken selbst einstellen und verschlagworten.

 

Didaktische Nutzung im Netzwerk

Neben dieser inhaltlichen Erschließung der Kunstgeschichte werden dadurch medientechnische Aspekte für die didaktische Nutzung wichtig. Die Einbindung der Objekte in eine netzwerkfähige Datenbank bedeutet zuerst einmal eine einfache Nutzung der Informationen über die Benutzeroberfläche eines gewöhnlichen Internet-Browsers. Die Datenbank ermöglicht darüber hinaus verschiedene Ordnungs- und Suchstrategien und somit einen flexiblen Zugriff sowie eine Vernetzung der Datenbestände.

 

Konstruktivistischer Lernansatz
Auf diese Weise unterstützt die Datenbank die Umsetzung eines konstruktivistischen Lernansatzes: Wenn dieselben Objekte und Informationen unter verschiedenen Fragestellungen auftauchen und dabei zur Modellierung eines jeweils neuen Gedankengangs beitragen, erleben die Schülerinnen und Schüler die Konstruktion von Wissen und Erkenntnis hautnah.

Fazit

Das Neue: die erweiterbare Datenbank
CD-ROMs, welche die Highlights der Kunstgeschichte für den Schulunterricht zur Verfügung stellen, gibt es inzwischen zahlreiche. Neu ist jedoch der Versuch eine Datenbankstruktur zu schaffen, die es der Lehrkraft, aber auch den Schülerinnen und Schülern erlaubt, die Ikonothek vielfältig zu erweitern und damit der Unterrichtssituation konkret anzupassen. Die Struktur der Datenbank, die Verschlagwortung, die Suchfunktionen und Recherchemöglichkeiten erweisen sich hierbei als sinnvoll und den Kriterien der Kunstgeschichte entsprechend. Eine Brücke zum Fach Geschichte wird geschlagen, indem die gängigen Epochenbegriffe aus der Geschichtswissenschaft ebenfalls zur Verfügung stehen.

 

Aktives Arbeiten mit der Ikonothek

Unter dem Gesichtspunkt einer erweiterbaren und im Unterricht einsetzbaren netzwerkfähigen Datenbank ist die Ikonothek eine gelungene Ergänzung zu herkömmlichen Unterrichtsmaterialien. Hier wird nicht nur Vorgefertigtes zur Rezeption bereitgestellt, sondern durch die aktive Arbeit mit der Ikonothek konstruktiv erfasst. Und dies nicht nur individuell, sondern kollektiv im Klassenverbund, wenn die Ikonothek auf diese Weise im Unterricht eingesetzt wird.

 

Didaktik des Networking
Ein solcher Einsatz ist letztlich eine Frage der Fachdidaktik, die sich das Lehrpersonal selbst erarbeiten und mit der Ikonothek erproben muss. Zahlreiche Unterrichtsversuche in Bayern haben hierfür einen Grundstein gelegt. Diese sind auf der CD-ROM als didaktische Materialien zu den Ikonen dokumentiert - jedoch meistens nur in Bezug auf den Einsatz einzelner Ikonen im Unterricht. Weitere Beispiele für eine Didaktik des Networking wären an dieser Stelle wünschenswert.

Kurzinformation

TitelIkonothek: Die 100 Bilder für den Kunst- und Geschichtsunterricht
HerausgeberErnst Wagner, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
VertriebFWU Institut für Film und Bild, Grünwald 2005
PreisSchullizenz: 50,00 €
16er-Schulpaket: 100,00 €
Einzellizenz: 30,00 €
Medienzentrenlizenz: 175,00 €
BestellnummerFWU CD-ROM 6600880
SystemvoraussetzungenIBM-kompatibler PC: MS Windows 98SE, NT, 2000 oder XP-Prozessor Pentium 500 MHz oder höher; min. 64 MB RAM; CD-ROM-Laufwerk 8fach, Grafikkarte 800x600, Highcolor; netzwerkfähig.
Linux: SuSE Linux 9.x. Leider wurden Apple-Macintosh-Computer wieder einmal nicht berücksichtigt und die CD-ROM läuft weder lokal noch in Mac-Netzwerken.

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Michael Scheibel ist als Fachautor und freier Redakteur für Lehrer-Online tätig.

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