Dieter Grube
31.05.2002

Genomic Explorer

Der Genomic Explorer ist "Edutainment" vom Feinsten. Computerspiel, Lernsoftware und Recherchemöglichkeit in einem, zeigt er Wege und Möglichkeiten der Humangenomforschung auf. Der Explorer kann kostenlos auf CD-ROM bestellt oder aus dem Internet geladen werden. Entwickelt wurde das Angebot vom Verein zur Förderung der Humangenomforschung e.V.
 

Wir leben im Zeitalter der Genomprojekte. Regelmäßig wird die Sequenzierung der vollständigen Erbinformation diverser Tierchen, seien es nun Fliegen oder Fadenwürmer, sowie von Pflanzen - von der Ackerschmalwand bis hin zum Reis - bekannt gegeben. Spielt sich diese Flut "kleiner" Genomprojekte von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ab, so hat zur Jahrtausendwende das Humangenomprojekt - die Sequenzierung des gesamten menschlichen Erbguts - hohe Wellen geschlagen. Nicht zuletzt deshalb, weil vielen die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen zu sehr im Diffusen verschwammen bzw. dies immer noch tun. Ungeachtet der kontroversen und vielschichtigen Diskussionen hat das Humangenomprojekt das Tor zur "Molekularen Medizin" weit aufgestoßen. Aber was bedeutet das eigentlich? Der "Genomic Explorer" vermittelt die molekularbiologischen Grundlagen und die Perspektiven der Molekularen Medizin auf spielerische und dennoch anspruchsvolle Weise.

Spielidee und Handlungsplot

Das Computerspiel bietet einen unterhaltsamen und informativen Zugang zur molekularen Genetik. Als Pilot des "Genomic Explorers" reisen die SpielerInnen ("Genonauten") in das Innere einer Zelle, um dort den genetischen Schatz zu heben, die Gesetze seiner Funktion kennen und sein medizinisches Potenzial verstehen zu lernen. Auf Ihrer Fahrt müssen die "Genonauten" Fragen beantworten und interaktive Hürden nehmen, die zugleich ihre Geschicklichkeit, ihre Wahrnehmung und ihre Biologie-Kenntnisse in Anspruch nehmen. Gespielt wird gegen die Zeit (als Limit stehen wahlweise 130, 110 oder 90 Minuten zur Verfügung - die Reise in die Zelle ist also kein Kurztrip!) und eine verrinnende Lebensenergie, die durch Wissen und Geschick ständig neu genährt werden muss. Aber Vorsicht: Falsch beantwortete Fragen kosten Energie. Sinkt diese auf Null, muss die Mission abgebrochen und der "Genomic Explorer" neu gestartet werden. Wissenslücken können jedoch mithilfe eines stets paraten "Genonauten"-Lexikons geschlossen werden.

Einsatz im Unterricht

Drei Varianten
Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Einsatz des kompletten Programms im Unterricht in der Form, dass es von Anfang bis Ende durchgespielt wird, wegen der dafür benötigten Zeit (2 bis 3 Stunden!) nicht in Frage kommt. Da es jedoch die Möglichkeit gibt, über die Nutzung von Passwörtern einzelne Kapitel aufzurufen oder über ein Generalpasswort in das Gesamtverzeichnis und von da in die einzelnen Kapitel zu springen, sind für den unterrichtlichen Einsatz zahlreiche Varianten denkbar:

Weitere Einsatzmöglichkeiten
Neben den hier kurz vorgestellten Varianten gibt es zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, die sich nach den Absichten des Lehrers oder den schulischen Gegebenheiten (Zeit, Computer ... ) richten. Interessant wäre es zu untersuchen, ob eine Festigung des im Unterricht erarbeiteten Stoffes dadurch zu erreichen ist, dass den Schülern die CD-ROM mit nach Hause gegeben wird. Reicht die Motivation durch die spielerische und ansprechende Aufmachung aus, um die Schüler zu einer selbstständigen, intensiven Auseinandersetzung mit dem Inhalt anzuhalten?

Technische Hinweise

Da das Programm interaktive Komponenten sehr stark einbezieht, ist es wenig für den Einsatz auf einem Demonstrationsrechner mit Beamer geeignet. Es werden mehrere Computer benötigt, so dass die Schüler einzeln oder in Kleingruppen mit dem Programm arbeiten können. Der "Genomic Explorer" ist nicht für den Einsatz im Netzwerk vorgesehen. Dies ist kein Nachteil, da das Programm kostenlos bezogen werden kann und für alle Computer kopiert werden darf. Das Handling wird den Nutzer freuen, ist doch keine Installation notwendig. Es wird lediglich empfohlen, die Daten auf die Festplatte zu kopieren und von dort zu starten. Zwar kann das Spiel auch direkt von CD-ROM gestartet werden, erfahrungsgemäß werden dann aber vereinzelt Spielelemente nicht geladen. Positiv hervorzuheben ist, dass es keine Veränderungen am Betriebssystem verursacht, was den Computerbetreuer der Schule freuen dürfte! Es ist allerdings bedauerlich, dass das Programm lediglich unter Windows, nicht jedoch unter Linux, lauffähig ist. Dies gilt umso mehr, als immer mehr Schulen auf das Betriebssystem "Linux" umsteigen. Die Computer sollten unbedingt Lautsprecher bzw. Kopfhörer besitzen, damit die SchülerInnen den Erläuterungen und Spielanleitungen folgen können.

Kurzinformation

TitelGenomic Explorer
AnbieterNationales Genomforschungsnetz (NGFN)
PreisDer Explorer kann kostenlos auf CD-ROM bestellt oder aus dem Internet geladen werden.
Technische Voraussetzungen64 MB (Pentium 300 Mhz-Prozessor, Windows 98 NT 2000 XP), Sound- und Grafikkarte, Internet Explorer ab Version 5.0

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