Einstein und die Kunst

Was verbindet den berühmten Physiker Albert Einstein mit der Kunst? Dieser Artikel zeigt vier thematische Brücken auf, über die das Einsteinjahr in den Kunstunterricht Einzug halten kann.
 

"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen." Albert Einstein zu zitieren, ist im Einsteinjahr 2005 stark in Mode. Was der Physiker unter "wahrer Kunst" versteht, bleibt zwar der Spekulation überlassen - das Geheimnisvolle und Neue zu entdecken, ist aber sicherlich eine Intention vieler Künstlerinnen und Künstler in ihrem ästhetischen Forschen. Auch die Person Einsteins und sein Theoriegebäude wurde Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. Seine hier vorgestellten Spuren in der Kunst sollen den Einfluss des Physikers nicht nur theoretisch unterfüttern, sondern auch als Anregung für den Kunstunterricht in der kunstgeschichtlichen und künstlerischen Arbeit dienen.

Kunst, Pop und Naturwissenschaften

Albert Einstein ist die mit Abstand am weitesten verbreitete naturwissenschaftliche Ikone. Er wurde zu Lebzeiten nicht nur berühmt, sondern durch die Massenmedien so populär wie kein anderer Physiker zuvor. Jeder kennt ihn und jedem hat er schon von den unterschiedlichsten Wänden her seine Zunge herausgestreckt. In der Kunst wurde er von Dadaisten und Pop-Art-Künstlern ebenso aufgegriffen wie in der Pop-Kultur von den Machern der Massenmedien und der Werbung. Albert Einstein: ein Superstar wie Marilyn Monroe?

Der "Digitale Einstein"

Die animierte Grafik "Digitaler Einstein" gehört zu den frühesten Beispielen für die Anwendung von Picture Processing in der digitalen Kunst. Der sukzessive Übergang vom erkennbaren Porträt Einsteins in ein abstraktes Bild, in dem die Bedeutung nicht mehr erkennbar ist, weist auf den Beitrag des Physikers zur neuen Sicht unserer Welt hin, die ihre Anschaulichkeit verloren hat. Geschaffen wurde dieses Werk von dem Theoretiker, Künstler und Schriftsteller Herbert W. Franke, der seit über 30 Jahren seine wissensbasierten Visionen an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Kunst entwickelt.

Ein Turm zum Nachweis der Relativitätstheorie

Der 1922 fertig gestellte Einsteinturm von Erich Mendelsohn galt als Inbegriff zukunftsweisender Architektur, da er die Funktion des Gebäudes in seinem organisch wirkendem Äußeren widerspiegeln sollte. In seinem expressionistischen Duktus birgt das Gebäude ein Turmteleskop für die Sonnenbeobachtung und ein unterirdisches Laboratorium. Der Bau in der Nähe Potsdams wurde errichtet, um Vorhersagen der Relativitätstheorie experimentell zu bestätigen und entstand im intensiven Austausch zwischen dem Physiker Einstein, dem Astronomen Freundlich und dem Architekten Mendelsohn.

Reflexionen über das Fünfeck

"Doch bewegen sich schon lange Philosophie und Mathematik in vier und n-dimensionalen Räumen. Warum soll es aber dem Künstler verboten sein, wenigstens nach einer Ausdrucksform über die dritte Dimension hinaus zu suchen", heißt es in einer 1953 erschienenen Schrift des Architekten Carl August Bembé, mit der sich der Künstler Gerard Caris intensiv beschäftigte. Seit nahezu 30 Jahren gilt Caris zentrales künstlerisches Anliegen der Form des Fünfecks. Indem er das Grundmodul zu übergeordneten Gebilden zusammenfügt, gelangt er zu seinen komplexen, grafischen und skulpturalen Strukturen.

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Informationen zum Autor

Michael Scheibel
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