ecopolicy - ein Simulations- und Strategiespiel

Politische Entscheidungen sind komplex und in ihren Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche nur schwer zu durchschauen. Dieses Simulationsspiel fördert und fordert das diesbezüglich notwendige vernetzte Denken.
 

Die Studiengruppe für Biologie und Umwelt der Frederic Vester GmbH hat mit "ecopolicy" ein Planspiel entwickelt, das politische, gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Zusammenhänge vernetzt. Die von den Spielerinnen und Spielern gefällten Entscheidungen werden in ihren Wirkungszusammenhängen auf verschiedene Lebensräume simuliert und lassen so die komplexen Konsequenzen politischen Handelns deutlich werden. Das Strategiespiel hat inzwischen eine weite Verbreitung gefunden und kommt zum Beispiel an allen Schulen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens zum Einsatz. Es wurde von der Gesellschaft für Pädagogik und Information (GPI e.V.) mit der Comenius-Medaille 2000 ausgezeichnet. Mit der "ecopolicyade" wurde sogar ein Wettbewerb zum vernetzten Denken ins Leben gerufen, bei sich Schüler mit Abgeordneten des Bundestages messen konnten.

Spielidee und Aufbau

Politik, Produktion, Umweltbelastung, Lebensqualität, Sanierung, Aufklärung, Vermehrungsrate und Bevölkerungsentwicklung sind acht wichtige Bereiche eines menschlichen Lebensraumes. Sie sind in ecopolicy als Knotenpunkte eines komplexen Netzwerks anhand des Industrielandes Kybernetien, des Schwellenlandes Kybinnien und des Entwicklungslandes Kyborien durch unterschiedliche (meist nicht lineare) Beziehungen so verknüpft, dass jede Entscheidung eine Kette von Wirkungen und Rückwirkungen nach sich zieht. Diese Abläufe im Spiel spiegeln Beziehungen wider, wie sie im Prinzip durchaus auch in der Wirklichkeit vorkommen können. Der Wirkungsverlauf ergibt sich dabei aus den einzelnen Lebensbereichen ausgehend durch Simulation ihrer Vernetzung, wobei der jeweils erreichte Zustand eines Bereiches gleich wieder neue Veränderungen in anderen bewirkt (aus dem Handbuch zur CD-ROM).

  • Spielablauf und Gestaltung
    Auf dieser Seite werden die zentralen Abläufe des Spiels und einige Aspekte der grafischen Gestaltung genauer ausgeführt.

Einsatz im Unterricht

Zielgruppe
ecopolicy ist für Jugendliche und junge Erwachsene im schulischen und außerschulischen Bereich geeignet. Das Spiel fördert das vernetzte Denken und bietet einen Einblick in komplexe Ökosysteme. Auch ein Einsatz in der Berufsvorbereitung und beruflichen Bildung bietet sich an.

Nutzungsmöglichkeiten

  • Das Simulationsspiel kann im Unterricht verschiedener Fächer, aber auch übergreifend und als Projekt eingesetzt werden. Es eignet sich sowohl für die Einzelarbeit als auch für den Einsatz in Gruppen.
  • Das Programm kann - seit der Entwicklung der Netzwerkversion - gut für inner- und außerschulische Wettbewerbe genutzt werden. Jugendliche aus verschiedenen Klassen, Schulen oder sogar verschiedenen Städten können ein konkretes Netzwerk bilden.
  • Die in der Software enthaltenen Themen und die während des Spiels gemachten Erfahrungen bieten sehr gute Anknüpfungspunkte für den weiteren Unterricht.
  • Die Entwickler des Programms weisen auf andere PC-gestützte Einsatzszenarien des Spiels hin: ecopolicy als parlamentarisches Rollenspiel mit 15, besser mit 30 bis 40 Mitspielenden oder als Großspiel auf einer Leinwand von circa drei mal fünf Metern.

Kurzinformation

Titelecopolicy - Ein kybernetisches Strategiespiel
HerausgeberStudiengruppe für Biologie und Umwelt der Frederic Vester GmbH, seit 2006 integriert in das Malik Management Zentrum St. Gallen
BezugsquelleBestellung bei der Frederic Vester GmbH
AutorenTexte: Frederic Vester, Programmentwicklung: Michael Stoltz und Josef Müller
PreisEinzellizenz: 36 Euro, Netzwerklizenz: 136 Euro
Technische VoraussetzungenPC mit mind. 433 MHz, mind. 16 MB Hauptspeicher, alle Windows-Versionen, mindestens VGA-Grafikkarte, Windows Media Player 9.0 oder höher, mindestens 20fach CD-ROM-Laufwerk, Soundkarte und Lautsprecher, Maus und Tastatur

Fazit

Die CD-ROM konnte sowohl durch die Spielidee als auch auf Grund der inhaltlichen, didaktischen und technischen Umsetzung gefallen. Das Strategiespiel ist interaktiv und handlungsorientiert. Die Bedienung ist einfach, was auch computerunerfahrenere Spielende motiviert. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und der immer deutlicher werdenden Umweltprobleme kann dieses Spiel mit dazu beitragen, dass die Spielenden Zusammenhänge entdecken und auf spielerische Weise motiviert werden, selbst aktiv zu werden, um negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Das Spiel bietet für eine Vielzahl von Fächern gute Anknüpfungspunkte, liefert aber auch fachübergreifende Themenfelder.

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Wolfgang Schmitt-Kölzer ist Lehrer und Erwachsenenbildner und seit 1987 in der außerschulischen beruflichen Bildung in Wittlich (Rheinland-Pfalz) tätig.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Herrn Schmitt-Kölzer aufnehmen. Zudem finden Sie eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen des Autors.
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