ECDL: Der Europäische Computer-Führerschein

Wer seine Computerkenntnisse zertifizieren lassen will, kann den Europäischen Computer-Führerschein (ECDL) erwerben. Was es damit auf sich hat, schildert dieser Artikel.
 

Der Computer ist inzwischen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa nutzen 72 Prozent der Bundesbürger einen Computer. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 97 Prozent. Insbesondere junge Menschen beherrschen den PC und seine Möglichkeiten, durch den täglichen Umgang in der Schule oder zu Hause geübt, ziemlich souverän. Doch wer sich noch nicht so gut mit mit seinem elektronischen Arbeitsmittel auskennt, sich im Umgang mit Gerät und Software verbessern oder sich beruflich weiterbilden will, kann den Europäischen Computer-Führerschein ("European Computer Driving Licence" - ECDL) erwerben.

Was verbirgt sich hinter dem ECDL?

Internationaler Nachweis sicherer Computernutzung
Hinter diesem "Führerschein" verbirgt sich ein weltweit in 148 Ländern anerkannter Nachweis, dass man sicher mit Computer, Internet und einigen wichtigen Anwenderprogrammen, etwa Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, umgehen kann. Der ECDL ist eine Initiative des "Council of European Professional Informatics Societies" (CEPIS) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU). Er ist ein Zertifikat, das 30 europäische Gesellschaften für Informatik herausgeben und das über Europa hinaus als "International Computer Driving Licence" (ICDL) bekannt ist.

Die offiziellen Stellen
Die "ECDL Foundation" in Dublin, dies ist die weltweite Aufsichtsbehörde und Autorisierungsstelle, entwickelt die international gültigen Standards und Richtlinien. Außerdem überprüft sie diese mit einem Qualitätssicherungssystem. Die praktische Umsetzung in den einzelnen Ländern erfolgt dann über nationale Kooperationspartner. In Deutschland ist beispielsweise die "Dienstleistungsgesellschaft für Informatik" (DLGI) für ECDL und ICDL zuständig. Sie arbeitet mit den autorisierten Prüfungszentren zusammen, die man im ganzen Bundesgebiet finden kann.

ECDL für Schülerinnen und Schüler
Die Kultusministerien der Bundesländer erkennen den ECDL als IT-Zertifikat an. Mit der Unterzeichnung eines Rahmenvertrages zwischen der DLGI und dem Land Baden-Württemberg können seit Februar 2008 Schülerinnen und Schüler in sieben Bundesländern den ECDL zu besonderen Konditionen erwerben.

ECDL - Vorteile für den Berufseinstieg

Eine im März 2008 veröffentlichte Studie des Instituts für Bildungsforschung an Hamburger Haupt- und Berufsschulen kam zu dem Ergebnis, dass Schülerinnen und Schüler, die an ihrer Schule den Europäischen Computerführerschein erwerben, günstigere Chancen beim Berufseinstieg haben. Demnach wurden 66 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Bewerbung ein ECDL-Zertifikat eingereicht haben, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Bei Schülerinnen und Schülern ohne ECDL waren es nur 42 Prozent. Dass der ECDL die Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen auf die entsprechenden Bewerberinnen und Bewerber gelenkt hat, belegen die Forscher damit, dass die Schülerinnen und Schüler in den Vorstellungsgesprächen gezielt auf das Zertifikat angesprochen wurden.

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Informationen zum Autor

Michael Bornkessel ist freier Journalist und Online-Redakteur.

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