Dagmar Odenthal
05.03.2004

E-Mail-Kontakte - noch up to date im FSU?

Lange ist es her, dass E-Mail Schreiben als etwas Besonderes in der Fremdsprachendidaktik gesehen wurde. Didaktisch immer noch faszinierende Projekte wie die von Reinhard Donath und Dagmar Odenthal aus den Jahren 1995/96 zeigen, wie belebend und sprachlich ergiebig Fremdsprachenunterricht mit dieser Textarbeit sein kann.
 

Inzwischen ist der Beitrag des Computers im Unterricht entweder eine Selbstverständlichkeit und wird als Werkzeug eingesetzt, ist Bestandteil der Arbeit an Lernstationen oder hat sich als unverzichtbar bei der Beschaffung von Informationen für Schülerreferate oder Präsentationen etabliert.

 

Erfahrungen aus der Praxis

Der Computer als Werkzeug
Ich setze den Computer gezielt bei bestimmten, inhaltlich abgegrenzten Aufgaben in allen fremdsprachlichen Fächern - aber auch in Deutsch ein. Der Computer ist nicht Gegenstand der Arbeit, sondern Mittel zum Zweck. Ich muss deswegen nicht regelmäßig den Klassenraum verlassen und in das "Computerkabinett" während der regulären Unterrichtszeit umziehen, es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, das Medium zielgerichtet und effektiv einzusetzen.

Möglichkeiten dezentraler Computernutzung
Die zielgenaue Arbeit beginnt bei der Nutzung der häuslichen Rechner der Schülerinnen und Schüler. Sie bringen die Texte auf CD oder Diskette mit, die lege ich in meinen Laptop und habe sie so im Klassenraum. Die Themen sind meist angebunden an die Inhalte im jeweiligen Lehrbuch, und die Zuarbeit der Schülerinnen und Schüler besteht darin, dass sie Zusatzinformationen suchen, neue und aktuelle Ereignisse aus dem Netz mit Informationen von Gleichaltrigen kommetieren und unterfüttern. Für die Informationsrecherche nutzen sie gern ihre E-Mail-Kontakte ins Zielsprachenland.

E-Mails für den Unterricht

Warum E-Mail?
Authentische Texte, wie sie der Fremdsprachenunterricht fordert, bekommt man am besten von Muttersprachlern. Die Ebene der persönlichen Ansprache der Lernenden ist nach wie vor ein besonders wichtiger Faktor. Es erhöht ungemein die Motivation, wenn zu einem Sachtext eine kleine Einleitung mit "Dear students of Fritz-Karsen-Schule" oder "Dear Sascha", "Chères copines / chers copains" über der E-Mail steht.

Die Arbeit mit Partnern
Nun findet man aber nicht immer hinsichtlich des Alters, der gewünschten Nationalität oder des Schultyps passende Partnerinnen und Partner. Das kann ganz schön frustrierend sein! Aber inzwischen gibt es sehr gute Web-Adressen, die Partner für Sachaufgaben vermitteln, die kleine, zeitlich begrenzte und vom Thema her überschaubare Projekte anbieten.

Kompetenzen

Mithilfe kleiner Projekte können die Schülerinnen und Schüler gleich mehrere wesentliche Ziele auf einmal erreichen:

Fachliche Ziele
Die Schülerinnen und Schüler lernen

  • eine Website richtig zu nutzen.
  • fremdsprachliche Teile durch verschiedene Sprachversionen zu verstehen.
  • eigene Texte, Stellungnahmen, Kommentare (auch in einer anderen Sprache) zu verfassen.
  • im geschützten Raum zu "chatten".
  • E-Mails zu empfangen und zu versenden.

Soziale Ziele
"Ganz nebenbei" lernen die Schülerinnen und Schüler auch

  • mit anderen zu kooperieren.
  • auch ohne räumliche Nähe zusammen zu arbeiten.

Dies kann im Rahmen eines Comenius-Projektes geschehen, das allerdings eine längere Planung und feste Verplichtungen erfordert. Für die spätere Arbeitswelt ist Kooperation über eine räumliche Distanz mit anderen Menschen und/oder Kulturen ein wichtiges Werkzeug und Voraussetzung für erweiterete Zusammenarbeit besonders in Europa.

Beispielprojekte

Internet-Piloten
Wir bilden an unserer Schule "Internet-Piloten" aus, das sind Schülerinnen und Schüler, die den Umgang mit Internet, E-Mail & Co. anhand der Plattform für internationale E-Mail-Kontakte (Link in den Zusatzinformationen) erlernen. Sie legen eine kleine Prüfung ab (Nomenklatur des Internets, Anwendungen, Recherchen, Nutzungs- und Verhaltensregeln). Zum Schluss erhalten sie ihren "Internet-Pilotenschein". Das befähigt sie, für die Klasse, für den Unterricht, für Referate und Präsenationen Websites zu nutzen und nützliche von unnützen Informationen zu unterscheiden. Das macht besonders junge Schülerinnen und Schüler stolz, und sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst.

E-Mail und Weblog als Kopperationsmedien
Eine neue Idee für die mittelweise traditionelle E-Mail-Partnerschaft: Einfach und effizient einüben lässt sich die Sprachgrenzen überschreitende Kooperation mit Projekten wie dem Beispiel "Wetterbericht" oder einem im Unterricht entstandenen Thema, für das man im Internet beispielsweise einen Weblog einrichtet. Bestehende Mailpartnerschaften können so ausgebaut und abgewandelt genutzt werden. Die hier vorgestellten Projekte können Sie für Ihren Unterricht direkt nutzen.

    Die Schülerinnen und Schüler - auch Sprachanfänger - können in verschiedenen Sprachen Einträge vornehmen und mit authentischen Lernpartnern kommunizieren. Wörterbuchfunktionen sind integriert, und so kann es einfach losgehen.

    Zusatzinformationen

    Informationen zur Autorin

    Dagmar Odenthal unterrichtet Französisch, Englisch und Deutsch an der Fritz-Karsen-Schule Berlin, einer Gesamtschule mit integrierter Grund- und Oberstufe.

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