Schutz vor digitaler Mogelei

Wer kennt das nicht? Da halten Schülerinnen und Schüler brilliante Referate, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die vorgestellte Leistung nie und nimmer "auf deren Mist gewachsen" sein kann. Das ist doch irgendwo im Internet geklaut. Aber wo?
 

Wie erkennen Sie, ob und wo Ihre Schülerinnen und Schüler im Internet abgeschrieben haben? Und wie kann man sich als Lehrkraft im Zeitalter von Internet & Co. gegen Mogeleien bei Referaten, Facharbeiten oder anderen Aufgaben schützen? Dieser Artikel eröffnet Ihnen einige Möglichkeiten dafür, wie Sie solche kleinen Betrügereien entlarven und wie Sie ihnen begegnen, damit die Lernenden nachhaltig vor Mogelei, Lug und Trug gefeit sind.

Standard-Überprüfungen

Zwei zentrale Nachfragen

  • Quellen nennen und (!) als Ausdruck, Fotokopie oder Original zeigen lassen. Dies ist ein sehr wichtiges Instrument auch bei der Betreuung von Facharbeiten!
  • Hintergrundwissen des Referenten überprüfen. Dann sollte sich eigentlich herausstellen, ob außer dem ausgeteilten Arbeitsblatt auch noch weiteres, bei Quellenstudium angeeignetes Wissen vorhanden ist.

Weitergehende Nachfragen
Die folgenden Maßnahmen sind zeitaufwändig und könnten daher nur stichprobenartig oder aber bei begründeten Zweifeln ergriffen werden.

  • Internet
    Markante Stichwörter oder Textpassagen des Handouts in Internet-Suchmaschinen eingeben (Textpassagen bitte immer in Anführungsstrichen!), um zu sehen, ob die gesamte Arbeit in dieser Form bereits im Internet steht und bloß "abgekupfert" wurde.
  • Referate-Datenbanken
    Recherchieren Sie zu den Themen der Arbeit in den einschlägigen Referate-Datenbanken:
      • CD-ROMs
        Aber natürlich können die Schülerinnen und Schüler für ein schnelles Plagiat zu Standardthemen auch ganz lapidar CD-ROMs verwendet haben: Fach- oder Lexikon-CD-ROMs oder spezielle Referate-CD-ROMs.

      Übrigens

      Transparenz der Überprüfung

      Wenn Sie Ihre Schülerinnen und Schüler wissen lassen, dass solche Überprüfungsmaßnahmen für Sie sozusagen zum Standardrepertoire gehören, dann sollte allein Ihre offensichtliche Medienkompetenz schon einen gewissen Abschreckungseffekt haben.

      Souveränität
      Aber andererseits steht uns dann auch wieder etwas Gelassenheit ganz gut an, denn hundertprozentigen Schutz gegen Mogelei gab es auch vor Internet & Co. nicht. Im Zweifelsfall war da doch immer wieder ein großer Bruder oder eine Freundin als "Quelle", und die konnte (und kann noch immer) auch die cleverste Lehrkraft nicht so leicht entlarven. Und schließlich haben auch unsere Spitzenpolitiker Ghostwriter und Redenschreiber. In diesem Sinne also: Früh übt sich …

      Zusatzinformationen

      Informationen zum Autor

      Sebastian Schuhbeck ist Lehrer für Englisch und Katholische Religionslehre am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.

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