Geschichte digital: Die Französische Revolution

Mithilfe multimedialer Lernszenarien begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Zeitreise. Die CD-ROM eignet sich für entdeckendes Lernen, aber auch für den produktionsorientierten Unterricht.
 

Zeitgenössische Videoaufnahmen, Zeitzeugeninterviews oder Audioquellen machen es möglich, Geschichte auch lange nach einem Ereignis lebendig zu vermitteln und sind daher ideale Bestandteile multimedialer Präsentationen. Wer die Französische Revolution per CD-ROM darstellen will, kann auf solche attraktive Materialien allerdings nicht zurückgreifen. Die Ausgabe der FWU-Reihe "Geschichte digital" bietet einen interessanten Ausweg. Sie enthält multimediale Lernszenarien, bei denen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen einbringen oder zusätzlich Fakten recherchieren müssen. Inhaltlich beleuchtet sie  ereignis-, sozial- und alltagsgeschichtliche Aspekte.

Inhalt und Aufbau

Vom Ausbruch der Revolution ...
Ein Schwerpunkt (Szenario 1) liegt auf der Ereignisgeschichte des Jahres 1789. Er umfasst die Phase von der Einberufung der Generalstände über den Ausbruch der Revolution bis zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und der Ausarbeitung der 1. Verfassung. In mehreren Exkursen lassen sich auch andere Perspektiven einnehmen, zum Beispiel indem die Rolle der Frauen (Olympe de Gouges, Zug der Marktfrauen) während der Revolution thematisiert wird.

... bis zur Radikalisierung
Der zweite Schwerpunkt der CD-ROM (Szenario 2), führt ins Jahr 1791 und thematisiert die Rolle des Königs, den Krieg sowie die politische Radikalisierung in Paris in der frühen Terror-Phase. Auch hier wird der rein ereignisgeschichtliche Zugang durch mehrere Exkurse ergänzt: In der Aufgabe zur revolutionären Kleidung geht es zum Beispiel um Revolutionssymbolik. In der Geschichtsagentur steht die Beschäftigung mit der Marseillaise im Vordergrund, so dass hier der Focus auf den Zusammenhang von Revolution und Krieg gesetzt wird.

Informationen und Werkzeuge
Die Software besteht aus zwei Arbeitsbereichen: den inhaltlichen "Modulen" und den "Werkzeugen". Zwischen allen Elementen kann jederzeit umgeschaltet werden, denn eine entsprechende Menüleiste bleibt immer sichtbar.

Technik

Installationsvarianten
Drei Installationsarten sind möglich, um die netzwerkfähige Software zu nutzen: die Stand-alone-Version, die Netzwerkinstallation mit Lehrer-Modul oder die Installation im Netzwerk ohne Server auf dem Lehrerrechner.

  • Stand-alone-Version
    Die Stand-alone-Version ist nutzbar am einzelnen Rechner zu Hause oder am Einzelarbeitsplatz in der Schule.
  • Netzwerkinstallation mit Lehrer-Modul
    Bei der Netzwerkinstallation mit Lehrer-Modul reicht je nach Netzwerkkonfiguration die Installation auf dem Server.
  • Installation im Netzwerk ohne Server
    Bei der Installation im Netzwerk ohne Server erfolgt die Lehrerinstallation zunächst auf dem Lehrerrechner, dann die Schülerinstallation auf den Clients. Alle Inhalte der CD-ROM sind in Flash programmiert, auf dem Hauprechner wird ein Apache-Webserver installiert, der auch vor allen Clients gestartet werden muss. Danach werden die einzelnen Files vom  Browser gelesen.
 

Bei der Netzwerkinstallation und der Installation im Netzwerk ohne Server können mit dem "Lehrermodul" Inhalte vorkonfiguriert werden. Lehrerinnen und Lehrer legen hier fest, welche Inhalte der CD-ROM der Klasse oder einzelnen Gruppen angezeigt werden sollen. Über diese Art der Schülerverwaltung kann die Software den individuellen Bedürfnissen des Unterrichts angepasst werden. Mögliche Ablenkungsquellen lassen sich von vorneherein ausschalten.

Die CD-ROM im Unterricht

Selbstständiges und entdeckendes Lernen
Die genuinen Arbeitsformen für den Einsatz der CD-ROM sind dezentrale Lern-Arrangements, in denen die Schülerinnen und Schüler ihrem individuellen Arbeitstempo und Vorwissen entsprechend selbstständig arbeiten. Die Lernszenarien ermöglichen besonders gut entdeckendes Lernen, durch ihre "Werkzeuge" eignet sich die CD-ROM aber auch für den produktionsorientierten Unterricht. Der Lehrkraft kommt beim Einsatz der Lernszenarien die Betreuerrolle zu, denn sie konfiguriert via Lehrermodul die Inhalte vor und bleibt während des Unterrichts für technische und inhaltliche Fragen als Ansprechpartner im Hintergrund. Dafür muss sie die Struktur der Software ziemlich genau kennen, was eine nicht unerhebliche Einarbeitungszeit voraussetzt.

Methodenschulung nicht im Mittelpunkt
Im Rahmen der "Methodenschulung" werden an je zwei Text- und Bildquellen Analyse-Methoden aufgezeigt (als Textquelle zum Beispiel ein Auszug aus dem Manifest des Herzogs von Braunschweig vom 25.07.1792 in deutscher und französischer Sprache). Dem Medium PC entspricht die Aufarbeitung der Bildquellen mit der Lupe und hinterlegten Hotspots allerdings besser als die schematische Herangehensweise an die Textquellen. Diese sind extrem kurz beziehungsweise gekürzt. So entspricht die hier vorgeführte Textarbeit kaum dem Niveau, das in der Oberstufe erwartet werden kann.

Steht nur ein Computer zur Verfügung, könnte die Lehrkraft mithilfe des Beamers die zusammengestellten Inhalte frontal präsentieren. Auch für eine selektive Präsentation einzelner Bildquellen (weniger der Text-Quellen) eignet sich die Software.

Kurzinformation

TitelGeschichte digital: Die Französische Revolution
HerausgeberFWU Institut für Film in Wissenschaft und Unterricht, 2004
PreisEinzellizenz (EL): 50,00 €
Schullizenz (SL): 125,00 €
Mehrfach-Lizenz (16er Paket): 150,00 €
BestellnummerFWU-Bestellnummer: 6600864
ISBN: 3.922098-93-2
Bestellmöglichkeitper E-Mail an vertrieb@fwu.de
Technische Voraussetzungenab Pentium 350 MHz und 64 MB Arbeitsspeicher,
8-fach CD-ROM-Laufwerk, Grafikkarte mit einer Bildschirmauflösung 800x600, High Color, 16bit-Soundkarte,
Windows 98SE, ME, NT, 2000 oder XP

Fazit

Die Software bietet cleveres Infotainment in einer komplexen Arbeitsumgebung. Sie wird bei Schülerinnen und Schülern eine hohe Motivation erzeugen, wenn sie sich durch die Szenarien arbeiten. Beide Szenarien sind ansprechend programmiert und fördern entdeckendes Lernen. Die übersichtliche Gesamtnavigation erlaubt jederzeit den Rückgriff auf die Informationsmöglichkeiten im Lexikon und Inhaltverszeichnis. Die Präsentationswerkzeuge, mit denen das zum Teil spielerisch erworbene Wissen gefestigt werden kann, sichern in diesem Zusammenhang den pädagogischen Nutzen. Die Möglichkeiten des Lehrermoduls, Inhalte gezielt anzeigen oder ausschalten zu lassen, sind im Unterricht insbesondere in der Mittelstufe hilfreich. Insgesamt sind die Inhalte der Software fachwissenschaftlich fundiert, doch das Anspruchsniveau insbesondere im Bereich der Textarbeit und Methodenschulung eignet sich eher für die Mittelstufe und bleibt hinter dem Standard der Oberstufe zurück.

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Reinhold Petersen ist Lehrer am Bert-Brecht-Gymnasium Dortmund für die Fächer Geschichte, Musik und Katholische Religion.

  • Mehr Infos im Autorenverzeichnis
    Hier können Sie Kontakt mit Herrn Petersen aufnehmen. Zudem finden Sie hier eine Liste mit allen Lehrer-Online-Beiträgen des Autors.
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