Thomas Richter
03.03.2004

Barrierefreiheit - Webseiten für alle zugänglich machen

Die Einführung des Internets als zusätzliche Lern- und Informationsplattform für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Interessierte beinhaltet für die Schulen auch die Verantwortung, behinderte Menschen aufgrund ihrer Behinderungen weder von der aktiven Teilnahme am Unterricht noch von der Kenntnisnahme der von Schulen öffentlich im Internet bereitgestellten Inhalten auszugrenzen.
 

Zumindest für öffentliche Einrichtungen (Behörden) besteht im Rahmen des allgemein einzuführenden E-Governments eine gesetzliche Verpflichtung (laut BITV, die seit Juli 2002 in Kraft ist und laut §11 Behindertengleichstellungsgesetz), ihre Internetauftritte bis spätestens 2005 barrierefrei zu gestalten. Per Gerichtsbeschluss wurde in diesem Zusammenhang bereits festgestellt, dass das zusätzliche Anbieten einer reinen Textfassung des Internetauftritts nicht etwa als Umsetzung von Barrierefreiheit sondern vielmehr als weiterer Schritt der Diskriminierung anzusehen ist. Alles in allem erscheint es insbesondere für Auszubildende, zu deren künftigen Aufgabenstellungen im Beruf das Gestalten und Erstellen von Webseiten gehört unumgänglich, sich mit dieser Thematik gründlich auseinander zu setzen. Wenn die deutsche Rechtsprechung dem amerikanischen Vorbild in Bezug auf Barrierefreiheit folgt, so ist langfristig zu erwarten, dass auch die freie Wirtschaft dazu verpflichtet wird, ihre Internetauftritte barrierefrei zu gestalten. Dieser Beitrag soll die Leserinnen und Leser für die Problemstellungen, denen behinderte Menschen im Internet gegenüberstehen, sensibilisieren und nennt eine Reihe von Vereinen, Initiativen und Quellen als Basis zur weiteren Recherche.

Auswirkungen von Behinderungen auf die Internetnutzung

Fazit

Wie im Abschnitt "Sehbehinderungen" am Beispiel des Alternativ-Tags gezeigt wurde, ist Barrierefreiheit zum Teil schon mit sehr einfachen Mitteln zu realisieren. Der Mehraufwand bei der Erstellung einer barrierefreien Seite hält sich sehr in Grenzen und wird durch den deutlich geringeren Aufwand bei der Wartung der Seite mindestens ausgeglichen. Durch die Beachtung einiger einfacher Grundregeln bei der Erstellung von Webseiten, den Verzicht auf die Präsentation unnötiger Ablenkung anstelle von Inhalten und die Investition von ein wenig Zeit in die Reorganisation bestehender Seiten, ergeben sich beeindruckende Vorteile:

  • In jeder Hinsicht erheblich geringerer Wartungsaufwand bei der Webseite
  • Spürbares Herabsetzen der Netzlast durch verstärktes "Auf-Abruf-Herunterladen" und gleichzeitiges Verringern der Ladezeiten seitens der Nutzerinnen und Nutzer
  • Crawler und Agenten, die "Hilfskräfte" der Suchmaschinen können die Seite deutlich leichter identifizieren und interpretieren. Sie sind letztlich für die Eintragung und Positionierung in der Ausgabereihenfolge bei Suchergebnissen verantwortlich
  • Steigerung der Online-Verkaufszahlen (ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz aller potentiellen Transaktionen im Internet werden nur deswegen nie abgeschlossen, weil der Benutzer den Knopf zum Abschicken oder Ähnliches nicht finden kann)
  • Bessere Lesbarkeit für alle Leserinnen und Leser

Letztlich zählen ein durchgehend klar erkennbarer roter Faden, die Vermeidung unnötiger Ablenkung vom Wesentlichen und ein sparsamer Einsatz von Hervorhebungen zum guten Stil einer jeden professionellen Präsentation. Vielen bestehenden Webseiten fehlt übrigens gar nicht so viel zur Barrierefreiheit, was zum Beispiel mit dem Programm Bobby oder dem Lynx-Viewer (siehe Hintergrundinformationen) leicht überprüft werden kann.

Download

Barrierefreiheit.pdf
 

Zusatzinformationen

Informationen zum Autor

Dipl. Inf. FH Thomas Richter
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