Die Bilder scheinen uns Gewissheit zu geben: von fernen Himmelskörpern und galaktischen Nebeln, von Sonnensystemen und fremden Planeten, von dem, was allgemein Weltall genannt wird. Es sind nicht die abstrakten Daten der Radioteleskope und Weltraumsonden, die uns fesseln und den Kosmos erblicken lassen, es sind Bilder: Bilder, die in leuchtenden Farben, räumlicher Tiefe und abstrakten Formen bezaubern, uns in die Weiten des Weltalls hineinziehen. Dabei wird gerne übersehen, dass diese Bilder aus Datenmengen entstehen, es sich um technische Bilder handelt, die keinen Gegenstand repräsentieren, sondern diesen vielmehr simulieren. Die Imagination und Sehgewohnheit der Bildproduzenten spielen bei der Generierung dieser Simulationen keine geringe Rolle - genau so wenig wie die Einbildungskraft der Betrachter, die diese Bilder für ein Abbild des Weltalls halten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
Diese Anregung für den Kunstunterricht möchte ein bildkritisches Verständnis schulen, indem beispielhaft auf die Frühzeit der astronomischen Fotografie, den Bildern einer Raumsonde und einen vermeintlichen Dokumentarfilm zur ersten Mondlandung eingegagngen wird. Diese Beispiele können im Kunstunterricht oder im fächerverbindenden Unterricht mit naturwissenschaftlichen Fächern zur Analyse und Nachahmung dienen und sollen somit zu einer Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die Entstehung von technischen Bildern führen.
Michael Scheibel ist als Fachautor und freier Redakteur für Lehrer-Online tätig.
Film, Fotografie, Bildbearbeitung, Bildanalyse