Exil-Club: Themenbereich Afrodeutsche

Noch immer bilden Schwarze in Deutschland eine Minderheit, die aufgrund ihrer Hautfarbe mit alltäglicher Diskriminierung leben muss. Die Themenstationen beleuchten ihre Kultur, ihre Identität und ihren Alltag.
 

Die Bezeichnung "Afrodeutsche" steht für ein neues Selbstverständnis von Schwarzen in Deutschland, das sich in den letzten 20 Jahren herausgebildet hat. Es äußert sich in Musik, Literatur und Alltagskultur. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Vereinen und Institutionen, die Interessen von  Menschen afrikanischer Abstammung in Deutschland wahrnehmen und entscheidend mit zu einer afrodeutschen Identität beitragen.

Im neuen Themenbereich des Exil-Clubs erfahren Schülerinnen und Schüler mehr über das Selbstverständnis von Afrodeutschen - wie sie sich in Deutschland heute sehen, welche Rolle dabei die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa und Afrika spielen und welchen Bezug sie zu ihren afrikanischen Wurzeln haben.

Die Stationen im Überblick

Station 1: Afrodeutsche Identität und Kultur
In den vergangenen 20 Jahren hat sich unter dem Begriff "afrodeutsch" ein neues Selbstverständnis von Schwarzen in Deutschland herausgebildet. Die erste Station des Themenbereiches beleuchtet das zentrale Ausdrucksmittel afrodeutscher Identität: die Hip-Hop-Kultur, die sich heute in Musik, Literatur und Alltag präsentiert.

Station 2: "Afrodeutsche" oder "Neger"?
Mohrenkopf und Negerkuss: Ist unsere Alltagssprache rassistisch? Müssen wir unsere Sprachgewohnheiten ändern? Oder reicht es, sich klar zu machen, dass altbekannte Ausdrücke unserer "Alltagssprache" möglicherweise als rassistisch aufgefasst werden? Schülerinnen und Schüler erfahren in dieser Station, dass Diskriminierung häufig durch Sprache erfolgt. Sie werden angeregt, ihren eigenen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen.

Station 3: Afrikas Begegnung mit Europa
Mit entscheidend für unsere Einstellung gegenüber Afrodeutschen ist Europas Bild von Afrika. Dieses hat sich im Zeitalter des Kolonialismus geprägt - als weiße "Herrenmenschen" die Wiege der Menscheit in Besitz nahmen. Wie verlief die Kolonisierung des "Schwarzen Kontinents" und welches Verhältnis haben afrodeutsche Jugendliche heute zu ihren afrikanischen Wurzeln?

Station 4: Schwarze und Deutsche
Das rassistische Menschenbild der deutschen Kolonisatoren prägte bis zum Ende des Nationalsozialismus die Einstellung vieler Deutscher gegenüber Schwarzen. Doch selbst unter der menschenverachtenden NS-Diktatur war es möglich, dass ein Afroamerikaner zum Publikumsliebling der olympischen Spiele wurde. Interessante Informationen über die gemeinsame Geschichte von Schwarzen und Deutschen.

Station 5: Mach mit!
Mola Adebisi, Sabrina Setlur, Xavier Naidoo, Gerald Asamoah sind nur einige prominente Beispiele: Wie leben afrodeutsche Stars bei uns? Mit welchen Problemen müssen sie sich herumschlagen - als Farbige, als Künstler oder als Sportler? In der letzten Station können Schülerinnen und Schüler zu ihren Stars im Internet recherchieren und ihre Ergebnisse auf einer eigenen Website im Exil-Club dokumentieren.

Zu den Lernstationen

Informationen zum Autor

Dr. Martin Kött
 

Dieser Themenbereich entstand im Rahmen des Exil-Clubs, der Lernumgebung mit Arbeitsplattform von Schulen ans Netz e.V., die den handlungsorientierten Umgang mit Inhalten zu Exil und Fremdsein unterstützt.

 
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