Markus Dange
15.09.2003

Internetnutzung - Von Kontrolle und Selbstverantwortung

Wer seine Schülerinnen und Schüler vor jugendgefährdenden Inhalten schützen will, sollte sich nicht auf Filtersoftware allein verlassen. Und auch bei scheinbar seriösen Informationsangeboten gilt es, die Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

FILTERPROGRAMME HABEN GRENZEN

Kein sicherer Schutz
Filterprogramme sollen Seiten der Bereiche Sex, Gewalt und Radikalismus sperren. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Programme erstens alle Angebote im Internet kennen und zweitens auch erkennen, ob es sich um eine jugendgefährdende Internetseite handelt oder nicht. Nicht einmal die großen Suchmaschinen (wie zum Beispiel google.com oder yahoo.com) kennen alle Seiten im Internet. Und sie können erst recht nicht herausfinden, zu welcher Kategorie eine Seite gehört. Täglich entstehen Millionen neuer Internetseiten. Und wer wirklich etwas im Internet finden will, wird auch fündig, egal, was es ist. Da Filterprogramme noch weniger leistungsfähig sind als Suchmaschinen, bieten sie nur einen geringen Schutz gegen jugendgefährdende oder indizierte Inhalte.

Kontrolle als Erziehungsziel?
Die Schulen sollen Schülerinnen und Schüler auf einen verantwortungsvollen kritisch-reflektierten Lebensstil vorbereiten. Die Jugendlichen müssen daher die positiven und negativen Seiten ihrer Lebenswelt kennen lernen und mit ihr umgehen können. Allein der Versuch, ihnen den Zugang zu Sex, Gewalt und Radikalismus zu sperren, ist nicht ausreichend. Schulen müssen die Schülerinnen und Schülern über mögliche Gefahren des Internets informieren und ihnen zeigen, wie sie mit ihnen umgehen können.

INTERNETKOMPETENZ VERMITTELN

Wie glaubwürdig sind Informationen im Internet?
Die Vermittlung von Kenntnissen über Vorteile und Gefahren des Internets gehört genauso zum Bildungsauftrag wie die Vermittlung von Kenntnissen, wie man Online-Informationsquellen einschätzen und beurteilen kann. Nicht alle Internetseiten sind seriös. Auch wenn eine Homepage keine jugendgefährdenden Themen präsentiert, kann die Qualität sehr schlecht sein. Hier gilt es den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie sie die Glaubwürdigkeit von angebotenen Informationen bewerten können.

Fazit: Internetkompetenz vermitteln
So können Sie Ihren Schülerinnen und Schülern  mögliche Gefahren im Internet bewusst machen und ihnen Hilfestellungen geben, wie sie die Qualität von Informationen beurteilen können.

  • Sie müssen ihre Schülerinnen und Schüler natürlich darauf hinweisen, dass der Zugang zu jugendgefährdenden Internetseiten verboten ist. Dieser Hinweis im Unterricht ist allein schon aus rechtlichen Gründen erforderlich.
  • Aktivieren Sie zum Beispiel den Filter im Internet Explorer (über Extras > Internetoptionen > Inhalte > Inhaltsratgeber) und stellen Sie dort alle Bereiche auf die Stufe 0.
  • Informieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler über Vorteile und mögliche Gefahren im Internet. Vermitteln Sie, wie sie damit eigenverantwortlich umgehen können.
  • Überlegen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern Kriterien, mit denen sich die Qualität von Internetseiten einschätzen lässt.

    Zum Weiterlesen

    Material
     
    Alice im Netz - Das Internet vergisst nie!
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