Ein Walkman im Mini-Format - der MP3-PlayerFrüher ermöglichten tragbare Kassetten- oder CD-Player das Hören von Musik im Bus oder beim Joggen. Inzwischen sind solche Geräte von MP3-Playern abgelöst worden. Und diese können, obwohl sie oft nicht größer als ein Feuerzeug sind, viel mehr Musiktitel speichern als die früheren Datenträger. Ein Grund hierfür ist das verwendete Dateiformat.
MPEG (MP3) ist ein Audio-Format, das eine hohe Kompression von Audio-Daten bei sehr geringem Qualitätsverlust ermöglicht. Frequenzumfang und Rauschabstand bleiben quasi erhalten. Eventuelle qualitative Verluste sind kaum hörbar - vorausgesetzt, die Dateien wurden entsprechend erstellt. Das Kompressionsverfahren basiert darauf, dass "unhörbare" Audio-Informationen entfernt werden. Viele Töne werden durch andere überlagert, andere werden vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen, da sie außerhalb eines bestimmten Frequenzbereiches liegen. Die Ersparnis an Datenmenge ist enorm - Stereo-Musik lässt sich um den Faktor 1:10 verkleinern. Diese hohe Kompression bietet viele neue Möglichkeiten. Es ist jetzt einfach, auch große Mengen von Musikdaten zu archivieren. Zum Beispiel passt das Volumen von 11 Audio-CDs nach der Kompression auf eine einzige CD.
Der Umgang mit MP3-Dateien erstreckt sich über drei Grundfunktionen: Das Erstellen der Dateien, das Abspielen auf dem PC und das Speichern auf einem tragbaren Player.
MP3-Dateien erstellen oder vorhandene Dateien umwandelnWenn Sie eigene Audiodateien produzieren, bietet sich das Speichern im MP3-Format aufgrund der geringen Speichergröße an. Inzwischen verfügen die meisten Audioprogramme über eine solche Funktion, beispielsweise die Open-Source-Software Audacity."Rippen" von DateienEs besteht auch die Möglichkeit, die Musik von einer Audio-CD im MP3-Format abzuspeichern. Dazu benötigen Sie ein Programm, das die vorhandenen Audioddateien "rippt", also umwandelt und auf der Festplatte speichert. Inzwischen können das sogar die gängigen Audioplayer. Neuere CDs verfügen aber oftmals über einen Kopierschutz, der das Speichern auf dem PC und damit die Möglichkeit der illegalen Verbreitung im Internet verhindern soll.
Dateien auf dem Computer abspielenZum Abspielen dieser Datei benötigen Sie einen PC mit Soundkarte, Boxen und eine Software, die als "Abspielgerät" fungiert. Diese ist in der Regel in ihrem Betriebssystem integriert, kann aber auch kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Eine kleine Auswahl von sehr beliebten "Abspielgeräten":
Dateien auf den MP3-Player übertragenSofern Sie einen MP3-Player besitzen, können Sie Ihre MP3-Dateien auf das Gerät übertragen. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Abspeichern auf einer Diskette oder einem USB-Stick. Auch neuere Handys verfügen oftmals über eine Funktion, die das Abspielen von MP3s ermöglicht.
Der Musikdownload unterscheidet sich nicht von dem anderer Dateien. Es stellt heute keinerlei Problem dar, Musikstücke aus dem Internet auf den eigenen Rechner zu übertragen. Geben Sie den Namen eines Interpreten und den Zusatz MP3 in eine Suchmaschine ein, und Sie werden auf viele Downloadmöglichkeiten stoßen. Die MP3-Datei laden Sie genauso wie jede andere Datei auf ihren PC herunter (eventuell rechte Maustaste und "Datei Speichern unter").
Bitte beachten Sie, dass auch Musikstücke dem Urheberrecht unterliegen, und dass es nur dann legal ist, Musik aus dem Internet herunterzuladen, wenn die Rechteinhaber ihr Einverständnis dazu erklärt haben. Besonders trifft das auf solche Dateien zu, die auf Tauschbörsen angeboten werden.
Andreas Grünewald ist Gymnasiallehrer für die Fächer Französisch und Spanisch und Professor für Didaktik der romanischen Sprachen mit dem Schwerpunkt Spanisch an der Universität Hamburg.
Audio, Audiobearbeitung