Jess Matthiesen
08.07.2002

Erfahrungen und Ergebnisse

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass virtueller Unterricht trotz diverser Probleme sehr sinnvoll und auch durchführbar ist.

Akzeptanz

Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler
Der Vorschlag einen Teil des Unterrichtes auf einer neuen Konferenzplattform zu halten wurde von den Schülerinnen und Schülern mit großem Interesse aufgenommen. Aber schon die Frage, von wo aus die Teilnahme erfolgen solle, löste erste Diskussionen aus. Während ein Teil der Schüler sich eine Teilnahme im Betrieb gut vorstellen konnte, wurde dies von anderen Schülern kategorisch abgelehnt. Gründe für die Ablehnung waren zum einen der Kundendiensteinsatz und zum anderen der nicht vorhandene ungestörte Arbeitsplatz.

Ein Schüler beschrieb ein mögliches Szenario: "Wenn ich dort mit einem Headset vorm PC sitze und weder für das Telefon, noch für die Kollegen ansprechbar bin, würde das von den Kollegen nicht akzeptiert werden."
Die Schüler und Schülerinnen waren nur eingeschränkt bereit, eigene Onlinekosten für den Unterricht zu tragen. Weiterhin sollte der Versuch keine Freizeit verbrauchen.
Dies sind alles Probleme, die Auszubildende als schwerwiegende Kriterien heranziehen, uns von Seite der Berufsschule aber als organisierbar erscheint.

Auf Seiten der Betriebe
Die Betriebe haben ein durchaus hohes Interesse in Hinblick auf Flexibilisierung von Ort und Zeit gezeigt. Dadurch würde sich die Verfügbarkeit der Auszubildenden erheblich erhöhen. Ebenso war auch ein Interesse an innovativen Systemen zur Mitarbeiter- und Kundeschulung vorhanden.

Auf Seiten der Schule
Die Schulen waren an neuen Lehr- und Lernformen interessiert. Flexibler Einsatz der Lehrkräfte und dadurch auch die Einsparung von Raumbedarf wäre dabei eine positive Folge.

Erste Erfahrungen

Die Schülerinnen und Schüler tun sich zum einen leichter im Umgang mit der Software, auftretende technische Probleme werden mit Leichtigkeit behoben.
Allerdings waren diese Schüler im Vergleich zu den Teilnehmern aus der Lehrerschaft wesentlich kritischer im Umgang mit der Software.

Pannen und Verzögerungen wurden akzeptiert, traten allerdings in der Bewertung als Argumente gegen die Systembenutzung in den Vordergrund. Evaluationen oder Lernerfolgskontrollen konnten in diesem Schuljahr nicht mehr durchgeführt werden.

Ausblick

Chancen für synchrones E-Learning
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass synchrones E-Learning in der Beruflichen Bildung durchführbar ist. Nach den ersten Stunden und dem Feedback der Schülerinnen und Schüler verstärkt sich der Eindruck, dass eine Intensivierung dieses Versuches im nächsten Schuljahr sinnvoll ist.

Der Unterricht funktioniert genau wie in der Lehrerfortbildung.  Es bleibt zu erarbeiten, welcher Mix zwischen Präsenzunterricht und Onlineunterricht sinnvoll ist. Weiterhin müssen die Ausbildungsbetriebe mit einbezogen werden, um den Schülern eine ungestörte Teilnehme vom Betrieb aus zu ermöglichen.

Erlangung der Fachhochschulreife
Auch im Bereich der Vollzeitschulen erscheint virtueller Unterricht als sinnvoll und durchführbar. Als besonders interessantes Einsatzfeld für synchrones E-Learning erscheint auch der Zusatzunterricht zur ausbildungsbegleitenden Erlangung der Fachhochschulreife. Dieses Angebot ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern sich mit dem Berufsschulabschluss für das Studium an der Fachhochschule zu qualifizieren.

Der Unterricht findet abends oder am Wochenende statt, die Abbrecherquote ist relativ hoch, daher kommt es zu einer relativ geringen Schülerfrequenz in diesen Bereich. Durch ein landesweites Angebot des Zusatzunterrichtes im virtuellen Klassenraum könnten wir dieses Angebot attraktiver machen und gleichzeitig die Effizienz steigern.

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