Silke Strucken
21.09.1999

Projektorientiertes Lernen im Lebensraum Wald

Die von Elisabeth Kauf zusammengestellten Materialien für eine Unterrichtseinheit zum Thema "Lebensraum Wald" bieten eine Fülle von Anregungen für ein fächerübergreifendes Lernen.
 

Neben dem Schwerpunkt in sachunterrichtlichen Informationen und deren sprachlicher Verarbeitung bietet die Autorin unter anderem viele Sinnesübungen und musikalische Anknüpfungspunkte. Das Projekt wurde in einem 2. Schuljahr durchgeführt, eignet sich aber nach individueller Schwerpunktauswahl für das 1. bis 3. Schuljahr. Anregungen für den Verlauf einer Unterrichtseinheit soll die nachfolgende Struktur geben, die beispielhaft einige Materialien des Waldprojektes aufgreift.

Planung und Vorbereitung

Mit Hilfe einer gemeinsam erstellten oder ergänzten "Suchliste" kann sich die Lerngruppe auf "Das große Suchen" machen. Ein Waldspaziergang bietet sich als Ausgangspunkt zum Sammeln von Naturmaterialien und Fragen zu den unterschiedlichen Pflanzen, Lebewesen und Erscheinungsformen in dieser Jahreszeit an. Im Anschluss kann der Aufbau eines "Naturmuseums" begonnen werden. Die gesammelten Materialien müssen untersucht und bestimmt werden, die notierten Fragen wollen beantwortet werden. Es werden also entsprechende Quellen (Literatur, Experten) benötigt, deren Organisation an Kleingruppen vergeben werden sollte. Der weitere Verlauf wird durch eine Ideen- und Arbeitssammlung grob festgelegt. Der Übergang zur Werkstattarbeit kann hierbei als fließend betrachtet werden.

Austausch von Erfahrungen

"Mit der Lupe unterwegs" beschreibt eine schöne Situation, um sich mit den Kindern in die Sichtweise einer Ameise zu versetzen. Durch das Übernehmen einer Tierrolle können die Kinder ihre natürliche Phantasie mit den tatsächlichen Gegebenheiten vergleichen. Was sieht die Amsel im Flug über der Wiese? Oder wie schafft es das Eichhörnchen, so schnell auf einen Baum zu klettern? Die "Geräusche des Waldes aufnehmen" und mit Orff-Instrumenten nachahmen fördert das musikalische Verständnis und kann in einer Klanggeschichte ("Wie das Eichhörnchen zu seinen Nüssen kam") verarbeitet werden. In einer "Duftsammlung" können Waldmaterialien charakterisiert und von künstlichen Stoffen unterschieden werden. Eine Sammlung von bezeichnenden Adjektiven kann sich zur Wortschatzerweiterung anschließen. Spiele zur Förderung der Sinne, zum Beispiel das "Tastspiel"  können von den Kindern selbst entwickelt werden.

Durchführung in Interessensgruppen

Gestaltung

Eine Möglichkeit der Vertiefung und Übung liegt in der Gestaltung eines "Ökosystems Wald" oder eines "Nahrungskettenmobiles". Die Sachinformationen und das persönliche Erleben können in bildnerische Darstellungen umgesetzt werden. Auch für die Partner- oder Kleingruppenarbeit sind diese Arbeiten geeignet, da die Kinder sich über die Gestaltung verständigen und austauschen müssen. Das "Basteln mit Naturmaterialien" muss nicht auf Kastanienmännchen beschränkt werden! Die Kinder können mit ihrer persönlichen Sammlung einen Phantasiewald gestalten oder zu mehreren eine Erlebniswelt aus Ameisenperspektive bauen. Auch ein Sinnesparcour ist realisierbar.

Informationssammlung und -sicherung

Im Bereich Sprache können verschiedene Arbeitsblätter das Wissen der Schüler vertiefen und festigen. Neben den 'Klassikern' werden unter den Rubriken "Bäume", "Sträucher", "Pilze" und "Tiere im Wald" zahlreiche Angebote zu interessanten und wichtigen Themenbereichen geboten. "Warum verlieren Laubbäume ihre Blätter?" oder 'Welche Sträucher und Pilze sind giftig?' sind nur zwei der schön illustrierten und aufbereiteten Sachinformationen. Lohnenswert ist auch ein Einsatz des Baumgedichts oder der anregend gestalteten Materialien zu Eichhörnchen und Spinnen. Dem immer aktuellen Thema "Waldsterben" wird mit den '10 grünen Geboten' ein besonderer Platz eingeräumt, der zu Unterrichtsgesprächen anregt.

Präsentation

Ist das Naturmuseum nach den Vorstellungen der Klasse eingerichtet, kann es der Parallelklasse zu einem Informationsbesuch inklusive Expertenbefragung dienen. Auch die Klanggeschichte lässt sich für schulinterne Vorstellungen nutzen. Die Erstklässler sind bestimmt ein dankbares Publikum! Die Präsentation der gestalterischen, musischen oder sprachlichen Arbeiten ist sowohl in Zwischensequenzen als auch zum Abschluss der Unterrichtseinheit sinnvoll.

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