Redaktion / PM
29.01.2016

SCHAU HIN! Casting- und Datingshows kritisch reflektieren

Ob "Dschungelcamp", "DSDS", "Germany's Next Topmodel" oder "Der Bachelor" - Casting- und Datingshows sind derzeit wieder viel diskutiertes Schulhofthema. "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht", der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, jüngeren Kindern Alternativen anzubieten und mit älteren Kindern gemeinsam zu schauen.
 

Eintauchen in Gülle, harsche Kritik der Jury oder inszenierte Reibereien zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten: viele Sendungen bedienen sich drastischer Mittel und nutzen fragwürdige Online-Angebote, um Emotionen zu wecken und für Gesprächsstoff gerade bei der jungen Zielgruppe zu sorgen. Viele Eltern fragen sich, ob ihr Nachwuchs diese Sendungen sehen soll. "Am besten fragen Eltern erstmal ihr Kind, warum es die Sendung unbedingt sehen möchte. Dann können sie die Hintergründe besser einschätzen und daraus eine begründete Haltung entwickeln", empfiehlt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. So merken Eltern schnell, ob ihr Kind die Sendung schaut, weil diese im Freundeskreis gerade "in" ist, zum reinen Zeitvertreib oder weil es mit bestimmten Personen mitfiebert beziehungsweise sich über diese lustig macht.

 

SCHAU HIN-Tipps

Jüngeren Kindern Alternativen anbieten
Bei den meisten jungen Zuschauerinnen und Zuschauern geht es darum, nicht Außenseiter zu sein, sondern mitreden zu können. Doch sind diese Formate mit Themen aus der Erwachsenenwelt für jüngere Kinder weniger geeignet. Das zeigt schon der späte Sendeplatz. Sendungen nach 20 Uhr, wie "GNTM", "Bachelor" und "DSDS" sind erst für Zuschauer ab zwölf, solche nach 22 Uhr wie das "Dschungelcamp" für Zuschauer ab 16 Jahren zugelassen. Eltern können jüngeren Kindern Alternativen im Kinderprogramm empfehlen, in denen Gleichaltrige die Hauptakteure sind. Ein Beispiel ist die Sendung "Dein Song" mit 16 jungen Songwriterinnen beziehungsweise Songwritern, die ab 22. Februar 2016 im Kika zu sehen ist.

Mit älteren Kindern schauen und diskutieren
Je älter Kinder werden, umso größer sind der soziale Druck und damit der Wunsch, die Sendung sehen zu dürfen. Hält dieser an, ist es sinnvoll, zumindest einige Folgen zusammen mit dem Kind zu schauen. So können Eltern mit ihrem Kind über die Sendung sprechen.

Differenzierte Haltung anregen
Gerade Kinder durchschauen oft nicht die Inszenierung in diesen Formaten und das damit verbundene klischeehafte Menschen- und Rollenbild. Eltern können darauf aufmerksam machen, dass die Dramaturgie und hämische Kommentare aus dem Off bewusst Emotionen wecken sollen und wie erniedrigend manche Dschungelprüfung oder der Kampf um die Gunst der Jury sein kann.

Crossmediale Vermarktung besprechen
Viele TV-Formate sind so erfolgreich, weil sie das Publikum eng an die Protagonisten binden. Dazu dienen vor allem "Second Screen"-Angebote wie Fanseiten oder Profile der Darsteller auf Facebook, Twitter und Instagram. Gewinnspiele, etwa verbunden mit dem Aufruf, Selfies öffentlich unter einem Hashtag zu posten, animieren zudem zur Preisgabe privater Daten. Die Plattformen enthalten oft beleidigende Kommentare, werden nicht moderiert, bergen Kontakt- sowie Konfrontationsrisiken und sind daher für Heranwachsende ungeeignet. "Am besten achten Eltern auf die Altersfreigaben der Dienste, informieren sich über Risiken, klären ihre Kinder darüber auf und vereinbaren Chatregeln, etwa Störer zu melden und zu blockieren. Zudem ist die Anmeldung bei bestimmten Diensten oder die Teilnahme an Gewinnspielen vorher zu besprechen", rät Langer.

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