Im September 2000 begann an der Ganztagsgrundschule Hillesheim (Eifel) das Pilotprojekt "Wizadora". Aus dem Einsatz des Multimedia-Pakets in der Unterrichtspraxis entwickelte sich ein Medienprojekt mit dem "Wizadora-Café" als Herzstück. Neben der Arbeit am Computer entstanden ein "Wizadora-Kino", ein gemeinsames Bingo-Spiel, Bastelangebote sowie ein organisierter Cafébetrieb. Im Herbst 2001 produzierte der SWR einen Fernsehbeitrag unter anderem über das Wizadora-Café: "Das klickende Klassenzimmer". Mit der Aufführung von Wizadora als Theaterstück endete das Projekt im Juni 2002 - das Café gibt natürlich weiterhin.
Schulische VoraussetzungenDie Klasse 3d der Grundschule Hillesheim besteht aus 27 Kindern, alle wohnen am Schulort. In der Klasse wird seit dem 1. Schuljahr mit offenen Unterrichtsformen gearbeitet und die Schülerinnen und Schüler sind im Umgang mit einem klasseneigenen Computer vertraut. Die meisten Kinder arbeiten gerne projektorientiert und zeigen sich in neuen Lernsituationen neugierig und motiviert. Hier verhalten sich einige sehr selbstständig und kreativ bei der Umsetzung neuer Ideen. Daneben gibt es einen Teil stark verhaltensauffälliger Kinder mit Schulleistungsstörungen und Lernproblemen.Englisch ab Klasse 2Alle Kinder kommen gerne zur Schule und sind immer bereit, auch am Nachmittag für die Klasse zu arbeiten. Im zweiten Schuljahr machten die Schülerinnen und SSchüler bereits erste Erfahrungen mit der Fremdsprache Englisch. Im Gesamtunterricht wurden die Themenschwerpunkte Farben, Früchte, Tiere behandelt und Singspiele eingeübt. Alle Kinder zeigten sich dabei auffallend motiviert.
Räumliche VoraussetzungenDer Klassenraum befindet sich etwas abgelegen in einem Seitentrakt im Erdgeschoss und hat keine Verbindung zu anderen Klassenräumen. Ein kleiner Werkraum und die Schulküche befinden sich in unmittelbarer Nähe. In der Klasse gibt es eine Raum-in-Raum-Situation, die sich ideal für Kleingruppenarbeit oder den Einsatz mit Computern eignet. Nach einem halben Jahr haben wir den nicht benutzten Werkraum kurzerhand zum "Kino" umfunktioniert und die neu angeschaffte Fernseh-Videoanlage dort aufgestellt. Mittlerweile wird der "Kinoraum" von allen Klassen genutzt, um Videos zu sehen.
Technische VoraussetzungenDie Organisation der notwendigen technischen Voraussetzungen in unserer Arbeit war das größte zu bewältigende Hindernis. Es dauerte insgesamt rund fünf Monate, bis schließlich fünf funktionsfähige Computer einsatzbereit waren. Nur mithilfe eines in dieser Beziehung sehr motivierten, talentierten und ausdauernden Schülers sowie eines engagierten Vaters, der oft als Pannenservice herbeieilte und uns mit dem notwendigen Know-how unterstützte, konnten die technischen Probleme immer wieder gelöst werden.
FazitAlles in allem hat sich der technische Aufwand - gemessen am Erfolg des entstandenen Projekts - jedoch mehr als gelohnt. Es zeigt sich aber auch, wie weit der Schulalltag noch entfernt ist vom selbstverständlichen multimedialen Unterricht, allein schon unter dem Gesichtspunkt der Ausstattungsmängel.
entwickelten das Projekt vor Ort. Christian Linden ist Grund- und Hauptschullehrer, Gisela Wrobel ist Sonderschullehrerin und im Rahmen der "Integrierten Förderung" tätig. Beide haben diesen Beitrag für die Zeitschrift "Schulfernsehen Südwest" verfasst.