Geisteswissenschaften

Der TafelKopf – das bewegte Bild

Veröffentlicht am 07.04.2005
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • 1-2 Unterrichtsstunden
  • Unterrichtsplanung
  • 2 Arbeitsmaterialien

Aus der ständigen Überarbeitung eines einzelnen Bildes entsteht ein Film. Dieser Beitrag zeigt, wie einfach dies im Kunstunterricht mithilfe einer digitalen Kamera, einer Tafel, einem Computer und einem Bildpräsentationsprogramm geschehen kann.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Das vorgeschlagene Verfahren wurde als Gruppenarbeit an der Tafel realisiert. Das ist methodisch außergewöhnlich, dürfte doch die Organisationsform "Einzelarbeit" für die Herstellung ästhetischer Produkte immer noch Standard sein. Tastende, zögerliche Anfänge, zunächst verhaltene, zeichnerische Reaktionen, gehen in gezieltes, dialogisches Arbeiten über, das zeitweise fast die Züge eines engagierten bis aufgebrachten "Kampfzeichnens" annehmen kann. Die verbale Verständigung kommt phasenweise gänzlich zum Erliegen und wird ersetzt durch bildbasierte Kommunikation. Gelegentlich entwickeln sich Situationen eigenartiger, fast meditativer Konzentration.

  • Ein Film entsteht aus einem Bild
    Wie der Künstler William Kentridge durch die ständige Überarbeitung eines gemalten Bildes zu einem Film gelangt.
  • Kentridges Verfahren für die Schultafel
    Strich für Strich entwickelt sich ein Motiv auf der Schultafel und wird zu einem bewegten Bild.
  • Die Ästhetik der Dynamik
    Eine sich verlängernde Linie, ein Quadrat, das durch das Bild wandert, ein Kopf, der sich Strich um Strich auf-, um- und abbaut, veranschaulichen flüssige Abläufe.
  • Gruppenarbeit als Methode
    Erläuterungen zu Thema und Motiv, Motiv und Entwicklung, Arbeitsverteilung und Ablauf im gruppendynamischen Prozess.
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Vermittelte Kompetenzen

Inhaltliche Ziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • filmische Abläufe anschaulich erfahren.
  • ein Gefühl für die Dynamik der Bewegung bekommen.

Ziele im Bereich der Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • bildbasierte Kommunikation in der Anwendung üben.
  • Spontaneität im Prozess der medialen Produktion entwickeln.

Der hier beschriebene Unterrichtsvorschlag basiert auf einer Variante: Statt viele Bilder einzeln herzustellen, wird der Veränderungsprozess eines Motivs als Bildreihe dokumentiert. Anders formuliert: In einer Zeichnung werden sukzessive die bewegungsbedingten Änderungen vorgenommen und jeweils fotografisch festgehalten. Der größte Teil des Bildes bleibt unberührt. Es entsteht eine Bildfolge, die die Metamorphose zeigt. Dieses Vorgehen zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus, die im Folgenden dargestellt werden, um Kolleginnen und Kollegen Anregungen für eigene Projekte zu geben.

 

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDer Tafelkopf - das bewegte Bild
AutorFrieder Kerler
FachKunst
ZielgruppePrimarstufe, Sekundarstufe I und II
Zeitraum1-2 Unterrichtsstunden
Mediendigitale Fotokamera, Tafel, Computer, Bildpräsentationsprogramm (z.B. QuickTime Pro)
VoraussetzungenGrundkenntnisse in der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung

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Avatar Frieder Kerler

ist Kunstlehrer am Mörike-Gymnasium in Göppingen. Darüber hinaus ist er als Buch- und Ausstellungsgestalter tätig und arbeitet als Redaktionsmitglied im Schulkunstprogramm Baden-Württemberg.

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