Mit der Schülersternwarte auf dem Dach des Wuppertaler Carl-Fuhlrott-Gymnasiums wurde am 30. Oktober 2009 ein einzigartiges Schülerlabor eingeweiht, das das naturwissenschaftliche Bildungsangebot im Bergischen Land nachhaltig stärken wird. Es wird einer breiten Öffentlichkeit die Faszination der Astronomie und Astrophysik vermitteln. Das "Schülerlabor Astronomie" besteht aus sechs Beobachtungsinseln und einem Sternwartengebäude, sodass insgesamt sieben Schülergruppen gleichzeitig astronomische Beobachtungen durchführen können. Ein von der schuleigenen Astronomie-AG selbstgebautes Planetarium sorgt zudem für stimmungsvolle astronomische Lehrprogramme und Shows. Die Einrichtung steht Kindern und Jugendlichen über die Wuppertaler Junior Uni und über die neu gegründeten Bergischen Science Labs (BSL), den allgemeinen Schülerlabors der Universität Wuppertal, auch unabhängig vom Schulbetrieb offen und dient zudem der Lehrerausbildung.
Astronomie in der PhysiklehrerausbildungDie Vernetzung mit dem SchulPOOL-Projekt der Bergischen Universität Wuppertal wird zu einer nachhaltigen Verbesserung der Physiklehrerausbildung an der Universität und zu einem erweiterten naturwissenschaftlichen Angebot führen, sowohl an der in Wuppertal beheimateten Junior Uni als auch an allen Schulen im Bergischen Städtedreieck.
Unterstützung von Schülerprojekten durch die UniAstronomische Einzelprojekte von Lernenden werden im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Universität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern betreut. So kommt es dauerhaft zu einem engen Kontakt der Schülerinnen und Schüler aus der Region mit der Forschung. Zahlreiche Preise, die beim Röntgen-Physikwettbewerb und bei "Jugend forscht" bereits mit astronomischen Projekten der Astronomie-AG errungen worden sind, belegen schon seit Jahren die nachhaltige Bedeutung des Schülerlabors. Mit der Fertigstellung ist die Sternwarte nun für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich.
Die innovative Idee unseres "Schülerlabors Astronomie" ist europaweit der erste Versuch dieser Art, eine Sternwarte als Bildungseinrichtung zu etablieren. Typische Sternwarten sind entweder Forschungseinrichtungen oder dienen als Vereinssternwarten für Amateure. Auch bereits bestehende Schulsternwarten orientieren sich an diesen Vorbildern. Man findet also stets eine Einrichtung vor, in der ein Einzelner oder ganz wenige Eingeweihte arbeiten können. Mit unserem Konzept der Schülersternwarte betreten wir Neuland, da hier viele Schülergruppen gleichzeitig und unabhängig voneinander astronomische Beobachtungen praktisch durchführen können. Das zentrale Sternwartengebäude wird ergänzt durch sechs astronomische Beobachtungsinseln, die identisch ausgestattet sind und die den daran arbeitenden Schülergruppen gleiche Bedingungen für astronomische Beobachtungen bieten.
Ohne zahlreiche Stiftungen, Bürgervereine, Lions- und Rotary-Clubs sowie private und Industrie-Sponsoren wäre die Idee eines solchen Schülerlabors nicht zu verwirklichen gewesen, denn angesichts der leeren Kassen in Städten und Kommunen ist es utopisch, auch nur einen geringen Beitrag aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung gestellt zu bekommen. Neben vielen Kleinspendern möchten wir uns vor allem bei den folgenden Hauptsponsoren und Stiftungen bedanken, die dieses Projekt ermöglicht haben: Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, Klaus Tschira Stiftung, Dr. Werner Jackstädt Stiftung, Rütgers-Stiftung, Hartmut und Lore Schuler Stiftung, Sparda-Bank Wuppertal, Stadtsparkasse Wuppertal, Bayer Science & Education Foundation, Wiesemann & Theis GmbH und Hans W. Winzig Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Knipex, Deutsche Bank AG Wuppertal, Marianne und Emil Lux Stiftung, Walter Klein GmbH (WKW), Hackenberg & Greef-Stiftung, E/D/E-Stiftung, Vorwerk-Stiftung
OStR Michael Winkhaus fühlt sich als Lehrer für Mathematik und Physik am Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal schon seit langem der Astronomie verpflichtet. Nach seinem Diplomphysikstudium an der Universität Dortmund absolvierte er den Aufbaustudiengang Astrophysik am Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und arbeitete dort in der Arbeitsgruppe Be-Sterne bei Dr. R.W. Hanuschik. Neben seiner Honorartätigkeit am Städtischen Planetarium Bochum gehört er seitdem zum "Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V.", in dem er heute im Vorstand astronomische Projekte wie das Horizontobservatorium und die Obeliskensonnenuhr im Landschaftspark der Halde Hoheward verwirklicht und betreut. Er ist ferner Projektleiter eines Erlebnisparks der Sinne mit zentraler Sonnenwarte nach dem Vorbild von Goseck auf der Halde Lüntenbeck für die Initiative "Grüne Meile Wuppertal e.V.".
Himmelsbeobachtung, Schülerlabor