Gabi Netz
14.10.2002

Internet im Unterricht - FAQs

Wenn Lehrerinnen und Lehrer in der Elternversammlung die Arbeit mit dem Computer im Unterricht ankündigen, begegnen ihnen verschiedenste Reaktionen. Von "Toll!" bis "Muss das sein?" ist wohl alles dabei.
     

    Es ist ganz natürlich, dass Eltern diesem "Neuen" in der Schule anfangs skeptisch begegnen: Ihr eigener Unterricht hatte herzlich wenig mit Computern zu tun - und hat es ihnen geschadet? Außerdem ist die reale Unterrichtszeit ohnehin begrenzt - und auf den ersten Blick kostet der Einsatz von "Neuem" immer Zeit. Außerdem ist da ja auch noch PISA ... Damit Sie auf die häufigsten Nachfragen vorbereitet sind, finden Sie hier unsere Antworten.

     

    Internet im Unterricht - Warum denn das?

    Alltag

    Kinostarts werden online recherchiert, Chats bestimmen die Abendgestaltung, und mit Freunden kommuniziert man via E-Mail. Warum sollten die Hausaufgaben nicht per E-Mail verschickt und Vokabeln nicht online abgefragt werden? Wie TV, Video, CD und DVD sind Computer und Internet Medien des Alltags - auch des schulischen. Die Schule ist gefordert, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aufzugreifen und in den Lernprozess einzubinden.

    Studium und Beruf

    Eine weitere Aufgabe der Schule ist es, auf Studium und Berufsleben vorzubereiten, in denen Computerkenntnisse in beinahe jedem Bereich ein Muss sind.

    Soll der Computer LehrerInnen ersetzen?

    Computer ersetzen Menschen nicht

    Die Horrorvorstellung, dass es in absehbarer Zeit nur noch Schülerinnen und Schüler vor dem Computer ohne zwischenmenschliche Kontakte mit Mitschülern und Lehrpersonen geben soll, ist natürlich ebenso unrealistisch wie die Rückkehr zur Schiefertafel.

    Methoden- und Medien-Mix

    Das Ziel aller Bemühungen, die digitalen Medien in die Schule zu bringen, soll durch eine gesunde Mischung alter und neuer Methoden erreicht werden. Dabei ist der Computer ebenso "nur" ein Medium wie der Fernseher und der CD-Player.

    Ist das wissenschaftlich fundiert?

    Studien befürworten Computernutzung
    Die wissenschaftliche Forschung beschäftigte sich in den letzten Jahren ausgiebig mit den digitalen Medien im Unterricht. Einige einschneidende Erkenntnisse sprechen eindeutig für diesen Weg:

    • Handeln
      Ein Ziel von Schule ist, Schülerinnen und Schüler zu selbstständig handelnden Menschen zu erziehen. Der Computer kann dazu anleiten, indem Lehrende zu Moderatoren werden, und Schülerinnen und Schüler die Unterrichtsinhalte selbst erarbeiten.
    • Lernen mit Spaß
      So geschieht Lernen nahezu nebenbei: Bei der problemorientierten Arbeit mit Wissen im Internet oder mit einer CD-ROM konzentrieren sich die SchülerInnen auf die Inhalte - und eignen sich Faktenwissen spielerisch an.
    • Arbeit im Team
      Neue Unterrichtsformen eröffnen auch die Möglichkeit zum Einsatz anderer Sozialformen. Am Computer müssen die Schülerinnen und Schüler nicht allein arbeiten, sondern können in (Klein-)Gruppen Teamarbeit erproben. Stärken und Schwächen in der Klasse können Impulse für Binnendifferenzierungen liefern und die Idee des "Tutoring" greifbar machen.

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