"Bibellesen mit dem PC ist weder praktisch, noch bringt es sonst irgendeinen pädagogischen Nutzen." Wenn ich in Lehrerfortbildungen mit einem derartigen Einwand konfrontiert werde, gibt es darauf nur eine Erwiderung: Sie haben Recht! Aber wir wollen in der Bibel ja auch nicht nur "lesen", sondern mit ihr "arbeiten". Mögen Online-Bibeln auch denkbar ungeeignet für gemütliches oder gar meditatives Bibellesen sein, eines aber ist unbestritten: Der Umgang mit digitalen Bibeltexten bietet sehr interessante Optionen für pädagogisch begründetes analytisches, aber auch kreatives Arbeiten mit dem Buch der Bücher.
VolltextsucheDie Möglichkeiten der Textrecherche in einer digitalen Bibel sind ungleich größer als bei einer gedruckten Ausgabe: Eine Volltextsuche ermöglicht die Suche nach einzelnen Wörtern oder Wortteilen, nach Wortkombinationen oder (Teil-)Sätzen, und das jeweils eingrenzbar auf einzelne biblische Bücher oder aber auch ausgedehnt auf die gesamte Bibel.Themen nachschlagenEin praktisches Anwendungsbeispiel wäre dieses: Man sucht für ein bestimmtes Lehrplanthema (beispielsweise Tod, Sterben) geeignete Bibelstellen, um mit diesen weiter arbeiten zu können. Zugegeben, dies könnte - zumindest teilweise - auch von einer guten Konkordanz geleistet werden, aber welche Schule hat schon einen Klassensatz solch teurer Stücke, um damit die Lernenden auch selbst arbeiten zu lassen? Dies ist aber gerade das pädagogisch interessante Moment: Die Lernenden erschließen sich den Themenbereich selbst und nicht anhand der vorher durch die Lehrperson ausgewählten Textpassagen.
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Sebastian Schuhbeck ist Lehrer für Englisch und Katholische Religionslehre am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein.
Didaktik, Bibel, informelles Lernen