Praktische Umsetzung

Meist haben die Grundschulkinder bereits einige Erfahrungen mit dem Schreiben klassischer Briefe. Diese Vorkenntnisse können zum Beispiel in Unterrichtsgesprächen auf moderne Kommunikationsmöglichkeiten ausgeweitet werden.

Erste Überlegungen

Wie unterhalten wir uns?

Die Kinder hatten im Laufe ihrer Grundschulzeit bereits einige "klassische" Briefe an Autoren und Künstler geschrieben und auf diese Weise mit Außenstehenden kommuniziert. Im Gespräch erarbeiten wir, dass es mittlerweile moderne Kommunikationsmöglichkeiten gibt, mit denen man innerhalb kürzester Zeit weltweit Informationen und elektronische Briefe (E-Mails) verschicken und empfangen kann. In dieser Form wollen wir uns auch mit der polnischen Partnerklasse in Verbindung setzen.

 

Die Frage "In welcher Sprache unterhalten wir uns? Von uns kann doch keiner polnisch!" kann dadurch zufrieden stellend beantwortet werden, dass die polnischen Schülerinnen und Schüler Deutsch als Fremdsprache lernen.

 

… und worüber?

Im anschließenden Brainstorming sammeln wir mögliche Themen und Inhalte, über die man sich austauschen möchte. Dazu gehören:

  • persönliche und biografische Angaben (zum Beispiel Eltern, Geschwister, Alter),
  • Erlebnisse, Hobbys, Vorlieben,
  • meine Heimat,
  • sonstige Fragen.

Ablauf des Projekts

Kontakt aufnehmen

Bei klasseninternen Mailkontakten haben die Kinder den Umgang mit dem E-Mail-Konto kennen gelernt. Nun werden die bereits gesammelten Themen und Fragestellungen für den Austausch mit den Partnerkindern wiederholt. Anschließend gehen die Kinder paarweise an die Rechner, schreiben nacheinander ihre persönlichen Informationen auf und schicken die Mails an die Partnerschule. Dort wird eine Verteilung der einzelnen Schülerinnen und Schüler an ihre zukünftigen Partner vorgenommen.

 

Wenn die ersten Nachrichten von den Partnerkindern eintreffen, werden sie den Mitschülerinnen und Mitschülern präsentiert. Der Grundstein ist gelegt, der Austausch kann beginnen.

 

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Kontakte pflegen

Damit die Kontakte auch längerfristig aufrechterhalten und sinnvoll gestaltet werden können, müssen sie über den Austausch persönlicher Informationen hinausgehen. Anfangs brauchen die Kinder Unterstützung in Form thematischer Anregungen und konkreter Inhalte. Hier einige Beispiele:

  • Einbeziehung von Sachunterrichtsthemen: Informationen über Stadt, Region, Land, Lebensumstände sammeln und austauschen.
  • Aufgaben aus dem Sprachunterricht: Die Kinder beginnen länderübergreifend ein Elfchen zu schreiben. Jede Schülerin und jeder Schüler der Partnergruppe darf ein Wort hinzufügen und es dann seinem Partner schicken. Nach mehreren Kontakten (am besten zeitgleich im Netz) entsteht ein gemeinsames Elfchen. Die Ergebnisse werden ausgedruckt und der Klasse präsentiert.

Nach der Anlaufphase ist das Projekt ein "Selbstläufer". Die Kinder teilen sich jetzt selbstständig ihre Zeit für die Kommunikation ein und präsentieren regelmäßig ihre Ergebnisse und Informationen.

Rahmenbedingungen

Eine Korrespondenz per E-Mail mit einer Partnerklasse ist nur dann sinnvoll, wenn die Kinder mehrmals pro Woche Zugriff auf ihr Postfach haben. Nimmt das Warten auf eine Antwort zu viel Zeit in Anspruch, lässt die Motivation schnell nach. Um den Kindern zusätzlich Zeit zum Schreiben zu geben, haben wir auch die Pausen genutzt. Nachteil: Bewegungsaktivitäten und der persönliche Kontakt zu anderen Schulkindern werden dadurch natürlich eingeschränkt.

 

Acu zu bedenken sind die unterschiedlichen Ferienzeiten und mögliche sprachliche Barrieren, die es zu überwinden gilt.

Dossier "Vertretungsstunden sind kein Hexenwerk"
Autor
Avatar Lars Poppenborg

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