Bezug der Unterrichtseinheit zu SINUS-Transfer

Weiterentwicklung der Aufgabenkultur, Aufgaben für kooperatives Arbeiten, Verantwortung für das eigene Lernen stärken

Modul 1: Weiterentwicklung der Aufgabenkultur

Aufgaben als Bausteine des Mathematikunterrichts

Ein Großteil des Denkens und Arbeitens von Schülerinnen und Schülern im Fach Mathematik wird durch Aufgaben bestimmt - sei es in Form von Schulübungen, Hausaufgaben oder Prüfungen. Aufgaben bieten Impulse zur Erforschung von Neuem, sie dienen dem Üben, Vertiefen, Vernetzen und sie sind Werkzeuge zur Leistungsmessung. Aufgaben besitzen damit ein erhebliches Potenzial, um Veränderungen im Mathematikunterricht anzustoßen. Natürlich können Aufgabenstellungen nicht alles leisten. Sie sind allenfalls Bausteine im Mathematikunterricht, die von der Lehrerin oder vom Lehrer als Architekten und Baumeister in ein größeres Ganzes eingefügt werden müssen. Es kommt entscheidend darauf an, wie mit Aufgaben umgegangen wird beziehungsweise wie die Beschäftigung mit Mathematik generell angelegt ist (siehe folgende Absätze zu Modul 8 und Modul 9).

Selbständiges, eigenverantwortliches und kooperatives Arbeiten

Für die Konzeption dynamischer Arbeitsblätter bedeutet dies, dass mit den Aufträgen an die Schülerinnen und Schüler vor allem Freiräume für selbständiges, eigenverantwortliches, aber auch kooperatives Arbeiten und Lernen geschaffen werden sollten. Einerseits sind die Aufträge so zu formulieren, dass die Schülerinnen und Schüler das zugrunde liegende Problemfeld eigenständig und ohne ständige weitere Anweisungen durch die Lehrkraft erkunden können, andererseits sollten mit den Aufgabenstellungen Felder für Kreativität und individuelle Lernwege eröffnet werden. In diesem Spannungsfeld zwischen Führen und Loslassen der Schülerinnen und Schüler bewegt sich jede Lehrkraft, die Arbeitsaufträge - insbesondere zu dynamischer Mathematik - konzipiert.

Modul 8: Aufgaben für kooperatives Arbeiten

Schulisches Lernen ist in einen sozialen Kontext eingebunden. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler mit dynamischen Arbeitsblättern auf den ersten Blick am Bildschirm tätig sind, sind die Mitschülerinnen und Mitschüler (sowie die Lehrkraft) unersetzliche Lernpartner. Dynamische Arbeitsblätter sind keine Medien zum Selbstlernen! Sie bieten Schülerinnen und Schülern Anstöße, um in Partner- oder Kleingruppenarbeit Mathematik zu erforschen und zu entdecken. Sie müssen Beobachtungen und Ideen gemeinsam diskutieren, sich auf ihren individuellen Lernwegen wechselseitig unterstützen und schließlich gewonnene Ergebnisse im Klassenteam präsentieren und einordnen. Ein derart kooperatives Lernen trägt damit nicht nur zu einem abwechslungsreichen Unterricht bei, sondern unterstützt vor allem den Aufbau sozialer Kompetenzen sowie fachliche Lernprozesse.

Modul 9: Verantwortung für das eigene Lernen stärken

Dynamische Arbeitsblätter ermöglichen eigene Lernwege

Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess. Wissen kann nicht von der Lehrkraft in die Schülerköpfe gefüllt werden, sondern muss von den Schülerinnen und Schülern durch Eigentätigkeit konstruiert werden. Aufgabe der Lehrkraft ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Aktivität am besten stattfinden kann. Dynamische Arbeitsblätter bieten hierzu einen geeigneten Rahmen. Die Schülerinnen und Schüler sind gefordert, sich eigenständig mit den Problemstellungen und Arbeitsaufträgen auseinander zu setzen und eigene Lernwege zu gehen. Dabei können sie ihr Lerntempo weitgehend selbst steuern und sind für ihren Lernfortschritt maßgeblich selbst verantwortlich.

Binnendifferenzierung

Dynamische Arbeitsblätter bieten auch ein geeignetes Mittel zur Binnendifferenzierung: Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler können sich der eigenständigen Erarbeitung komplexerer Problemstellungen widmen, die Lehrkraft besitzt die Möglichkeit, sich gezielt der Förderung Leistungsschwächerer zuzuwenden.

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Autor
Avatar Prof. Dr. Volker Ulm

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