4. Aufklärung über unbegründete Ängste

In dieser Stunde wird dem Ursprung religiös beziehungsweise abergläubisch begründeter Ängste nachgegangen. Biblische und mittelalterliche Quellen werden mit neuzeitlichen Texten und der bei Iffland unterstellten Leichtgläubigkeit des Volkes verglichen.

Entdämonisierung der "göttlichen Zuchtruten"

Bereits das biblische Wort vom Mandelzweig (Jer 1,11) kann auch als "Zuchtrute" gedeutet werden, die am Himmel erscheint und einem Kometen ähnlich sieht. Kometen und andere unerklärliche Himmelserscheinungen galten daher lange Zeit als Werkzeug des göttlichen Strafgerichts. Neuzeitliche Aufklärer und Denker hingegen entdämonisieren Himmelserscheinungen zwar, doch wird dies vom einfachen Volk nur zögerlich angenommen.

Materialien

Lösungsvorschläge

Damit Ihre Schülerinnen und Schüler die Antworten auch tatsächlich selbst erarbeiten, stellen wir die Lösungsvorschläge zu sämtlichen Arbeitsblättern nur im Bereich "Mein LO" zur Verfügung (siehe Startseite der Unterrichtseinheit unter "Download").

Motivation und Problematisierung

Motivation

Die Abbildung der ersten Seite der Datei "4_aufklaerung.pdf" wird projiziert und besprochen. Der Stich eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jahrhundert zeigt einen Gelehrten, der in seiner Rechten ein astronomisches Modell hoch hält, während er mit der Linken auf eine Darstellung von Sonne und Mond zeigt. Die Strukturskizze im unteren Teil der Seite des Arbeitsblatts soll helfen, die Abbildung zu gliedern und zu interpretieren: Das mit der Rechten hoch gehaltene wissenschaftliche Modell soll der magischen Vorstellung, auf die die Linke nach unten zeigt, vorgezogen werden. Eine weitere mögliche Interpretation: Ein Astronom erklärt mithilfe eines Modells die Bedeutung der Himmelserscheinungen.

Problematisierung

Das 18. Jahrhundert ist eine Zeit des Umbruchs. Während die Aufklärung natürliche Phänomene wissenschaftlich zu erklären versucht, sind breite Bevölkerungsschichten noch immer dem Aberglauben verhaftet. Nach Kants 1784 veröffentlichter Definition der Aufklärung zeigt Iffland 1799, wohin Unaufgeklärtheit führen kann. Ifflands Figuren sollen mithilfe von Kants Definition interpretiert werden.

Schülerarbeit

Zunächst untersuchen die Schülerinnen und Schüler kurze Textausschnitte aus der Bibel (etwa 500 v. Chr. bis 100 n. Chr.) sowie Texte von Albertus Magnus (13. Jahrhundert), von Johannes Kepler (17. Jahrhundert) und von Immanuel Kant (18. Jahrhundert) mithilfe der angegebenen Interpretationshilfen im Internet beziehungsweise nach vorgegebenen Fragestellungen ("4_aufklaerung.pdf", Seite 2). Um die neue, aufgeklärte Sichtweise Kants besser zu verstehen, soll Kants Definition der Aufklärung herausgearbeitet werden. Dazu wird zunächst der Text auf der dritten Seite ("4_aufklaerung.pdf") gelesen. Je nachdem, wie weit in diese Materie eingedrungen werden soll, bleibt es bei einem erklärenden Unterrichtsgespräch, oder die Lehrkraft entwickelt zusammen mit den Lernenden das Tafelbild gemäß Seite 4 ("4_aufklaerung.pdf"). Wichtig ist die Anwendung der Definition Kants auf die Personen in Ifflands Stück auf der dritten Seite der Materialien zu dieser Stunde.

Stundenergebnis

Ifflands Figur Balder ist die personifizierte Unaufgeklärtheit. Grünstein dagegen ist der selbstständige, mündige Denker, der das abergläubische Verhalten seiner Umgebung entlarvt. Die Erkenntnis der Wahrheit bricht sich in komischer Erleichterung Bahn.

Unterrichtsmaterial zum Thema Halloween
Autor
Portrait von Günther Neumann Günther Neumann

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